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Hirtentäschelkraut – Bursae pastoris herba

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Geschrieben von 2011-02-10
Zuletzt aktualisiert am 2014-11-1010.11.2014
Hirtentäschelkraut – Bursae pastoris herba

Blutstillendes Kraut: äußerlich und innerlich

Der medizinische Wirkstoff des Hirtentäschels (Capsella bursa pastoris) ist das Kraut. Hirtentäschelkraut (Bursae pastoris herba) besteht aus den frischen oder getrockneten oberirdischen Bestandteilen der Heilpflanze, also aus Stängel, Blättern, Blüten und Früchten. Das Kraut wirkt nachweislich blutungsstillend und hilft bei dauerhaften Beschwerden, kann aber auch ebensogut im Alltag zum Einsatz kommen.

Örtlich und äußerlich eingesetzt nützt das Hirtentäschelkraut nachweisbar bei Nasenbluten oder oberflächlich verletzter, blutendender Haut. Treten die Beschwerden unterwegs etwa bei einer Radtour auf (Nasenbluten oder Sturz mit blutenden Schürfwunden), kann frisches, möglichst gereinigtes und zerriebenes Hirtentäschelkraut örtlich eingesetzt werden.

Bei innerlicher Anwendung kann Hirtentäschelkraut vor allem Frauen mit Zyklusstörungen helfen, die an einer verlängerten Regelblutungen (Menorrhagie) oder Gebärmutterblutungen außerhalb der Regelblutung (Metrorrhagie) leiden.

Auf einen Blick:

Hirtentäschelkraut

  • Wirkt: blutungsstillend, zusammenziehend auf die Gebärmutter,
  • Kann eingesetzt werden: bei verlängerter Monatsblutung (Menorrhagie), leichten Gebärmutterblutungen außerhalb der Regelblutung (Metrorrhagie), Nasenbluten, blutende Hautverletzungen (oberflächliche)

Inhaltsstoffe des Hirtentäschelkrauts

Das Hirtentäschel hat ein breites Repertoire an Inhaltsstoffen. Sie reichen von Flavonoiden, Kaffeesäurederivaten über Proteine und Aminosäuren bis hin zu Glukosinolaten und Kalziumsalzen. Ob es einen einzelnen oder mehrere wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe enthält, ist in der Forschung derzeit noch umstritten.

Fest steht allerdings, dass das Hirtentäschelkraut bei den anerkannten Anwendungsgebieten blutungsstillend wirkt und einen zusammenziehenden Effekt auf die Gebärmutter besitzt. Möglicherweise werden die Wirkungen durch Peptidverbindungen (kleine Eiweiße), die eine Oxytocin ähnliche Struktur besitzen, ausgelöst. Einen Beleg für diese Annahme liegt jedoch noch nicht vor.

Anwendung bei leicht verlängerter und verstärkter Monatsblutung (Menorrhagie)

Verengend auf die Gefäßmuskulatur

Das Hirtentäschelkraut gehört zu den wenigen Heilpflanzen, die einen nachweislichen Effekt bei der sogenannten Menorrhagie erzielen können. Darunter versteht man entweder eine verlängerte (länger als sechs Tage) oder eine zu starke Regelblutung (Blutverlust größer als 80 Milliliter pro Tag).

Der genaue Wirkmechanismus des Wirkstoffes konnte bislang nicht geklärt werden. Es wird aber angenommen, dass kleine Proteinverbindungen (Peptide), die der Aminosäureverbindung Oxytocin sehr ähneln, an dieser Wirkung maßgeblich beteiligt sind.

Als gesichert scheint hingegen die Wirkung, dass Hirtentäschelkraut einen zusammenziehenden Einfluss auf die Venen der Gebärmuttermuskulatur besitzen. Dadurch werden leichte Blutungen gestoppt und mögliche krampfartige Schmerzen lassen nach.

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Anwendung bei leichten Gebärmutterblutungen außerhalb der Monatsblutung (Metrorrhagie)

Zusammenziehend auf die Gebärmutter

Gebärmutterblutungen, die nicht während der Regelblutung auftreten, sind fast immer auf eine hormonelle Dysbalance zurückzuführen. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass das Hirtentäschelkraut zusammenziehend auf die Muskulatur der Gebärmutter wirkt. Dadurch können sich die Blutgefäße der Gebärmutter verengen und die Blutungen können gehemmt oder gestoppt werden.

Verantwortlich für diese Wirkung sind wahrscheinlich kleinste Eiweißverbindungen (Peptide) und möglicherweise auch Amine. Belegt werden konnte diese Annahme allerdings noch nicht, was jedoch nicht die Wirkung der Hirtentäschelkraut infrage stellt. Denn erwiesenermaßen helfen sie bei einer leichten Metorrhagie.

Anwendung bei Nasenbluten und bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen

Blutungsstillend bei Gefäßverletzungen

Hirtentäschelkraut wird offiziell von der Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bei Nasenbluten und leicht blutenden Hautverletzungen empfohlen.

Was jedoch den Wirkmechanismus des Hirtentäschelkrauts betrifft, tappt die Forschung noch weitetestgehend im Dunkeln. Angenommen wird, dass die blutstillende Wirkung durch Oxytocin ähnliche Verbindungen (kleine Eiweiße) hervorgerufen wird, die das zusammenziehen von Gefäßen (z.B. Venen) bewirken können. Gesichert sind diese Vermutungen allerdings nicht.

Hirtentäschelkraut

Darreichungsform und Dosierung des Hirtentäschelkrauts

Tee

Ein Hirtentäschelkrauttee ist besonders gut zur Anwendung geeignet, wenn Sie an leicht verlängerten oder verstärkten Regelblutungen leiden oder bei leichten Blutungen außerhalb der Menstruation.

Überbrühen Sie 1 gehäuften Teelöffel (3 bis 5 g) des Hirtentäschelkrauts mit 1 Tasse (150 ml) kochenden Wassers. Decken Sie den Tee ab und gießen Sie das Kraut nach 15 Minuten durch ein Teesieb.

Dosierung

Trinken Sie je nach Ausprägung der Beschwerden 2 bis 3 Tassen Hirtentäschelkrauttee zwischen den Mahlzeiten.

Umschlag oder Nasentamponade

Ein wässriger Auszug aus Hirtentäschelkraut ist sehr gut zur Behandlung von oberflächlich blutenden Wunden oder bei Nasenbluten geeignet. Hierzu benötigen Sie 2 gestrichene Esslöffel (10 g) Hirtentäschelkraut und überbrühen diese mit 100 ml kochendem Wasser.

Anschließend sollte der Auszug 15 Minuten ruhen. Dann wird das Kraut abgesiebt.

Anwendung

Bei Haut- oder Nasenblutungen wird ein Stück Mull, fusselfreie Watte oder ein kleines Baumwoll- oder Leinenhandtuch in dem Auszug getränkt und anschließend ausgewrungen.

Bei oberflächlichen Hautblutungen wird das Tuch flach auf die blutende Stelle gelegt und eventuell mit einem trockenen Handtuch fixiert. Bei Bedarf kann die Auflage mehrmals gewechselt werden. Bei Nasenbluten eignet sich ein Stück Mull oder fusselfreie Watte besser. Sie werden gedreht, dann im Auszug getränkt, in das blutende Nasenloch eingeführt und nach Bedarf mehrmals gewechselt. Die Nasentamponade sollte jedoch pro Anwendung mehrere Minuten in der blutenden Nase verbleiben.

Hirtentäschelkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (10 bis 15 g) des Hirtentäschelkrauts nicht bekannt.

Allerdings sollten schwangere Frauen kein Hirtentäschelkraut benutzen, da es zusammenziehend auf die Gebärmutter wirken können.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus dem Hirtentäschelkraut sind als fertige Arzneimittel in Form von Dragees erhältlich. Getrocknetes Hirtentäschelkraut erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Weiterhin ist Arzneitee mit dem Wirkstoff verfügbar.

Hirtentäschelkraut wirkt blutungsstillend, unabhängig davon, ob es innerlich oder äußerlich angewendet wird. Es kann innerlich bei verlängerter oder verstärkter Monatsblutung eingesetzt werden (leichte Menorrhagie), oder bei leichten Gebärmutterblutungen außerhalb der Regelblutung (Metrorrhagie).

Bei örtlicher Anwendung hilft Hirtentäschelkraut nachweislich gegen Nasenbluten, ebenso bei oberflächlich verletzter und blutender Haut.

In der Volksmedizin wird Hirtentäschelkraut bei Kopfschmerzen eingesetzt.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Schulte-Löbbert M: Hirtentäschel – Wildkraut zur Blutstillung. In: PTA-Forum online, http://www.pta-forum.de/index.php?id=1102, Zugriff am 26.01.2012

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.