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Hirtentäschel – Capsella bursa pastoris

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Geschrieben von 2011-02-10
Zuletzt aktualisiert am 2014-11-1010.11.2014
Hirtentäschel – Capsella bursa pastoris

Wirksam bei Regelschmerzen und blutenden Verletzungen

Das unscheinbare Wildkraut Hirtentäschel gehört zu den ganz wenigen Heilpflanzen, die dank ihrer blutungsstillenden Eigenschaften bei Menstruationsstörungen helfen können. In früheren Tagen war der zarte Kreuzblütler ein beliebtes und vielseitig eingesetztes Heilgewächs, heute wird das Hirtentäschel von der modernen Phytotherapie langsam aber sicher wiederentdeckt. Nicht nur, weil es bei unangenehmen Beschwerden des weiblichen Zyklus Einfluss nehmen kann – es dient, bei kleinen Wunden und Nasenbluten, auch als schnelles Helferlein im Alltag.

Medizinische Wirkung von Hirtentäschel

Hirtentäschelkraut wirkt bei innerlicher Anwendung nachweisbar bei Frauenbeschwerden wie verlängerter Monatsblutungsdauer (>7 bis 14 Tage) oder einem erhöhtem Blutverlust während der Monatsblutung (leichte Menorrhagie). Daneben wird es bei leichten Blutungen der Gebärmutter außerhalb der normalen Monatsblutung (Metrorrhagie) verwendet. Hirtentäschelkraut nützt zudem beweisbar bei örtlichem Gebrauch gegen Nasenbluten und kann äußerlich bei blutenden Hautverletzungen eingesetzt werden.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Hirtentäschelkraut „innerlich zur symptomatischen Behandlung leichter Menorrhagie und Metrorrhagien, lokal bei Nasenbluten und äußerlich bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen.“

Wissenswertes über das Hirtentäschel

Ein Pionier wagt sich auf unbesiedeltes Land, ganz ähnlich verhält sich dieses Wildkraut. Jeder Maulwurfshaufen ist ein willkommener Ort, um sich auszubreiten. Ähnlich benötigen auch Birken, Weiden oder Pappeln als Pionierpflanzen noch unbesiedelte Böden. Da das Hirtentäschel mit Vorliebe auf gedüngten Böden vorkommt, wird es als Stickstoffzeiger bezeichnet. Im Volksmund wurde es „Kummerblume“ genannt, denn es hieß: „Wenn es zeitig im Frühjahr kommt, gibt es ein schlechtes Kornjahr.“

Die in der Regel einjährige Pflanze, die den Winter als Samen überwindert, kann vom Menschen als Gemüse genutzt werden und erfüllt neben ihren Heilwirkungen auch ökologische Aufgaben. Für viele Tiere wie Vögel, Käfer und Hautflügler (Hummeln, Bienen) ist das Hirtentäschel ein wichtiger Bestandteil ihres Lebensraumes und Nahrungslieferant.

Im Mittelalter erfuhr das unscheinbare Hirtentäschel eine wahre Hochblüte in der Naturheilkunde. So hieß es über das Pflänzchen: „Der Saft des Täschelkrautes in die Ohren getan, welche eitern, heilt diese. Der Saft getrunken ist gut denen, die Blut speien und macht leicht harnen. Täschelkraut in Wein gesotten ist gut für Bisse giftiger Tiere.“

Dann wurde es etwas still um das Hirtentäschel. Erst mit dem Einzug der modernen und wissenschaftsbasierten Phytotherapie eroberte es sich langsam seinen Stellenwert zurück. Denn nur ganz wenige Heilpflanzen vermögen, was die Inhaltsstoffe des Hirtentäschels bewirken können: Sie können bei Zyklusstörungen helfen.

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Botanik des Hirtentäschels

Die zarte und unscheinbare Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) variiert stark in ihrer Wuchshöhe. Manchmal ragt es gerademal zwei Zentimeter über den Boden, es kann aber auch einen halben Meter in die Höhe schießen. Sein kahler oder leicht behaarter dünner Stängel wächst aufrecht und tritt verzweigt oder unverzweigt in Erscheinung. Die gestielten herzförmigen (taschenförmigen) mattgrünen Blätter können in ihrer Lappung variieren.

Untere Blätter bilden eine Rosette, obere sind stängelumfassend. Die kleine weiße Blüte des Hirtentäschels blüht fast das ganze Jahr über. Sie tritt als dichte Traube an der Stängelspitze auf, wobei die Kronblätter etwa doppelt so lang wie die Kelchblätter sind.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Hirtentäschels

Zu medizinischen Zwecken wird das Kraut des Hirtentäschels verwendet. Hirtentäschelkraut besteht aus den getrockneten, oberirdischen, blüten- und fruchttragenden Bestandteilen der Pflanze. Die medizinische und pharmazeutische Bezeichnung für das Hirtentäschelkraut lautet Bursae pastoris herba. Anforderungen an die Qualität des Wirkstoffes sind im Deutschen Arznei Codex (DAC) festgehalten.

Hirtentäschelkraut enthält Flavonoide, unter anderem Rutin, Luteolin und Diomin. Daneben sind Glukosinolate mit Sinapin als Hauptkomponente, Kaffeesäurederivate, unter anderem Chlorogensäure, Kalzium- und Kaliumsalze, Eiweißverbindungen sowie Cholin für seine Wirkung verantwortlich.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.