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Fenchel – Foeniculum vulgare

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2014
Fenchel – Foeniculum vulgare

Gesunde Atemwege – gesunde Verdauung

Urwüchsiger Fenchel (Foeniculum vulgare) ist nach heutigem Wissen ausschließlich im Mittelmeerraum anzutreffen. Daher verwundert es nicht, dass die Pflanze in den Volksbräuchen und Mythen der Ägypther, Phönizier und Griechen eine große Bedeutung hatte. So bekränzten sich etwa die Teilnehmer der dionysischen Mysterien mit Fenchelgirlanden. Seine Wirkung als Heilpflanze kann vor allem bei Magen-Darmbeschwerden und Husten oder Bronchitis hilfreich sein.

Die Heilkraft des Fenchel

Fenchel gehört zu den ältesten Heilpflanzen, die in Deutschland medizinisch eingesetzt werden. Sowohl Fenchelfrüchte als auch Fenchelöl können besonders bei Magen-Darmbeschwerden sowie bei Entzündungen der oberen Luftwege nützlich sein.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die Anwendung von Fenchelfrüchten und Fenchelöl „bei dyspeptischen Beschwerden wie leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen sowie bei Katarrhen der oberen Luftwege.“ Außerdem empfiehlt die Kommission E die Anwendung von Fenchelhonig oder –sirup bei Kindern bei „Katarrhen der oberen Luftwege“.

Wissenswertes über Fenchel

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Berichten zufolge ist Fenchel aber auch im Pent'sa aufgeführt, einem alten chinesischen Kräuterbuch. Unklar ist, wie die Früchte des Doldenblütlers aber ins ferne China gelangt sind – ob auf dem Landwege, über die Seidenstraße oder auf dem Seeweg über den Persischen Golf.

Zu uns ins kühlere Deutschland soll der Fenchel zusammen mit Benediktinern gekommen sein. Wohl unter dem Einfluss jener Ordensleute wurde der Fenchel im Jahr 812 auf Veranlassung Kaiser Karls des Großen in die „Capitulare de villis“ (Landgüterverordnung) aufgenommen. Anscheinend wurden schon damals nicht nur die Früchte des Fenchels genutzt, sondern die ganze Pflanze. So ist etwa in Hildegard von Bingens „Physica“ Folgendes zu lesen: „Wenn man ihn roh isst, schadet er dem Menschen nicht. Und wie immer er auch gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich…Auch sein Same ist von warmer Natur und nützlich für die Gesundheit des Menschen, wenn er anderen Kräutern beigegeben wird.“

Die Geschichte des Fenchels ist außerdem geprägt von Mystik und Aberglauben. So schätzte man ihn nicht bloß als Heil- und Gewürzpflanze, verräucherter Fenchel diente auch zur Vertreibung von Dämonen und Teufeln. 

Bevorzugte Anwendungsbereiche der Fenchelfrüchte in der traditionellen Heilkunde waren Bronchialerkrankungen und Verdauungsprobleme, aber auch als Beruhigungsmittel wurden sie empfohlen.

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Wasserdampfdestillation erfunden – bereits 1574 findet sich das destillierte Fenchelöl in der Arzneitaxe der Stadt Berlin.

Seine Bedeutung hat sich die Heilpflanze, die auch Brotanis, Brotsamen, Finchel, Kinderfenchel, Fennisamen und Arzneifenchel genannt wird, seither behalten.

Botanik des Fenchels

Fenchel ist eine zwei- oder mehrjährige Pflanze, die bis zu 2,5 Meter in die Höhe wächst und zur Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae/Umbelliferae) gehört. Die kahle, blaugrüne Staude ist für den charakteristisch aromatischen Duft der Pflanze verantwortlich. Sie ist zwei- bis dreifach gefiedert mit schmalen, feinen Abschnitten. Die Blütendolden setzten sich aus zwölf bis 25 Dolden mit meist ungleich langen Strahlen zusammen. Eine Hülle oder Hüllchen fehlen. Fenchelfrüchte bilden sich nach der Blüte aus und erreichen eine Länge zwischen fünf und zehn Milimetern. Sie zerfallen meist in zwei Teilfrüchte mit je fünf deutlichen, aber ungeflügelten Rippen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Fenchels

Medizinische Wirkstoffe des Bitter- wie des Süßfenchels sind ihre reifen oder getrockneten Früchte sowie die aus ihnen gewonnen ätherischen Öle. Auch wenn es gerade bei den Ölen der beiden Fenchelarten leichte Unterschiede in der Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe gibt, wird in medizinischer Literatur und Praxis nur selten eine Unterscheidung vorgenommen. In Der Regel wird schlicht von Fenchelfrüchten (Foeniculi fructus) und -ölen (Foeniculi aetheroleum) gesprochen. 

Die Qualität aller Wirkstoffe ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Fenchelfrüchte sind besonders reich an ätherischen Ölen. Zu ihren Hauptbestandteilen gehören Anethol und Fenchon. Außerdem enthalten Fenchelfrüchte Cumarine, fettes Öl, Proteine und Flavonoide.

Fenchelöl ist eine Zusammensetzung verschiedener ätherischer Öle. Zu seinen Hauptkomponenten zählen wie bei den Fenchelfrüchten Anethol und Fenchon.

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   Präparate mit dieser Heilpflanze:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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