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Quecke – Agropyron repens

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2017-04-0606.04.2017
Quecke – Agropyron repens

Unkraut oder Harnwegstherapeutikum?

Wenn wir nach Informationen über die Quecke googlen, finden wir nur spärliche Aussagen über die Heilwirkungen dieser interessanten Süßgräserpflanze. Die meisten Treffer widmen sich der Quecke als Unkraut und berichten von den Möglichkeiten seiner Bekämpfung im eigenen Garten. Tatsächlich breitet sich das Gräsergewächs rasend schnell aus und gefährdet so die Harmonie im Blumenbeet. Dabei rückt in den Hintergrund, dass die Quecke eine potente Heilpflanze ist und bei Harnwegsinfektionen sehr hilfreich sein kann. Ihre wirksamen Inhaltsstofe stecken dabei in ihrer Wurzel. 

Die Heilwirkung der Quecke

Der Wurzelstock der Quecke wirkt nachweislich durchspülend auf die Harnwege und wird bei entzündlichen Infekten der ableitenden Harnorgane, beim Reizblasen-Syndrom sowie zur Vorbeugung von Nierengrieß verwendet.

Anerkannte medizinische Anwendung der Quecke:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Anwendung des Queckenwurzelstocks „zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Infekten der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung bei Nierengrieß.“
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) schließt sich dieser Empfehlung an, erwähnt zusätzlich den therapeutischen Nutzen „beim Reizblasen-Syndrom.“

Wissenswertes über die Quecke

Je nachdem ob man einen Arzt, Pharmazeuten, Heilpraktiker nach der Quecke fragt oder auf der anderen Seite einen Gärtner oder auch einen Landwirt, wird man auf sehr unterschiedliche Ansichten stoßen.

Die Pflanze hat einen starken Ausbreitungsdrang und vermehrt sich beinahe überall, nicht nur auf Ackerflächen, durch abgerissene und zerteile Wurzelstöcke. Sie erschwert das Pflügen und ist als Gräserpflanze auch nicht besonders hübsch anzusehen.

Anders betrachten pflanzenheilkundige Menschen die Quecke. Zwar mögen auch sie das Gras wohl nicht im eigenen Garten haben wollen – aber als pflanzliche Zubereitung ist der vermehrungswillige Wurzelstock eine gute Alternative bei Harnwegsinfektionen. Er enthält zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, die Entzündungen entgegenwirken können und harntreibend wirken. Dadurch werden vermehrt Keime aus den Harnwegen gespült. Dies kann zum Beispiel bei einer Blasenentzündung hilfreich sein.

Erst zum Ende des 16. Jahrhunderts wird die Quecke schriftlich erwähnt und zwar von den pflanzenkundigen Autoren Jakob Athodor und Andreas Matthioli. Letzterer nannte das Gras allerdings „Rachgraswurzel“. Damals wurde die Pflanze vor allem bei Bettnässern eingesetzt, was nach heutigem Kenntnisstand durchaus sinnvoll sein kann, wenn ein Harnwegsinfekt vorausgegangen war. Ansonsten war es in der Geschichte der Pflanzenmedizin relativ still um die Quecke, die übrigens auch Ackergras, Flechtgras, Hundsgras, Rechgras, Schnürgras oder Wurmgras genannt wird.

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Botanik der Quecke

Quecken sind Süßgräsergewächse (Poaceae), die zwischen 20 cm und 1,2 Metern hoch wachsen können, und mehrjährig sind. Sie haben lange, dünne, innen hohle unterirdische Ausläufer (Wurzelstöcke), deren Farbe weißlich ist. Quecken erkennt man an schmalen bis breiten Blattspreiten, die im Triebe gerollt sind. Ihre Blätter sind oft schraubenförmig gewunden, undeutlich gerieft und an Blatt und Blattscheiden meist behaart. Am Grund hat die Quecke stängelumfassende Öhrchen. Im oberen Bereich des zarten Stängels gliedern sich flache Ährchen an, die zu 10 oder 20 eine Ähre bilden. Die Breitseite der Ährenachse ist dem Stängel zugewandet. Quecken blühen zwischen Juni und August

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Quecke

Medizinisch gebrauchtes Pflanzenteil der Quecke ist ihr Wurzelstock. Der Queckenwurzelstock wird im Frühjahr vor dem Austrieb der Halme geerntet oder im Herbst, nach dem Verkümmern der Halme, und getrocknet eingesetzt. In der Pharmazie oder Medizin spricht man von Graminis rhizoma. Anforderungen an die Qualität des Queckenwurzelstocks werden im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt. Der Wirkstoff ist reich an Zuckerverbindungen, vor allem an dem wasserlöslichen Ballaststoff Triticin (3 bis 12%), aber auch an Zuckeralkoholen wie Mannitol und Inositol. Außerdem enthält der Wirkstoff bis zu 10% Schleimstoffe, ätherische Öle und Kieselsäure.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.