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Färberhülsenwurzel – Baptisiae tinctoriae radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.11.2014
Färberhülsenwurzel – Baptisiae tinctoriae radix

Seltene Heilpflanze mit immunstimulierender Wirkung

Der medizinische Wirkstoff der Färberhülse, manchmal auch wilder Indigo genannt, ist die Wurzel. Die Inhaltsstoffe der Färberhülsenwurzel sollen immunstärkende Wirkungen besitzen. Untersuchungen liegen zum Wirkstoff jedoch nur sehr wenige vor. Färberhülsenwurzeln werden stets in Kombination mit anderen Pflanzen (Echinacea und Lebensbaumspitzen) eingesetzt. In dieser Kombination soll der Wirkstoff einen positiven Einfluss auf das Blutbild und eine Verbesserung der körpereigenen Abwehrreaktion bewirken.

Eine eigene offizielle medizinische Bewertung, beispielsweise vom europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP), liegt zur Färberhülsenwurzel noch nicht vor und ist daher ein traditioneller Wirkstoff.

Auf einen Blick:

Färberhülsenwurzel

  • Wirkt: möglicherweise stärkend auf das Immunsystem
  • Kann eingesetzt werden: bei Infektanfälligkeit

Inhaltsstoffe der Färberhülsenwurzel

Die Inhaltsstoffe des Färberhülsenwurzelstocks setzten sich aus einer ganzen Reihe verschiedener Komponenten zusammen. Als wirksamkeitsbestimmend gelten nach heutigem Kenntnisstand die enthaltenen Polysaccharide, vor allem Arabinose und Galaktose als Bestandteil von Arabinogalactan-Proteinen.

In Laborversuchen konnten diesen Komponenten immunstimulierende Wirkungen nachgewiesen werden. Daher kann angenommen werden, dass die Wurzel einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und die Abwehrkraft gegenüber Krankheitskeime auf den Körper haben können.

Anwendung bei Infektanfälligkeit

Möglicherweise abwehrkraftstärkend bei geschwächtem Immunsystem

Kälte, Nässe, Jahreszeitenwechsel oder eine Grippe, die nicht richtig auskuriert wurde, können Einflussfaktoren sein, die das Immunsystem schwächen.

Aber was passiert dabei eigentlich in unserem Körper?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich zunächst das Blut genauer ansehen. Unser Blut besteht aus verschiedenen festen und flüssigen Bestandteilen (Blutkörperchen (Blutzellen) und Blutplasma). Jede dieser Bestandteile haben spezielle Aufgaben im Körper z.B. Sauerstofftransport, Blutgerinnung oder Abwehr von Krankheitserregern.

Für die Abwehr und Bekämpfung von Krankheitserregern sind die sogenannten weißen Blutkörperchen zuständig. Ihr Anteil liegt bei einem gesunden Menschen etwa zwischen 4.000 und 10.000 pro μl Blut. Ist das Immunsystem geschwächt, kann ihr Anteil stark zunehmen oder auch abnehmen.

Eine Zunahme erfolgt meistens, wenn eine Entzündungsreaktion vorliegt, z.B. bei einer Grippe oder einer Harnweginfektion. Zu wenig weiße Blutkörperchen sind oftmals bei Krebserkrankungen im Blut zu finden.

Ist der Anteil der weißen Blutkörperchen im Blut erhöht, bedeutet dies meistens, dass sich der Körper gegen unerwünschte Eindringlinge wie Viren oder Bakterien wehrt. Jetzt gilt es die weißen Blutkörperchen in ihrer Aktivität zu unterstützen.

Und genau in diesen Prozess greifen die Inhaltstoffe der Färberhülsenwurzel wahrscheinlich ein. Das konnte im Rahmen von Laboruntersuchungen gezeigt werden.

Die sogenannten „Fresszellen“ (Makrophagen) gehören zu den weißen Blutkörperchen. Diese Zellen konnten durch die Färberhülsenwurzel aktiviert werden. Aufgabe der Fresszellen ist es – wie der Name schon vermuten lässt – Krankheitserreger zu „fressen“ und damit auszuschalten. Hierzu greifen sie die unerwünschten Eindringline an, zerstören ihre Hülle und fressen sie regelrecht auf. Dadurch wird der Krankheitserreger abgetötet.

In Deutschland wird die Färberhülsenwurzel nur in Kombination mit dem Blassfarbenden Sonnenhut (Echinaceae pallida) oder dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) und mit Lebensbaumspitzen (Thuja occidentalis) eingesetzt.

In dieser Kombination ist der pflanzliche Wirkstoff nachweislich wirksam.

Färberhülsenwurzel

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Darreichungsform und Dosierung der Färberhülsenwurzel

Tee

Bei wiederkehrenden Infektionskrankheiten und geschwächtem Immunsystem kann ein Tee mit der Färberhülsenwurzel als Hausmittel eingesetzt werden.

Setzten Sie hierzu ½ Teelöffel (1 g) der Färberhülsenwurzel in einen Topf mit 1 Tasse (150 ml) Wasser an und erhitzen Sie den Tee, bis er kurz aufkocht. Gießen Sie die Wurzel anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie bis zu 3 Tassen Färberhülsenwurzeltee über einen Zeitraum von maximal 2 Wochen. Erkenntnisse bei Langzeitanwendungen liegen noch nicht vor.

Färberhülsenwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 3 g) der Färberhülsenwurzel nicht bekannt, weil die für den Menschen giftigen Chinolizidinalkaloide bei der Herstellung nur in Spuren gelöst werden.

In hohen Überdosierungen (> 30 g) kann es jedoch zu Magen-Darmstörungen mit Erbrechen, Durchfall und Krämpfen kommen.

Nicht angewendet werden darf die Färberhülsenwurzel bei Schwangerschaft und während der Stillzeit.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Färberhülsenwurzeln sind als Fertigarzneimittel als Monopräparat bisher nicht erhältlich. In Kombination mit anderen Pflanzen ist der Wirkstoff in Form von Tabletten verfügbar (Grippemittel).

Die Färberhülsenwurzel ist kein offiziell anerkannter Wirkstoff und wird in Deutschland ausschließlich in Kombination mit anderen Heilpflanzen eingesetzt. Färberhülsenwurzel soll immunstimulierend wirken und wird daher in einer fixen Kombination mit Lebensbaumspitzen und Echinacea zur Stärkung des Immunsystems z.B. bei Erkältungen oder Harnweginfektionen.

In der Volksmedizin wird die Färberhülsenwurzel bei Infektionskrankheiten wie Halsentzündungen, Scharlach und Durchfallerkrankungen eingesetzt.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Wack, M: Isolierung und Charakterisierung von Arabinogalactan-Proteinen aus Baptisia tinctoria und Baptisia australis. Disseration. Kiel 2003
 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.