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Queckenwurzel – Graminis rhizoma

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 25.11.2014
Queckenwurzel – Graminis rhizoma

Durchspülende Wirkung bei entzündeten Harnwegen

Der medizinisch genutzte Wirkstoff der Quecke ist der getrocknete Wurzelstock. Geerntet und aufbereitet wird er im Frühjahr oder im Herbst, wenn das Gras keine Halme besitzt. Die Queckenwurzel wirkt durchspülend auf die ableitenden Harnwege, entwässernd und zeigt hemmende Wirkungen auf Mikroorganismen wie Bakterien. Medizinisch eingesetzt wird der Wirkstoff wegen seiner Effekte zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Beschwerden der ableitenden Harnwege (z.B. Harnblase) und zur Vorbeugung bei Nierengrieß.

In der Volksmedizin wird der Queckenwurzelstock außerdem bei Atemwegserkrankungen, Magenschleimhautentzündung, Verstopfung, stoffwechselbedingten Hauterkrankungen, Müdigkeit und bei Erschöpfung gebraucht.

Auf einen Blick:

Queckenwurzel

  • Wirkt: durchspülend, entwässernd, gegen Krankheitskeime
  • Kann eingesetzt werden: zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß

Inhaltsstoffe der Queckenwurzel

Welche Inhaltsstoffe der Quecke die medizinischen Wirkungen auslösen, ist möglichweise noch nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich um das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe (z.B. Zuckerverbindungen, Zuckeralkohole, Saponine, Kieselsäure und Phytosterole), die zu dem durchspülenden Ergebnis der Quecke führen.

Als gesichert gilt, dass die ätherischen Öle des Wirkstoffes (Thymol, Carvcrol und Carvon) Mikroorganismen, wie Bakterien, in ihrem Wachstum hemmen können.

Wirkung bei Beschwerden der ableitenden Harnwege

Zu den ableitenden Harnwegen gehören die Nierenbecken, die Harnleiter, Harnblase und Harnröhre. Vor allem Frauen sind von entzündlichen Beschwerden der ableitenden Harnwege betroffen. Ihre Harnröhre ist im Vergleich zur männlichen deutlich kürzer und dadurch für das Eindringen von Keimen empfindlicher. Die Queckenwurzel ist ein sogenanntes Aquaretikum, was auf ihre entwässernde Wirkung hinweist. Welche Inhaltsstoffe im Einzelnen an der durchspülenden Wirkung der Queckenwurzel beteiligt sind, sind bei dem Wirkstoff nicht eindeutig. Angenommen wird, dass die verbesserte Durchblutung der Nieren zu einer schnelleren Filterung des Harns führt. In Folge wird der Harn verdünnt und seine Verweildauer im Körper wird verkürzt.

Dieser Wirkmechanismus zeigt einen besonders guten Erfolg, wenn bei einem beginnenden Harnwegsinfekt mit der Durchspülungstherapie begonnen wird. Zusätzlich eignet sich der Wirkstoff sehr gut bei wiederkehrenden (rezidivierenden) Harnwegsinfekten, weil Krankheitskeime manchmal einige Zeit in den Organen überdauern können ohne Symptome auszulösen. Unter entsprechenden Bedingungen, z.B. geschwächtes Immunsystem, vermehren sie sich und lösen einen neuen Infekt aus.

Geklärt ist hingegen welche Inhaltsstoffe gegen Bakterien in den Harnwegen agieren können. Es handelt sich um ätherische Öle, die wahrscheinlich in den Stoffwechsel der Keime eingreifen können, und dadurch ihre Vermehrung hemmen.

Bei einer Durchspülungstherapie ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass viel Wasser getrunken werden wird. Zwei Liter Wasser, alternativ ungesüßte Früchtetee oder nicht entwässernde Kräutertees, sind gut geeignet.

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Vorbeugende Wirkung bei Nierengrieß

Nierengrieß sind viele kleine Nierensteine, deren Größe es jedoch noch erlaubt, dass sie über die Harnwege mit dem Urin ausgespült werden können. Queckenwurzeln wirken nachweislich durchspülend. Wahrscheinlich erzielt der Wirkstoff einen durchblutungsfördernden Effekt auf die Nieren, der dazu führt, dass der Harn verdünnt wird und durch die Volumenzunahme schneller ausgeschieden wird. Aus diesem Grund ist die Quecke zur Vorbeugung von Nierengrieß (Vorstufe von Nierensteinen) sehr gut geeignet. Der Nierengrieß kann mit dem Urin ausgeschieden werden, sodass sich die Gefahr der Nierensteinbildung vermindert. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist allerdings, dass mindestens zwei Liter Wasser oder andere nicht entwässernde Getränke konsumiert werden.

Queckenwurzel

Anwendung und Dosierung der Queckenwurzel

Quecken-Tee

Zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung bei Nierengrieß ist eine Quecke-Tee besonders gut zur Anwendung geeignet. Überbrühen Sie 1 bis 2 Teelöffel (2 bis 3 g) des Wurzelstocks der Quecke mit 1 Tasse (150 ml) heißem Wasser. Lassen Sie den Wirkstoff 15 Minuten zudeckt ziehen und filtern Sie den Wurzelstock anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie am besten kurmäßig, über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen, täglich 2 bis 3 Tassen des Queckentees.

Queckenwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 6 bis 9 g) des Queckenwurzelstocks nicht bekannt.

Bei Wassereinlagerungen durch eingeschränkte Herz- und Nierentätigkeit sollen Queckenwurzeln jedoch nicht eingesetzt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus dem Queckenwurzelstock sind als Fertigarzneimittel in Form eines traditionellen Arzneimittels erhältlich. Queckenwurzeln erhalten Sie in der Apotheke getrocknet. Der Wirkstoff findet weiterhin in fertigen Arzneitees in Kombination mit anderen Heilpflanzen Verwendung.

Quecke wirkt nachweislich entwässernd und gegen Krankheitskeime. Sie werden zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie vorbeugend bei Nierengrieß eingesetzt.

 

Quellen:
  • Ammon HPT (Hrsg): Hunnius – Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage, Berlin 2004
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München & Jena 2010
  • Wolf, E: Zystitis – Brennpunkt Blase. Link, Zugriff am 10.02.2012

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.