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Hafer – Avena sativa

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 25.10.2016
Hafer – Avena sativa

Vielseitige Getreidepflanze für eine gesunde Haut

Hafer ist unsere einzige Getreideart, bei der die Körner nicht in Ähren stehen, sondern in Rispen hängen. Aber nicht nur dieses unübersehbare Merkmal macht den Hafer zu etwas ganz Besonderem. Am bekanntesten sind wohl die Haferflocken, die vor allem in England als das berühmte Porridge gegessen werden. Seine Ernte ist zwar etwas mühsamer als bei anderen Getreidesorten, dafür ist er reich an Nährstoffen. Was dabei vielleicht weniger bekannt ist: Der Hafer besitzt außerdem eine jahrtausendealte Tradition als Heilpflanze, der eine beruhigende und kräftigende Wirkung nachgesagt wurde. Heute wird der Hafer in erster Linie bei Hauterkrankungen eingesetzt, seine übrigen Potenziale sind dagegen etwas in Vergessenheit geraten. Damit sich das ändert, wurde der Hafer jüngst zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt.

Die Heilwirkung von Hafer

Haferstroh gehört zu den ganz alten medizinischen Wirkstoffen in unseren Breiten. Es wirkt bei äußerer Anwendung nachweislich lindernd bei entzündeter Haut und bei Hautausschlag, besonders wenn die Haut juckt. Verwendet wird auch das frische oder getrocknete Haferkraut, das kurz vor der Vollblüte geerntet wird und aus den oberirdischen Teilen der Pflanze besteht. Für Zubereitungen mit Haferkraut, etwa Hafertee, gibt es aber keine einhelligen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Diese bestehen lediglich für das Haferstroh.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die äußerliche Anwendung des Haferstrohs „bei entzündlichen und seborrhoischen Hautausausschlägen, speziell mit Juckreiz.“
  • Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat das Haferkraut basierend auf langjähriger Erfahrung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur inneren Anwendung bei leichten Stresssymptomen und Schlafstörungen eingestuft.

Wissenswertes

Wie viele Getreidearten ist der Hafer bei uns in Deutschland aus der Rolle eines Unkrauts in Getreidefeldern hervorgegangen. Die Pflanze existierte bereits in der Steinzeit. Nachdem das Getreide in Mitteleuropa eingeschleppt wurde, vermehrte sich der Hafer während der vorrömischen Eisenzeit bis zu dessen eigenständigem Anbau. Als eine wichtige Ursache für den systematischen Anbau zu dieser Zeit wird die Verschlechterung des Klimas (Abkühlung und vermehrter Niederschlag) zwischen 1000 – 800 v. Chr. angesehen. Seine größte Bedeutung erreichte der Hafer vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Um 1200 n.Chr. war der Hafer in Südwestdeutschland eine häufig angebaute Getreideart. Das geht aus Zehntlisten und Lagerbüchern hervor, die es aus verschiedenen Gebieten Deutschlands von etwa 1200 gab. Besonders in höheren Lagen der Mittelgebirge galt der Hafer als wichtige Sommerfrucht. Dort wurde von der Landbevölkerung teils Hafer, teils Dinkel als tägliches Morgenmus gegessen. Hafer diente außerdem bis ins 18. Jahrhundert als Pferdefutter. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ging der Haferanbau aber zurück, weil sich die Kartoffel durchzusetzen begann und die Pferdehaltung mit der einsetzenden Industrialisierung eingeschränkt wurde. Der größte Teil des bei uns angebauten Hafers wird bis heute als hochwertiges Viehfutter verwendet.

Hafer benötigt ein gemäßigtes Klima mit viel Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit. Daher liegt sein Anbauschwerpunkt in Norddeutschland, wo er auf den fetten, schweren Marschböden ebenso gut gedeiht wie in den höheren Lagen unserer Mittelgebirge. Da Hafer empfindlich gegen Frost ist, wird er in Deutschland nur als Sommerfrucht angebaut.

Hafer in der glutenfreien Ernährung

Hafer ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen wie Eisen und Magnesium, ungesättigten Fettsäuren sowie Ballaststoffen. Das gesunde Getreide ist daher für eine bewusste Ernährungsweise absolut zu empfehlen. Wer an Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leidet, sollte den Hafer mit Vorsicht genießen. Er besitzt zwar gegenüber Weizen, Gerste oder Roggen nur wenig Gluten, sollte aber nur langsam in die Ernährung eingeführt werden. Beim Kauf von Haferprodukten sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein lizenziertes glutenfreies Lebensmittel handelt und nicht mit anderen Getreidesorten verunreinigt ist. Zu erkennen ist dies an dem Symbol der durchgestrichenen Ähre. 

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Botanisches zum Hafer

Hafer ist ein einjähriges Gras, das bis zu 1 Meter hoch wachsen kann aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Aus seiner büscheligen Wurzel entspringen die langen, zarten Halme, die glatt und kahl sind. Die Blätter des Hafers sind lineal-lanzettlich und lang zugespitzt, flach und zweizeilig. Die Blattscheide ist dabei stängelumschließend. Als eine lockere Rispe (Doppeltraube) hängt die Haferblüte am Haferstängel nickend herab. Sie erreicht eine Länge von bis zu 20 cm. Die Frucht (Korn) ist nur maximal 1,2 cm lang, behaart und schmal eiförmig.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Hafers

Der medizinische Wirkstoff des Hafers ist das Haferstroh. Es besteht aus den kurz vor der Vollblüte geernteten, gedroschenen und getrockneten Blättern und Stängel des Hafers. Neben dem Haferstroh gibt es noch zwei weitere nennenswerte Wirkstoffe vom Hafer, die jedoch medizinisch nicht offiziell anerkannt sind. Dazu gehören die Haferfrüchte, die als Lebensmittel konsumiert und nachweislich cholesterinsenkende Eigenschaften entfalten können, sowie das Haferkraut, das in der Erfahrungsmedizin gegen psychische Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt wird.

Das therapeutisch eingesetzte Haferstroh wird in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Avenae stramentum genannt. Die Qualität des Haferstrohs ist derzeit in keinem Arzneibuch festgehalten.

Haferstroh enthält im frischen Stroh etwa 2% Kieselsäure, in der Asche des Strohs sogar zwischen 55 bis 75%. Daneben enthält es Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, Flavonoide, Triterpensaponine, Aminosäuren und Zuckerverbindungen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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