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Wegwarte – Cichorium intybus

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Geschrieben von 2011-02-10
Zuletzt aktualisiert am 2017-02-2828.02.2017
Wegwarte – Cichorium intybus

Blaublütler mit heilenden Kräften für den Magen

Nur an den Vormittagen der Monate Juli bis September richten sich die blauen Blütenköpfchen der Wegwarte der im Osten aufgehenden Sonne zu, um bereits schon am Nachmittag, kraftlos geworden, zu verwelken. Aus dieser Beobachtung heraus entwickelte sich im Mittelalter die Sage, dass die Wegwarte ein verzaubertes Fräulein sei, das seines Geliebten harre, der nach Beendigung seines Kreuzzuges ins Heilige Land aus dem Osten auftauchen müsse.

Die Wegwarte als Heilpflanze

Bei mangelhaftem Appetit und bei Störungen des Galleflusses sind Extrakte aus dem Wegwartenkraut und der Wegwartenwurzel genau das Richtige. Sie eignen sich nachweislich bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden

Anerkannte medizinische Anwendung der Wegwarte:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Wegwartenkraut und Wegwartenwurzel „bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden.“
  • Das europäische Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) hat die Wegwarte als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. 

Wissenswertes über die Wegwarte

Im 19. Jahrhundert wurde die Wegwarte auf großen Flächen kultiviert. Die gezogenen Pflanzen werden in Kultur insgesamt größer, die Blätter glatter und die Wurzeln stärker. Letztere lieferte die Zichorienwurzel die geröstet auch heute noch zu einem Kaffee-Ersatz („Zichorienkaffee“) verarbeitet wird. Zichorienkaffee ist ein karamellbrauner, magenfreundlicher Sud ohne Koffein, der eine gesunde Alternative zum Bohnenkaffee darstellt. Aufgrund der Verwendungsgeschichte ihrer Wurzel wird die Wegwarte auch Wilde Zichorie oder Feldzichorie genannt. 

Die jungen, mild schmeckenden Blätter enthalten viel Vitamin C und ergeben einen schmackhaften Frühlings-Wildkräutersalat. Sie können wie Löwenzahnblätter als Wildgemüse gegessen werden. Ältere Blätter entwickeln ein bitteres Aroma. Eng verwandt mit der Wegwarte ist die Endivie, die als Salatpflanze heute in großem Maße angebaut und wie Kopfsalat zubereitet wird. Weiterhin ist die Gemeine Wegwarte die Urform der beliebten Salatpflanzen Chicorée, Radicchio und Zuckerhut. Die wunderschönen Blüten der Wegwarte eignen sich dazu als essbare Dekoration verschiedener Gerichte. 

Die Wegwarte ist fast über die ganze Welt verbreitet. Die nördlichen, gemäßigten Zonen Europas bieten die günstigsten Wachstumsverhältnisse, weshalb sie bei uns durch ihr zahlreiches Auftreten allzu schnell als Unkraut betrachtet und abgewertet wird. Sie findet sich außerdem in Nordafrika, Vorderasien, in Sibirien, Ostasien, Amerika, Südafrika und Neuseeland.

Wir finden dieses Heilkraut an Weg- und Feldrändern, Bahndämmen, auf Böschungen und Aufschüttungen. Vielleicht aus diesem Grund gehört die Wegwarte heute eher zu den „vergessenen“ Heilpflanzen. Bekannt war das Heilkraut jedoch schon in der Antike. Große Ärzte und Gelehrte wie Dioskurides und später Paracelsus erwähnten sie in ihren Schriften.

Ihr Gattungsname Cichorium kommt aus dem Griechischen und weist bereits eindeutig hin auf ihr natürliches Wuchsverhalten. Das Wort leitet sich von kichorion ab, das sich wiederum zusammensetzt aus kio (=ich gehe) und chorion (=Feld). Schon die alten Griechen wussten also, dass sich die Pflanze häufig an Feldwegen niederlässt. Diese Semantik findet sich auch in ihrem deutschen Namen wieder, der wiederum ihr Blühverhalten charakterisiert. Die Wegwarte wartet auf den Sonnenaufgang, bevor sie ihre schönen, leuchtend blauen Blüten öffnet. 

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Botanik der Wegwarte

Die ausdauernde, bis zu einem Meter hoch wachsende Wegwarte gehört zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Ihre tiefreichende Pfahlwurzel ist milchsafthaltig, daher innen von weißer, ansonsten von gelblicher Farbe. Aus ihr sprießt der harte, kantige, wenig verzweigte Stängel, der manchmal behaart ist und vereinzelt kleine Blättchen trägt. Die Blätter bilden eine bodenständige Rosette, die ähnlich dem Löwenzahn – nur gröber – fiederspaltig und gelappt sind. Die ziemlich großen Blüten sind beige bis himmelblau gefärbt und bestehen nur aus Zungenblüten. Die sonst den Korbblütengewächsen eigenen Röhrenblüten fehlen gänzlich.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Wegwarte

Die Wegwarte hat zwei medizinische Wirkstoffe: Das Kraut (Blätter, Stängel, Blüten) und die Wurzel. Beide Wirkstoffe werden im Herbst gesammelt und getrocknet eingesetzt. Der medizinische und pharmazeutische Fachausdruck für das Wegwartenkraut laut Cichorii herba. Die Wegwartenwurzel wird Cichorii radix genannt. 

Die Inhaltsstoffe beider Wirkstoffe unterscheiden sich kaum. Sowohl das Wegwartenkraut als auch die Wegwarenwurzel sind reich an Bitterstoffen (Sesquiterpenen), Kaffeesäurederivaten, Hydroxycumarinen und Flavonoiden. Darüber hinaus enthalten die Pflanzenteile Inulin und andere Zuckerbestandteile.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.