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Anbau, Ernte und Verarbeitung des Efeu

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2014
Anbau, Ernte und Verarbeitung des Efeu

Efeu ist eine robuste Kletterpflanze, die kühle, schattige Standorte liebt und saure Böden bevorzugt. Aber auch im Halbschatten gedeiht der Efeu sehr gut. Lediglich an sonnigen Standorten wächst der Kletterer langsamer und seine Blätter können verdorren. Diese Grundsätze sollte bei der Vermehrung und den Anbau des Efeus berücksichtigt werden. Ansonsten kann die Pflanze relativ einfach durch natürliche Ableger oder Stecklinge vermehrt werden.

Ableger der Efeupflanze

Efeu bildet natürliche Ableger, indem er seine Kriechsprossen während des Wachstums in der Erde verwurzelt. Um ihn zu vermehren, wird ein Trieb mit der Handgabel ausgehoben, mit der Gartenschere abgetrennt und in bewurzelte Teile zerschnitten, die dann einzeln eingetopft werden.
Hierzu wird ein im Boden verwurzelter Kriechtrieb mit frischen, gesunden Seitentrieben vorsichtig mit der Handgabel aus dem Boden angehoben. Er wird mit einem geraden Schnitt, direkt oberhalb eines Knotens von der Mutterpflanze mit einer Gartenschere abgetrennt.

Danach wird der bewurzelte Spross in Stücke geschnitten. Jedes soll gut entwickelte Wurzeln und einen kräftigen Neuaustrieb haben. Die jeweils unteren Blätter werden entfernt. Man kann auch solche Stücke verwenden, die nur ein oder zwei Blätter haben, diese entwickeln sich jedoch langsamer.
Jetzt wird jeder Ableger einzeln in Blumentöpfe mit Topferde eingetopft, gegossen und mit Datum beschriftet. Die Ableger werden an einen geschützten Platz ins Freie gesetzt, bis sie kräftiger und gut angewachsen sind. Abschnitte mit gut entwickeltem Wurzelsystem können direkt ins Freie gepflanzt werden.
Die beste Jahreszeit ist zu Frühjahrsbeginn, wenn die Ableger in der sich erwärmenden Erde rasch anwachsen können. Der Boden sollte locker sein und der Ableger sollte regelmäßig gut gegossen werden.

Stecklinge der Efeupflanze

Bei der Vermehrung durch Efeu-Stecklinge nutzt man die Fähigkeit von Pflanzengewebestücken aus dem Stamm (Stängel), sich zu einer vollständigen Pflanze mit Wurzeln zu entwickeln.
Beim Efeu schlummern vorgebildete Primärwurzeln in den Sprossen (Stängel). Sie entwickeln relativ schnell und problemlos Wurzeln. Hierzu schneidet man an frischen Trieben, den Stängel zwischen den Knoten durch oder man setzt die Schere direkt unterhalb des Knotens an.

Diese Stecklinge werden nachfolgend wie bei der Vermehrung durch Ableger einzeln in Blumentöpfe mit Topferde eingesetzt, festgedrückt und gut gegossen. Vorteil der Stecklingsvermehrung gegenüber den Ablegern ist, dass diese Methode schneller und dadurch zeitsparender durchführbar ist. Dafür kann es häufiger als bei der Ablegermethode dazu kommen, dass einzelne Stecklinge ihre Wurzeln nicht oder sehr langsam ausbilden.

Krankheiten und Schädlinge

Efeu ist eine extrem robuste Pflanze und daher nahezu resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Nur in sehr seltenen Fällen kann des zum Befall mit Schmierläusen (Blattläusen) kommen.

Anbau von Efeu

Wie bei allen Arzneipflanzen unterliegt auch der Anbau von Efeu (Hedera helix=, wenn er zur Herstellung von Medikamenten dienen soll, strengen Vorschriften. Vor allem die Behandlung der Efeublätter nach der Ernte ist für ihren Inhaltsstoffgehalt und ihre Qualität von Bedeutung.

Von der Ernte bis zur Trocknung

Die frischen Efeublätter werden bevorzugt im späten Herbst geerntet, da zu dieser Jahreszeit der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten ist. Zuweilen wird auch die Ernte im Frühjahr empfohlen, da sich Blüten und giftige Früchte zu diesem Zeitpunkt noch nicht entwickelt haben. Allerdings ist die Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe hier geringer. Geerntet werden ausschließlich die Blätter der Pflanze, was in den meisten Fällen per Hand erfolgt. Nach der Ernte werden die Blätter gründlich gewaschen, wobei der Reinigungsprozess nicht länger als zehn Minuten dauern sollte, da es ansonsten zu einem Verlust der Inhaltsstoffe kommen kann.

Anschließend werden die Blätter auf einer sauberen Unterlage in einem warmen Raum bei einer Temperatur bis 35°C oder an der Luft getrocknet. Eine Trocknung mit höheren Temperaturen kann einen negativen Einfluss auf die Inhaltsstoffe haben, so dass sich insbesondere der Saponingehalt vermindert.

Darüber hinaus ist bei der Trocknung der Blätter darauf zu achten, dass die Luftfeuchtigkeit gering gehalten wird, da sich sonst Schimmel oder Bakterien auf der Blattoberfläche ansammeln können. Außerdem wirkt sich eine geringe Luftfeuchtigkeit positiv auf die Schnelligkeit der Trocknung aus.

Trotzdem kann der Trocknungsprozess eine Woche oder länger in Anspruch nehmen.

Verarbeitung von Efeu

Die Anforderungen an Qualität und Inhaltsstoffe der Efeublätter ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Für die Herstellung von Efeublätter-Extrakten wird zunächst eine Identitätsprüfung durchgeführt und der Hauptinhaltsstoff nachgewiesen. Im nächsten Schritt erfolgt die Gehaltsbestimmung von dem Inhaltsstoff Hederacosid C, der mindestens 3,0 % betragen muss. Diese Methode wird auch als quantitative HPLC-Bestimmung bezeichnet.

Die hierbei verwendeten Materialien und Hilfsmittel sind ebenfalls durch das Europäische Arzneibuch festgelegt. Es handelt sich beispielsweise um Kieselgel. Nach der Identitätsprüfung und Gehaltsbestimmung erfolgt die Herstellung des medizinischen Wirkstoffs (Inhaltsstoffe) aus den Trockenextrakten der Efeublätter. Hierbei dient Ethanol (meist 40%) als Auszugsmittel.

Efeublätter Extrakte finden beispielsweise in Hustensäften, Tabletten und Zäpfchen Einsatz. Das Mischungsverhältnis zwischen Efeublätter-Trockenextrakten zum Ethanol beträgt etwa 6-7:1.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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