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Heidelbeere – Vaccinium myrtillus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.05.2018
Heidelbeere – Vaccinium myrtillus

Der Sommer tischt auf

Manche nennen die kleinen dunkelblauen Früchte des Zwergstrauches Heidelbeeren, andere kennen den Namen Blaubeeren besser. Dabei handelt es sich um ein und dieselbe Pflanze. Heidelbeeren sind nicht nur beliebte Früchtchen, die im Sommer bis zum frühen Herbst Saison haben, sie sind vor allem (getrocknet) ein besonders mildes und effektives Mittel bei Durchfall.

Medizinische Wirkung der Heidelbeere

Heidelbeeren stellen ein besonders mildes pflanzliches Therapeutikum dar, welches bei akutem Durchfall aber auch zur Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Mundschleimhautentzündung, StomatitisZahnfleischentzündungHalsschmerzen) nachweislich wirksam ist. Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen die therapeutische Anwendung von Heidelbeeren „bei unspezifischen akuten Durchfallerkrankungen und bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.“ Zusätzlich befürwortet ESCOP die innerliche Anwendung der Heidelbeeren „bei Krampfaderleiden.“

Wissenswertes über die Heidelbeere

In lichten Nadelwäldern, auf lichten Heideflächen und in Mooren besiedelt die Heidelbeere oft weite Flächen. Sie wächst auf nicht zu trockenen, sauren, humosen aber sandigen Böden. Das Sammeln der aromatischen Heidelbeeren ist mühsam. Es stellt in wirtschaftlich armen Gegenden und Ländern jedoch eine wichtige Erwerbsquelle für die Bevölkerung dar. Man darf die Heidelbeere nicht mit der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die bei Genuss größerer Mengen Trunkenheitsgefühle verursacht, verwechseln. Letztere kommt allerdings meist nur in Mooren und höheren Lagen vor.

Ob die Heidelbeere bereits im Altertum von medizinischer Bedeutung war, darüber lässt sich heute nur spekulieren. Angeblich soll der griechische Arzt Dioskurides die Pflanze sehr geschätzt haben. Wahrscheinlich stand die Verwendung als Lebensmittel im Vordergrund.

Als gesichert gilt hingegen, dass die Äbtissin Hildegart von Bingen die Heidelbeere in einem ihrer Werke, der Physica, erwähnt. Aber auch bei der Heiligen war die Heidelbeere von eher untergeordneter medizinischer Bedeutung. Erst in Hieronymus Bocks Werk „Das Kreutter Buch“ wurden der Heidelbeere eindeutige Heilwirkungen zugeschrieben. So wurde die süße Beere bei Magenkrankheiten und Lungenbeschwerden sowie bei Husten eingesetzt.

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Botanik der Heidelbeere

Die Heidelbeere ist ein Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericacae) und wächst zwischen 15 bis 50 cm hoch. Die Pflanze besitzt kriechende unterirdische Ausläufer und grüne, scharfkantige Zweige, die sommergrüne, fein gesägte Blätter und grünlich bis rosarote Blüten tragen. Diese Blüten stehen zumeist einzeln in den Achseln der Blätter. Sie sind klein und erreichen eine Länge von maximal 0,7 mm. Nach der Blütezeit entwickeln sich die süß-aromatisch schmeckenden Früchte. Die Frucht ist eine glänzend, kugelige, schwarz blaubereifte Beere. Die Heidelbeere reift zwischen Juli bis August/ September.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Heidelbeere

Medizinische Verwendung finden die reifen getrockneten Früchte (Heidelbeeren) des gleichnamigen Zwergstrauches. Die medizinische und pharmazeutische Bezeichnung der Heidelbeerfrüchte lautet Myrtilli fructus. Ihre Qualität ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt und wird wegen ihrer Inhaltsstoffe in der Medizin als auch in der Ernährung geschätzt. Heidelbeeren enthalten bis zu 10% Catechingerbstoffe, Anthocyane, freie Anthocyanidine, Flavonoide, Fruchtsäuren und Vitamine.

Anmerkung: Neben den Heidelbeerfrüchten als Wirkstoff, werden häufig Heidelbeerblätter ins Gespräch gebracht. Die Anwendung der Heidelbeerblätter ist jedoch in den Bereich der Volksheilkunde einzugliedern, weil keine Belege für die geforderten Anwendungsgebiete, z.B. Diabetes mellitus, vorliegen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.