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Wegwartenkraut – Cichorii herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
Wegwartenkraut – Cichorii herba

Unterstützender Pflanzenextrakt für Leber und Verdauung

Die medizinischen Wirkstoffe der Wegwarte sind das getrocknete Wegwartenkraut und die Wegwartenwurzel. Das im Herbst gesammelte Wegwartenkraut setzt sich aus den Blättern, Stängeln und Blüten der Heilpflanze zusammen und wirkt sich in erster Linie positiv auf die Verdauung aus. Wegwartenkraut hilft nachweislich bei Verdauungsbeschwerden indem sie die Gallensaftproduktion ankurbeln. Darüber hinaus verfügt der Wirkstoff über leberschützende Eigenschaften und nützt wegen seiner enthaltenen Bitterstoffe gegen mangelhaften Appetit.

Auf einen Blick:

Wegwartenkraut

  • Wirkt: appetitanregend, fördernd auf die Gallesaftproduktion, leberschützend
  • Kann eingesetzt werden bei: Appetitlosigkeit, gegen Verdauungsbeschwerden

Inhaltsstoffe des Wegwartenkrauts

Bitterstoffe haben im Allgemeinen einen verdauungsfördernden Effekt. Im Wegwartenkraut sind sie reichlich vorhanden, vor allem Guajanolide. Chemisch gehören Bitterstoffe zu keiner einheitlichen Stoffklasse, allen ist aber der bittere Geschmack gemeinsam.

Die Bitterstoffe regen auf reflektorischem Wege (durch Reflexe bedingt) die Speicheldrüsen sowie die Magensaftsekretion und dadurch die Verdauung an. Sie wirken zudem nachweisbar positiv auf die Leber und den Gallenfluss, wodurch sie insbesondere die Fettverdauung erleichtern.

Wirkung bei Appetitlosigkeit

Anregend auf die Speichelbildung

Vom Menschen werden Bitterstoffe durch die Erregung der Bitterrezeptoren in den Geschmacksknospen am Zungengrund (bitterer Nachgeschmack) noch in sehr starken Verdünnungen wahrgenommen. Sobald das Wegwartenkraut die Geschmacksknospen der Zunge berührt, regt es auf reflektorischem Weg die Produktion der Speichel-, Magen- und Gallensäften an. So läuft einem sprichwörtlich „das Wasser im Mund zusammen“ und man bekommt Appetit.

Der Speichel an sich ist ebenfalls wichtig für die Verdauung. In der zähen Flüssigkeit sind kleinste Eiweiße enthalten, das Enzym α-Amylase, das Zucker (Kohlenhydrate) aufspaltet und so besser verdaulich macht. Zusätzlich enthält Speichel sogenannte Muzine. Muzine sind Schleimstoffe, die die Nahrung schlüpfrig und dadurch besser gleitfähig machen. Deshalb ist es so wichtig die Nahrung lange zu kauen – die Verdauung beginnt bereits im Mund.

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Wirkung bei Verdauungsbeschwerden

Fördernd auf die Fettverdauung – schützend für die Leber

Die Galle ist Bestandteil der Leber und besonders wichtig für die Fettverdauung. Schon während einer Mahlzeit erhält die Leber auf reflektorischem Wege die Information, dass sie Gallensaft für die Verdauung zu produzieren soll. In manchen Situationen, wie bei dem Verzehr besonders fettreicher Speisen, aber auch durch die Einnahme einiger Medikamente, kann dieser Mechanismus gestört werden. In Folge wird das Fett aus der Nahrung zu langsam vom Dünndarm in den Körper aufgenommen, was zu mehr oder weniger starken Beschwerden wie Blähungen und Oberbauchschmerzen führen kann.

Wird Wegwartenkraut rechtzeitig vor einer Mahlzeit angewendet, können die Symptome jedoch deutlich gelindert werden, weil ihre Bitterstoffe die Gallensaftbildung aktiv anregt. Wichtig ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Wegwarte nicht bei Gallensteinen angewendet werden dürfen (s. Risiken und Nebenwirkungen).

Sie verfügt neben ihren verdauungsfördernden Eigenschaften noch eine weitere positive Wirkung auf die Leber, über die bisher relativ wenig gesprochen wurde, weil diese Eigenschaft erst in den letzten Jahren bekannt wurde.

Wegwarten können die Bildung eines wichtigen Leberenzyms (Cytochrom p450) anregen. Dieses Leberenzym bewirkt nachweislich, dass körperfremde (auch körpereigene) Giftstoffe von der Leber abgebaut werden können. Der Wirkstoff bietet der lebenswichtigen Leber damit einen Schutz (Hepatoprotekion). Vor allem bei Patienten, die oft Antibiotika, Antikrebsmittel oder kortisonhaltige Arzneimittel einnehmen müssen, können – nach vorheriger Absprache mit einem Arzt - Wegwartenkraut-Extrakte dabei helfen ihre Leber zu entlasten.

Wegwartenkraut

Anwendung und Dosierung des Wegwartenkrauts

Wegwartentee

Zur Verdauungsförderung und bei Appetitlosigkeit ist ein Wegwartentee ein mildes und wirkungsvolles pflanzliches Therapeutikum. Überbrühen Sie 1 Teelöffel (1 g) des Wegwartenkrauts mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers und lassen Sie den Tee 5 bis 7 Minuten lang ruhen. Anschließend wird das Kraut durch ein Teesieb abgefiltert.

Dosierung

Trinken Sie den Wegwartentee dreimal täglich vor den Mahlzeiten.

Wegwartenkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 3 g) des Wegwartenkrauts nicht bekannt. Als Nebenwirkung tritt in seltenen Fällen eine allergische Hautreaktion auf. Sollten Sie an einem Gallensteinleiden erkrankt sein, halten Sie bitte vor der Anwendung des Wegwartenkrauts Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Vorsicht bei der Anwendung ist zudem bei Allergien gegen Korbblütengewächse angezeigt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Wegwartenkraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. Getrocknetes Wegwartenkraut erhalten Sie in entsprechender Qualität in Ihrer Apotheke.

In der Volksmedizin wird das Wegwartenkraut als Abführmittel eingesetzt.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.