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Faulbaum - Rhamnus frangula

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2014
Faulbaum - Rhamnus frangula

Wissenswertes zur Heilpflanze Faulbaum

Fast überall dort wo der Gewöhnliche Faulbaum auf dem Globus wächst, wird er seit Jahrhunderten medizinisch eingesetzt. In Europa lernten die Menschen die abführende Wirkung des Baums spätestens im Mittelalter ab dem 16. Jahrhundert, einzusetzen. Davon berichten alte Schriftquellen.

Wobei hilft der Faulbaum?

Spätestens seit dem 16. Jahrhundert wird der Wirkstoff des Faulbaums, die Faulbaumrinde, medizinisch als Abführmittel eingesetzt. Heute ist der Wirkstoff offiziell für den Einsatz bei Verstopfung zugelassen. Ihre Wirkung wird als etwas milder betrachtet als jene von Sennesblättern oder Aloe

Anerkannte medizinische Anwendung des Faulbaums:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die kurzfristige (1 bis 2 Wochen) Anwendung „bei Obstipation“, Ebenso der Europäische Arbeitskreis ESCOP.
  • Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat den Faulbaum (Faulbaumrinde und Cascararinde) als traditionelles Arzneimittel zur kurzfristigen Behandlung bei gelegentlich auftretender Verstopfung als medizinisch allgemein anerkannt akzeptiert.

Wissenswertes über den Faulbaum

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Der Faulbaum wächst in der Sonne oder im Schatten. Dies macht ihn für viele Standorte zugänglich, und tatsächlich ist der Faulbaum in fast ganz Europa verbreitet. Eine nahe verwandte Art, der amerikanische Faulbaum (Rhamnus purshiana) wächst nahe des Pazifiks auf dem amerikanischen Kontinent, wo er schon von den Azteken-Indianern medizinisch verwendet wurde.

In Deutschland findet man den Faulbaum vor allem in Niederungen, an feuchten Ufern und in Auenwäldern. Er verträgt feuchte Standorte gut und wächst auf staufeuchten bis nassen, sauren und tiefgründigen Lehm-, Sand- oder Tonböden.

Der Faulbaum hat einen starken Ausbreitungsdrang und ist durch seine Eigenschaft zudem sehr frosthart zu sein, extrem wiederstandfähig. Seine Wurzeln und andere Pflanzenbestandteile werden auch nicht von Wild gefressen, da die Tiere instinktiv wissen, dass es zu starken Durchfällen kommt. Der Faulbaum schützt sich also ausgezeichnet.

Trotzdem erfüllt der Strauch oder Baum auch wichtige ökologische Zwecke. Er ist die Futterpflanze für die Raupen des Brombeerzipfelfalters, des Faulbaumbläulings und des Zitronenfalters. Seine Blüten werden gerne von Bienen, Kleinfliegen und zahlreichen Falterarten besucht, seine Früchte sind Vogelfutter.

Botanik des Faulbaums

Der Faulbaum ist ein hoher, raschwüchsiger, lockerer Strauch oder gelegentlich ein kleiner Baum mit schlanken häufig überhängenden Trieben und er gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Der Faulbaum erreicht als Strauch eine Höhe von bis zu 4 Metern und wird ca. 3 Meter breit. Als Baum wächst er bis zu 7 Metern hoch und ist dann 4 bis 5 Meter breit.

Das Aussehen der Rinde des Faulbaums verändert sich mit zunehmendem Alter. Einjährige Triebe sind graubraun bis graubraun-violett, später wird die Borke graubraun und flach-längsrissig. Seine sommergrünen, dunkelgrünen und etwas glänzenden Blätter sind wechselständig angeordnet, breit-eiförmig bis elliptisch. Faulbaumblüten sind grünweislich und dadurch etwas unscheinbar. Dafür blühen sie oft monatelang. Aus ihnen entwickeln sich die Früchte, die eine erbsengroße, rote, später violettschwarze Steinfrucht ist. Achtung! Die Früchte sind giftig und lösen drastische Durchfälle aus.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Faulbaums

Medizinisch verwendeter Pflanzenteil des Faulbaums ist die getrocknete Rinde der Stämme und Zweige. Die Faulbaumrinde wird ausschließlich in den Monaten Mai und Juni geerntet und muss anschließend für mindestens ein Jahr gelagert werden. Bei vorzeitiger Anwendung beim Menschen wirkt sie brechreizauslösend. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird Faulbaumrinde als Frangulae cortex bezeichnet. Die Anforderungen an die Qualität der Faulbaumrinde sind im Europäischen Arnzeibuch (PhEur) festgelegt.

Bei der Faulbaumrinde handelt es sich um einen Anthranoidwirkstoff. Es sind hauptsächlich Anthranoide vom Emodin-, Physcion- und Chrysophanol-Typ. Die Hauptkomponenten sind die Anthranoide Glucofrangulin A und B.

Darüber hinaus enthält die Faulbaumrinde Naphthalenderivate und Peptidalkaloide.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Faulbaumrinde – Frangulae cortex
Faulbaumrinde
   Verwendet man bei: