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Erdrauch – Fumaria officinalis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 17.11.2014
Erdrauch – Fumaria officinalis

Hilfe gegen Krämpfe im Bauchraum

Im mittelalterlichen Aberglauben hatte der Erdrauch zuweilen eine schicksalhafte Bedeutung für heiratslustige Mädchen und Frauen. Wurde nämlich ein Erdrauchsträußen am Busen getragen glaubte man, dass der zukünftige Gatte jener Mann sein wird, dem man zuerst begegnet. Allzuviel scheint an diesem Glauben dann doch nicht daran gewesen zu sein, sonst wäre er sicherlich überliefert worden und lebendig geblieben.

Wobei hilft Erdrauch?

Erdrauchkraut ist ein nachweislich wirksames pflanzliches Arzneimittel, das sich sehr gut zur Behandlung von Krämpfen im Bereich der Gallenwege, der Gallenblase und des gesamten Magen-Darmbereichs einsetzen lässt. Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortete daher den medizinischen Einsatz des Erdrauchkrauts „bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenblase und der Gallenwege sowie des Gastrointestinaltrakts.“

Auch der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) schließt sich dieser Empfehlung an.

Wissenswertes über den Erdrauch

Nahe Verwandte des Erdrauches sind Schlafmohn und Schöllkraut. Alle gehören der Familie der Mohngewächse an (Unterfamilie beim Erdrauch) und sind als Kulturbegleiter in ganz Europa heimisch. Der Erdrauch stammt ursprünglich aus den Ländern des Mittelmeergebietes und wurde von dort über das restliche Europa, dem westlichen, gemäßigten Asien sowie bis nach Nordafrika verbreitet. Als häufiges „Ackerunkraut“ wächst der Erdrauch auf Feldern und Äckern, in Weingärten, an Wegrändern, auf steinigen Hängen und Nutzgärten. Der botanische Name des Erdrauchs „Fumaria“ leitet sich aus dem lateinischen Wort fumus = Rauch ab. Bereits in einem der ersten deutschsprachigen Kräuterbücher, das im Jahr 1485 in Mainz erschienen ist, waren die Autoren über die Bedeutung des Wortes Erdrauch geteilter Meinung. Auch heute noch führen manche den Namen auf die Tatsache zurück, dass beim Verbrennen des Krautes ein stechender Rauch entsteht, der die Augen reizt. Andere beziehen sich auf die graugrüne, rauchähnliche Farbe.

Im Mittelalter stand der Erdrauch in hoher Gunst der Ärzte und Apotheker, die die Pflanze bei Melancholie, Wassersucht, Gicht, Leber- und Milzerkrankungen, Geschwüren, bösartigen Hauterkrankungen und selbst gegen die Pest verordneten. Zwar sind manche dieser Anwendungsbereiche zweifellos übertrieben, zeugen andererseits jedoch auch von erstaunlichem Wissen über diese Pflanze, die man ja zu den stärker wirksamen, schwach giftigen Heilpflanzen zählt.

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Botanik des Erdrauchs

Der einjährige, sehr zierlich wirkende Erdrauch gehört zu der Familie der Erdrauchgewächse (Fumariaceae). Er besitzt eine faserige Wurzel, aus der die 10 bis 30 cm hohen, dünnen und blaugrünen Stängel sprießen. Sie sind leicht gerillt, innen hohl und saftig und ragen einzeln oder mehrstängelig aufrecht empor. Ebenfalls blau- bis blaugrün sind die zarten, doppelt- bis dreifachgefiederten Blätter mit ihren 2 bis 3 mm breiten Zipfeln. Sie sind wechselständig angeordnet. Von Mai bis Juni blühen die schmutzig-rosafarbenden, an der Spitze jedoch purpurroten, knapp ein Zentimeter langen Blüten, deren kurze Stiele an den Blütenstängeln sitzen. Diese entspringen aus den Achseln kleiner Tragblätter. Die kleinen Blüten sind in mehreren, reichblütigen, lockeren Trauben zusammengefasst und verströmen einen eigentümlichen Duft, der schwach narkotisierend wirkt. Die Fruchtknoten sehen aus wie kleine Nüsschen und entstehen aus zwei Fruchtblättern.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Erdrauchs

Medizinischen Einsatz vom Erdrauch finden alle oberirdischen Bestandteile der getrockneten Heilpflanze, die während der Blütezeit gesammelt werden. Dazu gehören Stängel, Blätter und Blüten. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt das Erdrauchkraut, manchmal auch Grindkraut genannt, Fumariae herba. Die Qualitätsanforderungen des Wirkstoffes sind Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Es enthält bis zu 1,25% Isochinolinalkaloide, Flavonoide, Fumarsäure und Hydroxyzimtsäurederivate.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.