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Eichenrinde – Quercus cortex

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 17.02.2016
Eichenrinde – Quercus cortex

Heilsame Rinde bei Hauterkrankungen

Medizinischer Wirkstoff der Stieleiche (Quercus robur) ist die Eichenrinde. Bei der Eichenrinde (Quercus cortex) handelt es sich um die im Frühjahr geerntete und getrocknete Rinde von jungen Zweigen und Trieben der Eiche.

Die Eichenrinde ist ein Wirkstoff, dessen Wirkung auf die in ihr enthaltenen Gerbstoffe zurückgeht. Diese Stoffe wirken allgemein abdichtend und schützend auf Oberflächen des Körpers. Aus diesem Grund nützt die Rinde bei äußerer Anwendung sehr gut bei entzündlichen Hauterkrankungen (Neurodermitis, Ekzem).

Wird der Wirkstoff der Eiche innerlich eingesetzt, wirkt er nachweisbar bei entzündeten Schleimhäuten z.B. im Mund- und Rachenbereich. Eiche hilft jedoch auch bei Schleimhautentzündungen im Genital- und Analbereich (Scheidenentzündung, Hämorrhoiden). Darüber hinaus ist Eichenrinde innerlich bei Durchfall wirksam.

In der Volksmedizin wird die Eichenrinde innerlich bei Blut im Stuhlgang, Gebärmutterblutung außerhalb der Regelblutung, dauerhaften Entzündung der Verdauungsorgane und bei Husten mit blutigem Auswurf eingesetzt. Äußerlich findet die Eichenrinde traditionell ebenfalls bei Gebärmutterblutungen, blutenden Hämorrhoiden, Krampfadern, Ausfluss, Ekzemen, Ausschlägen und bei Augenentzündungen Einsatz.

Auf einen Blick:

Eichenrinde

  • Wirkt: zusammenziehend, gegen Viren, leicht entzündungshemmend, verdichtend auf Oberflächen, juckreizstillend
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Hauterkrankungen
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Schleimhauterkrankungen, gegen Durchfall

Inhaltsstoffe der Eichenrinde

Bei der Eichenrinde handelt es sich um einen Wirkstoff, der besonders reich an Gerbstoffen ist. Diese Inhaltsstoffgruppe ist in der Eichenrinde zwischen 12 bis 16 Prozent enthalten, wobei es sich vor allem um Catechingerbstoffe handelt.

Die Gerbstoffe in der Eichenrinde wirken zusammenziehend, weil sie die Struktur von Eiweißen verändern können und diese dadurch unwirksam werden (denaturieren). Sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet wirkt sich dieser Effekt abdichtend auf Oberflächen wie die Haut oder Schleimhäute aus.

Neben den Gerbstoffen enthält der Wirkstoff Flavonoide. Diese Inhaltsstoffgruppe ist für die Wirkung der Eichenrinde wichtig weil sie an dem entzündungshemmenden Effekt beteiligt sind.

Wirkung bei entzündeter Haut

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Entzündungshemmend auf Hautflächen

Die Wirkung der Eichenrinde eignet sich besonders bei kleineren oberflächlichen Verletzungen und zur Wundheilung, auch bei Schnittwunden.

Die Gerbstoffe der Eichenrinde dichten die verletzten Blutgefäße und Gewebe ab und bilden einen wirksamen Schutzfilm. Dadurch werden kleine Blutungen gestillt und Wunden verheilen schneller.

Dieser Effekt wird durch die Flavonoide zusätzlich durch die antientzündliche Wirkung unterstützt. Zusammen entzieht der Wirkstoff Krankheitserregern, vor allem Viren, den Nährboden, sodass diese ihre schädlichen Wirkungen nicht entfalten können und sich die entzündete Haut regenerieren kann.

Wirkung bei entzündeten Schleimhäuten

Antientzündlich bei Schleimhautentzündungen im Mund, Rachen, Genital- und Analbereich

Die Eichenrinde ist besonders reich an Gerbstoffen. Die Gerbstoffwirkung wird im Allgemeinen als „zusammenziehend“ bezeichnet, was eine enorme Reduzierung der vielen positiven Wirkungen der Gerbstoffe darstellt.

Bei entzündeter Schleimhaut, legen sich die schützenden Gerbstoffe im ersten Schritt bei örtlicher Anwendung über diese Stelle und dichten sie zunächst ab. Dies ist der Grund warum der Wirkstoff, wenn er als Tee getrunken wird, ein Gefühl im Mund hinterlässt, als sei die Schleimhaut ausgetrocknet und rau.

Gerbstoffe wirken nachweislich gefäßabdichtend, weswegen Krankheitserreger wie Viren abgewehrt werden. Ihnen wird der Nährboden entzogen. Unterstützt werden die Gerbstoffe zusätzlich durch Flavonoide. Vor allem das Flavonoid Quercetin ist von Bedeutung, weil ihm der Schutz vor Zellschädigungen (antioxidativer Effekt) zugeschrieben wird.

Wirkung bei Durchfall

Zusammenziehend auf Schleimhäute bei Durchfall

Auch bei der Anwendung der Eichenrinde bei Durchfall sind es die Gerbstoffe, die die nützliche Wirkung hervorrufen. Wird die Eichenrinde innerlich, z.B. als Tee angewendet, reagieren die Gerbstoffe im Darm mit Eiweißen und bilden eine unlösliche Verbindung. Dieser Prozess führt dazu, dass sich die Oberfläche des Darms verdichtet (zusammenzieht).

Danach können giftige Stoffe oder Krankheitserreger nur sehr schwer durch diese Schicht dringen. Sie sterben ab. Außerdem verhindern die Gerbstoffe, dass dem Darm Flüssigkeit entzogen wird, und überzieht entzündete oder verletzte Schleimhautbereiche mit einer „Schutzschicht“. Der Darm wird zurück ins Gleichgewicht gebracht.

Eichenrinde

Anwendung und Dosierung der Eichenrinde

Eichenrindentee

Bei Durchfall, aber auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich ist ein Eichenrindentee ein wirksames Hausmittel. Übergießen Sie ½ Teelöffel (1 g) der Eichenrinde mit 1 Tasse (150 ml) Wasser.

Bringen Sie die Mischung kurz zum Aufkochen und seihen Sie die Rinde nach 5 bis 10 Minuten ab.

Dosierung

Bei Durchfall können Sie bis zu 3 Tassen Eichenrindentee täglich trinken.

Der erkaltete Tee eignet sich zudem mehrmals täglich zum Spülen und/oder Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich.

Vollbad

Bei kleinen entzündlichen Hauterkrankungen, Neurodermitis oder Entzündungen im Genital- und Analbereich ist ein Vollbad mit Eichenrinde eine gute und wirksame Wahl.

Für die Herstellung des Badezusatzes benötigen Sie 600 g Eichenrinde. Geben Sie die Rinde in einen großen Kochtopf und übergießen Sie den Wirkstoff mit 5 bis 6 Litern Wasser. Bringen Sie die Mischung kurz zum kochen und lassen Sie die Zubereitung anschließend 10 bis 15 Minuten ziehen. Hinterher wird die Rinde abgesiebt und der Sud wird in das Vollbad (Vollbad ~ 120 Liter) geschüttet.

Anwendung

Baden Sie in dem Eichenrindenvollbad bei einer Temperatur von 32 bis 37°C etwa 20 Minuten lang.

Eichenrinde

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (innerlich: 3,0 g) der Eichenrinde nicht bekannt.

Möglich ist aber, dass es aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts bei innerer Aufnahme zu Magenbeschwerden kommen kann.

Nicht äußerlich angewendet werden darf Eichenrinde bei großflächigen Hautverletzungen. Auf die Anwendung von Vollbädern sollte außerdem verzichtet werden, wenn großfläche Ekzeme und Hautschäden vorliegen, bei Infektionen mit Fieber sowie bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ab dem Stadium III (NYHA) und Bluthochdruck ab Stadium IV (WHO).

Beachten Sie ebenfalls bitte, dass Eichenrinde bei innerlicher Anwendung die Aufnahme von basischen Stoffen und Alkaloiden beeinträchtigen kann.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Eichenrinde (Quercus cortex) sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. Jedoch sind sie in Kombination mit anderen Heilpflanzen in Form von Dragees und Tropfen erhältlich (Mittel gegen Atemwegsinfekte und Menstruationsstörungen). Außerdem erhalten Sie die getrocknete Rinde in Ihrer Apotheke.

Eichenrinde besitzt nachweisbar zahlreiche regenerierende und entzündungshemmende Wirkungen auf die Haut und Schleimhaut. Äußerlich kann sie bei Entzündungen der Haut eingesetzt werden. Bei innerlichem Einsatz wirkt Eichenrinde gegen akuten Durchfall. Der innerliche Gebrauch der Eichenrinde eignet sich darüber hinaus bei entzündeten Schleimhäuten im Mund, Rachen, Genital- und Analbereich.

 

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.