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Färberhülse, wilder Indigo – Baptisia tinctoria

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2014
Färberhülse, wilder Indigo – Baptisia tinctoria

Kraut ein Färbemittel – Wurzel ein Immunverstärker

Als die Indianer in Kanada oder im Nord-Osten der heutigen USA vor mehr als 2.000 Jahren ihre Finger an dem Kraut der Färberhülse gerieben haben, verfärbten sie sich indigoblau. Diese Entdeckung führte dazu, dass die Einheimischen fortan ihre Kleidung mit Extrakten aus der Pflanze färbten. Auch deshalb wird die Färberhülse heute auch wilder Indigo genannt.

Wogegen hilft die Färberhülse?

Die Färberhüsenwurzel ist hierzulande ein „Sonderling“, die jedoch schon lange gegen Infektanfälligkeit medizinisch eingesetzt wird. Dass die Pflanze aktivierend auf das Immunsystem wirkt, zeigten Laborversuche.

Die Färberhülsenwurzel wird in Deutschland nicht als Monopräparat eingesetzt, sondern in Fertigarzneimitteln immer zusammen mit anderen Pflanzen in einer fixen Kombination. Es handelt sich dabei um Lebensbaumspitzen und Extrakte aus dem Purpursonnenhutkraut oder der Blassfarbenden Sonnenhutwurzel.

Weder die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte noch der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) haben die Färberhülse bezüglich ihrer Wirksamkeit bislang bewertet.

Sowohl wegen der möglichen Wirkung auf das Immunsystem und dem derzeitigen Einsatz in standardisierten Fertigarzneimitteln wäre eine solche Bewertung in Zukunft sehr zu begrüßen.

Wissenswertes über die Färberhülse

Die Färberhülse muss lange Zeit eine Art Doppelfunktion im Leben der Indianer erfüllt haben. Einerseits als Färbepflanze und andererseits als Arzneimittel. Welche Aufgabe die Färberhülse zuerst erfüllte, kann heute nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.

Das Kraut, speziell die Blätter, enthalten leuchtende blaue Farbstoffe. Aber auch das Holz erweist sich als Farbenlieferant, und zwar für rote Farbe. Kein Wunder also, dass die Indianer der Pflanze schon damals große Aufmerksamkeit schenkten.

Verbreitet ist die Pflanze vor allem in Südkanada und in den Nord-Östlichen Regionen der USA – eine riesige Fläche. Es ist also auch wegen des breiten Vorkommens nicht verwunderlich, dass die verschiedenen Indianerstämme die Pflanze zu medizinischen Zwecken teilweise sehr unterschiedlich einsetzten.

Tödliche Schlangenbisse waren in den Regionen Nord Amerikas nicht selten und überaus gefürchtet.

Die Indianer kannten eine ganze Reihe von Heilpflanzen, darunter auch den Purpursonnenhut und den Blassfarbenden Sonnenhut, von denen sie sich eine Wirkung gegen Schlangengifte erhofften. Die Färberhülse gehörte auch zu den Pflanzen die bei Schlangenbissen verwendet wurden. Sie fand aber auch bei Tripper und bei Bluthusten Einsatz. Äußerlich wurde die Pflanze bei Blutergüssen, Wunden und bei Prellungen verwendet.

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Botanik der Färberhülse

Die mehrjährige und aufrecht wachsende Färberhülse kann bis zu 1 Meter hoch wachsen und gehört zur der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae). Ihre sitzenden oder kurzgestielten Blätter sind dreizählig, von grau-grüner Farbe und erreichen eine Länge von etwa 3 cm. Die kleinen gelben bis beigefarbenden Blüten kommen am Stängelende zahlreich vor, und überziehen die oberen 12 bis 15 cm der gerieften Stängel, wobei jede Blüte etwa die Länge von 2 bis 3 cm hat.

Die Blütezeit der Färberhülse ist im Frühling bis zum Frühsommer. Nach ihrer Blüte entwickeln sich die kleinen, schwarzen Samen, die durch den Wind verteilt werden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Färberhülse

Der medizinisch verwendete Wirkstoff der Färberhülse ist die Wurzel, der in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Baptisiae tinctoriae radix bezeichnet wird.

Zu den Qualitätsregelungen, inklusive der Inhaltstoffe, liegen derzeit nur Hinweise aus dem Homöopatischen Arzneibuch (HAB) vor.

Die Färberhülsenwurzel enthält vor allem wichtige Polysaccharide (Arabinose und Galactose), Glykoproteine, Alkaloide (Chinolizidinalkaloide), Flavonoide und Cumarine.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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