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Harongarinde und -blätter – Harunganae madagascariensis cortex et folium

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.11.2014

Tropischer Baum für eine gesunde Verdauung

Die medizinischen Wirkstoffe des Harongabaums sind seine Rinde und Blätter. Eingesetzt wird der Wirkstoff bei Verdauungsproblemen, weil er nachweislich die Produktion beispielsweise von Magen- und Gallensaft anregt. Außerdem nützt die Pflanze bei einer leichten Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse. Die Bauchspeicheldrüse ist ein Organ, das verschiedene Stoffe produziert. Zum einen gibt die Drüse beispielsweise Insulin direkt ins Blut ab (endokriner Teil). Zum anderen produziert sie Verdauungsenzyme (exokriner Teil). Haronga wirkt auf den exokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse.

Auf einen Blick:

Harongarinde und Harongablätter

  • Wirkt: fördernd auf die Bildung von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse, anregend auf die Magensaftbildung, fördernd auf den Gallefluss, anregend auf die Gallenblasentätigkeit, blähungswidrig
  • Kann eingesetzt werden: bei Verdauungsbeschwerden, bei leichter Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (verdauungsenzymproduzierender Teil)

Inhaltstoffe der Harongarinde und Harongablätter

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltstoffe der Harongarinde und -blätter sind die sogenannten Dihydroxyanthracenderivate (sprich: Di-hydroxy-anthracen-derivate), dessen wichtigste Komponenten in der Rinde Harungarin und Madagascin sind und in den Blättern Hypercin und Pseudohypericin.

Zusammen wirken die Komponenten nachweislich regulierend auf die Verdauung, wobei die Inhaltstoffe eine der wenigen sind, die direkt auf den Teil der Bauchspeicheldrüse wirkt, der Verdauungsenzyme bildet.

Anwendung bei Verdauungsbeschwerden

Anregend auf die Magen- und Gallesaftproduktion

Harongarinde und –blätter entfalten ihre Wirkung vor Ort, in dem im Magen über Nerven Reize an das Gehirn weiter geleitet werden. Das Gehirn wiederum leitet den Befehl an den Magen und die Leber weiter, dass diese vermehrt Verdauungssäfte produzieren sollen. Der Magensaft ist sauer und dient dazu, dass vor allem Eiweiße gespalten werden. Diese Wirkung wird zusätzlich durch die Bauchspeicheldrüse unterstützt (s. unten).

Zusätzlich wird auch die Leber dazu angeregt die Gallenblasentätigkeit zu verstärken und mehr von der Gallenflüssigkeit zu bilden sowie auszuschütten. Die Galle wiederum ist an der Fettverdauung im Dünndarm beteiligt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Horongarinde und Harongablätter, die Fett- und Eiweißverdauung verbessert und Symptome wie Völlegefühl und Blähungen dadurch vermindert werden.

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Anwendung bei leichter Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (Teil der Bauchspeicheldrüse, der Verdauungsenzyme bildet)

Fördernd bei zu wenigen zucker- und eiweißspaltenden Enzymen

Der Horongarinden und –blätter besitzt jedoch neben den Wirkungen auf den Magen und die Gallenblasentätigkeit eine weitere wichtige und seltene Wirkung: Er fördert die Bildung und Ausscheidung von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse.

Bekannt ist vor allem die Insulin bildende Eigenschaft der Bauchspeicheldrüse. Tatsächlich erfüllt dieses Organ jedoch mehrere Funktionen und verfügt über verschiedene Drüsenzellen.

Die Harongarinde und –blätter wirken nachweislich auf die Drüsenzellen der Brauchspeicheldrüse, die ihre Stoffe (Enzyme) in Hohlräume, z.B. den Dünndarm, abgeben. Namentlich regt der Wirkstoff die Bauchspeicheldrüse dazu an, Enzyme für die Eiweißverdauung (Proteasen) und Zuckerverdauung (Alphaamylase) zu produzieren. Auf diese Weise erklärt sich, warum durch die Anwendung von Wirkstoffen des Haronga die Verdauung durch ein Vielfaches erleichtert und selbst opulente Mahlzeiten gut vertragen werden können.

Harongarinde und -blätter

Darreichungsform und Dosierung der Harongarinde und -blätter

Harongarinde und –blätter lassen sich am besten als Fertigarzneimittel dosieren, weil sie nur in sehr geringen Mengen aufgenommen werden dürfen (s. Risiken und Nebenwirkungen). Eine Anwendung z.B. als Tee wird daher nicht empfohlen.

Besonders wirksam soll Haronga in einer kombinierten Anwendung mit der Gelbwurz sein.

 
Harongarinden und -blätter

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (25 bis 50 mg) der Harongarinde und -blätter nicht bekannt.

Allerdings sollten sie wegen fehlender Erkenntnisse zur Wirkung in Langzeituntersuchungen nicht länger als 2 Monate anwendet werden.

Der Harongabaum gehört wie das Johanniskraut zu Familie der Johanniskrautgewächse. Er enthält daher vor allem in seinen Blättern Hypericin und Pseudohypercin. Beide Inhaltstoffe können zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen.

Nicht angewendet wird Haronga bei akuter und dauerhafter (bzw. wiederkehrender) Bauchspeicheldrüsenentzündung, Funktionsstörungen der Leber, Gallensteinen, Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenemphysem und Darmverschluss.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Harongarinde und -blättern sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten und Tropfen erhältlich (Mittel bei Verdauungsbeschwerden und schwacher Bauchspeicheldrüse). In Kombination mit anderen Wirkstoffen werden sie in Form von Dragees angeboten. Außerdem erhalten Sie die Rinde in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Die Harongarinde und –blätter gehören zu den wenigen pflanzlichen Wirkstoffen, die die Produktion und Ausschüttung von zucker- und eiweißspaltenden Stoffen fördert und deshalb nachweislich bei einer leichten Bauchspeicheldrüsenschwäche (exokrine Pankreasinsuffizienz) hilfreich ist. Zusätzlich regt der Wirkstoff beweisbar die Produktion von Magen- und Gallensäften an, weswegen die Eiweiß- und Fettverdauung deutlich erleichtert wird.

In der Volksmedizin werden die Harongarinde und –blätter bisher nicht eingesetzt.

 

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.