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Enzian (gelber) – Gentiana lutea

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2014
Enzian (gelber) – Gentiana lutea

Bitterste einheimische Heilpflanze

Der Enzian sorgt für Gesellschaft. Er schmeckt bitter und ist ganz besonders als Schnaps beliebt – als sogenannter Magenbitter. Der klassiche Enzianschnaps wird in Mitteuropa erst seit dem 16. Jh. gebrannt. Sein Geschmack und seine Wirkungen (auf den Magen und wohl auch auf das Gemüt) wurden schnell legendär.

Wogegen hilft Enzian?

Die Gelbe Enzianwurzel gehört zu den am bitterersten schmeckenden Heilpflanzen in Deutschland. Bitterstoffe regen nachweislich den Appetit und die Verdauung an, weswegen die Enzianwurzel zu den wichtigsten Heilpflanzen gegen Appetitlosigkeit und gegen Magen-Darmbeschwerden zählt.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Europäische Behörde für Arzneimittel  und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen die geschnittene Enzianwurzel zur Anwendung bei „Appetitlosigkeit und bei dyspeptischen Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und bei Verdauungsbeschwerden.“

Wissenswertes über den Enzian

Sowohl in der Medizin als auch zur Herstellung von Schnaps benötigt man damals wie heute die Wurzel des Gelben Enzians. Diese ernteten die Menschen in den Alpen lange Jahre so viel sie konnten. Da sich die Pflanze ohne ihre Wurzel nicht regenerieren kann, führte der Raubbau, fast zur Ausrottung des Enzians.

Aus diesem Grund versuchte man die Pflanze per Rechtsverordnung zu schützen. So durften danach in Bayern Enzianwurzeln nur alle 18 Jahre ausgegraben werden – was den Enzian als Medizin aber auch als Schnaps zu etwas sehr kostbaren machte.

Später wurde die gefährdete Pflanze durch die Bundesartenschutzverordnung gesichert. Heute gelingt es jedoch, Enzian zur Wurzelgewinnung feldmäßig anzubauen und zu züchten.

Seinen Namen bekam der Enzian der Sage nach, vom illyrischen König Genthius (ca. 200 – 150 v.Chr.). Er war es, der wahrscheinlich als erster die Heilwirkung des Enzians erkannte (der Gattungsname des Enzians lautet Gentiana). König Genthius ging ein Bündnis mit König Perseus von Makedonien ein und bekämpfte die Römer lange Zeit sehr erfolgreich. Schließlich verlor er den Kampf gegen das römische Imperium, wofür er in die Geschichte einging.

Schon im Altertum galt der Enzian als beliebte Heilpflanze. Teilweise empfahlen die Gelehrten ihn sogar als „Allheilmittel“. Das zeigt sich auch an manchen seiner sinnverwandten Namen: Heil aller Schäden, Alpenenzian, Magenwurz, Bitterwurz, Fieberwurz, Halunkenwurz und Genzian.

In Deutschland verwendete man die sehr bitter schmeckenden Enzianwurzeln als Ersatz für die geheimnisvolle Alraune. Aber die Heilwirkung der Enzianwurzel war auch bei anderen Völkern bekannt. In Südchina beispielsweise, wurde die einheimische Enzianart gegen Tumore eingesetzt.

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Botanik des Enzians

Der Enzian wird bis zu 1,5 Metern hoch und gehört zu der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sein kräftiger, dicker, mehrköpfiger Wurzelstock kann mehrere Kilogramm schwer werden, und seine Hauptwurzel kann eine Länge von bis zu 1 Meter erreichen. Der Stängel des Enzians wächst aufrecht und ist unverzweigt. Er ist innen hohl und kann mehrere cm dick werden. Seine sitzenden Blätter haben eine elliptische Form, sind bogennervig und gerippt. Sie können eine Länge von 30 cm und eine Breite von bis zu 15 cm erreichen.

Die endständigen, gestielten Blüten des Gelben Enzians sind trugdoldige Scheinquirlen, die sich in den Blattwinkeln befinden. Ihre gelbe Farbe ist kennzeichnend für den Gelben Enzian.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Enzians

Der Hauptwirkstoff des Enzians ist seine Wurzel. Sie wird medizinisch eingesetzt. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt die Enzianwurzel Gentianae radix. Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Zu ihren wichtigsten Inhaltstoffen gehören Bitterstoffe (Iridoide), Zuckerverbindungen (teilweise bitter schmeckend), Xanthonderivate und ätherisches Öl.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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