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Erdrauchkraut – Fumariae herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 02.11.2014
Erdrauchkraut – Fumariae herba

Krampflösend und verträglich bei Störungen im Verdauungsraum

Der Erdrauch hat einen medizinischen Wirkstoff: das Kraut. Es wird während der Blüte geerntet und anschließend getrocknet. Erdrauchkraut ist ein Wirkstoff mit Tradition. Schon im Mittelalter wurde Erdrauchkraut bei Krämpfen medizinisch eingesetzt. Was damals auf Erfahrung basierte, konnte später durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen werden.

Erdrauch verfügt über nachweislich entkrampfende Eigenschaften im Bauchraum, speziell im Bereich der Gallenblase, der Gallenwege und des Magen-Darmtaktes. Dabei erzeugt die Erdrauchkraut praktisch keine Nebenwirkungen, was den Wirkstoff nicht nur für Menschen mit sensiblen Verdauungsorganen attraktiv machen dürfte.

Auf einen Blick:

Erdrauchkraut

  • Wirkt: krampflösend, regulierend auf die Gallentätigkeit
  • Kann eingesetzt werden: bei Krämpfen im Bereich der Gallenblase, der Gallenwege, im Magen- und Darmbereich

Inhaltsstoffe des Erdrauchkrauts

Erdrauchkraut ist wegen seiner enthaltenen Alkaloide, mit Fumarin als Leitsubstanz, von medizinischem und pharmazeutischem Interesse. Sie zeigen einerseits entkrampfende Eigenschaften auf die Gallengänge und andererseits auf die Muskulatur des Verdauungstraktes. Zusätzlich sollen die Inhaltsstoffe des Erdrauchkrauts regulierende Eigenschaften auf die Gallenproduktion besitzen, die nur Eintritt, wenn es Störungen im Gallefluss gibt.

Anwendung bei Krämpfen im Bereich der Gallenblase, der Gallenwege und des Magen-Darmtraktes

Regulierend auf die Gallensaftproduktion und entspannend auf Gefäße, Muskeln

Bei Störungen im Bereich der Gallen gehört Erdrauchkraut zu den Wirkstoffen der ersten Wahl. Untersuchungen ergaben, dass Personen mit einem zu geringen Gallenfluss nach der Gabe von Erdrauchkraut vermehrt Gallensäfte produzierten. Andersherum, also bei Patienten mit einer erhöhten Gallensaftproduktion, soll der Wirkstoff eine hemmende Eigenschaft entfalten können.

Während Erdrauchkraut also regulierende Eigenschaften bei Störungen der Gallensaftproduktion entfalten, sollen sie bei gesunden Menschen keine Veränderung bewirken. Die Verwendung bietet sich demnach sowohl bei Funktionsbeschwerden der Gallenblase an, als auch bei Krämpfen. Sie wirken nachweislich entkrampfend auf die Gallenblase, die Gallengänge und den gesamten Magen-Darmtrakt. Diese Eigenschaft kommt auch einem verkrampften Schließmuskel des Gallengangs zugute. Denn dort, wo der Gallengang in den Zwölffingerdarm mündet, kann sich Gallenflüssigkeit anstauen, wenn der dortige Schließmuskel nicht einwandfrei arbeitet. Zubereitungen aus Erdrauchkraut vermögen diesen Muskel zu entkrampfen und bewirken somit einen ungehinderten Gallenabfluss in den Darm.

Erdrauchkraut
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Darreichungsform und Dosierung des Erdrauchkrauts

Tee

Erdrauchkraut eignet sich auch wegen seiner praktisch nebenwirkungsfreien Eigenschaften sehr gut zur Behandlung von leichten Krämpfen im Bauchraum und zur Regulation der Gallensaftproduktion. Überbrühen Sie hierzu 2 Teelöffel (3,6 g) fein zerschnittenes Erdrauchkrauts mit 1 Tasse (150 ml) kochend heißem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ziehen. Filtern Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie den Erdrauchkraut-Tee 2-mal täglich ½ Stunde vor den Mahlzeiten.

Tee-Kombination

Bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und der Gallenblase eignet sich das Erdrauchkraut sehr gut zur Kombination mit anderen Heilpflanzen. Sie benötigen:

Für die Herstellung überbrühen Sie 1 gestrichenen Esslöffel der Teemischung mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ziehen und sieben Sie die Wirkstoffe anschließend durch einen Teefilter ab.

Dosierung

Trinken Sie nach jeder Mahlzeit eine Tasse des Tees.

Erdrauchkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 6 g) des Erdrauchkrauts nicht bekannt.

Dennoch sollte Erdrauchkraut nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, einer Gallenwegsobstruktion, schweren Erkrankungen der Leber (heptozelluäre Insuffizienz), akuten Entzündungen der Leber und Galle sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Erdrauchkraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. Sie erhalten den getrockneten Wirkstoff in der Apotheke.

Erdrauchkraut verfügt über entkrampfende Eigenschaften auf die Gallenblase, Gallenwege und den Magen-Darmtrakt. Außerdem soll der Wirkstoff regulierend auf die Produktion des Gallensafts wirken.

In der Volksmedizin wird das Erdrauchkraut bei Blasenleiden, Gicht, Migräne, Verdauungsstörungen, Verstopfung und zur Anregung des Appetits eingesetzt.

Quellen:
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München & Jena 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.