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Galgant – Alpinia officinarum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2014
Galgant – Alpinia officinarum

Kostbare Heil- und Gewürzpflanze aus Fernost

Heilkundige und Gewürzhändler des frühen Mittelalters mussten von den Wirkungen des Galgants begeistert gewesen sein. Denn als die Pflanze im achten oder neunten Jahrhundert aus Fernost nach Europa gelangte, war dieses Heilmittel im doppelten Sinne sehr teuer und kostbar.

Wogegen hilft Galgant?

Der Galgantwurzelstock, der Wirkstoff des Galgants, ist ein wirksames, pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Appetitlosigkeit und Magen-Darmbeschwerden wie SodbrennenVöllegefühl oder zur Linderung von Oberbauchschmerzen aufgrund von Verdauungsstörungen. Die Kommission E des ehemaligen Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung des Galgantwurzelstocks „bei dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit“.

Wissenswertes über den Galgant

Als die berühmte deutsche Mystikerin und Äbtissin Hildegart von Bingen (1098-1179) den Galgant bei Magenschmerzen, „schlechten Säften“ in den Eingeweiden und in der Milz (Magen-Darmbeschwerden) empfahl, lag die Heilkundige erstaunlich nah an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Galgant in der heutigen Zeit. Beheimatet ist der Galgant vermutlich auf der Insel Hainan und der Halbinsel Leitschou. Beide Orte liegen in China. Heute wird die Pflanze außerdem in südchinesischen Küstengebieten, in Indien und Thailand angebaut. Sie erinnert in ihrem Aussehen der Ingwerpflanze und gehört zur gleichen Pflanzenfamilie.

Alten chinesischen Schriften kann entnommen werden, dass der Galgant oder Alpinia officinarum (botanisch) schon sehr lange im Reich der Mitte kultiviert wurde. Der Gattungsname Alpinia hat allerdings nicht mit den Alpen gemein. Pate war vielmehr der italienische Arzt und Botaniker Prosper Alpini (1553-1617) aus Padua. Während seines Aufenthaltes als Arzt in Ägypten studierte er die dortige Flora und veröffentlichte 1592 sein Werk „De Plantis Aegypti“. Mit diesem Buch erregte er Aufsehen, weil er in ihm mehr als 50 damals unbekannte oder kaum bekannte Pflanzen beschrieb.

Im frühen Mittelalter brachten die Araber den Galgant nach Europa, ob als Gewürz oder als Heilpflanze bleibt offen. Heute jedenfalls wird die Arzneipflanze um ihrer appetitanregenden und verdauungsfördernden Eigenschaften wegen in der Naturheilkunde und in der Küche als Gewürz hoch geschätzt. Die aromatische Schärfe des Galgants, seine medizinische Wirkung und sein würziger Duft machen die Pflanze seit jeher außerdem für die Likörindustrie zu einem wichtigen Bestandteil von Magenbittern.

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Botanik des Galgants

Galgant ist eine mehrjährige Pflanze von schwertlilienähnlichem Aussehen und gehört zu der Familie der Ingwergewächs (Zingiberaceae). Ihre bis zu 30 cm langen Blätter wachsen lineal-lanzenartig. Die traubigen Blütenstände können eine Höhe von bis zu 1,5 Metern erreichen, wobei die Blumenkrone dreilappig und unten röhrig ist. Der Wurzelstock (Rhizom) des Galgants besitzt eine zylindrische Form, ist von dunklem rot-braun und bis zu 6 cm lang. Der Durchmesser des Wurzelstocks beträgt 1 bis 2 cm. Galgant blüht von Juli bis August.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Galgants

Zur therapeutischen Anwendung wird der Galgantwurzelstock verwendet. Dieser besteht aus dem getrockneten Wurzelstock der Pflanze. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt der Galgantwurzelstock Galangae rhizoma. Die Qualität des Wirkstoffes ist durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt. Der Galgantwurzelstock ist reich an ätherischem Öl, Scharfstoffen (Galangol und Gingerole), Stärke, Flavonoiden und Gerbstoffen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.