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Efeu – Hedera helix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2014
Efeu – Hedera helix

Immergrüner Kletterer für gesunde Atemwege

Im kalten, dunklen Winter, wenn alle Bäume kahl und die Natur trist und leblos erscheint, fügt sich eine Pflanze nicht in dieses Bild: der Efeu (Hedera helix). Immer trägt er seine grünes Blätterkleid und verschönt dadurch die Landschaften und Wälder, verziert Gärten und Häuser in Großstädten. Aber der Efeu kann noch mehr: Er gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen, die bei Atemwegserkrankungen Anwendung finden.

Wobei hilft Efeu?

Vor allem bei Atemwegserkrankungen (Husten) besitzen die Blätter des Efeu wertvolle Eigenschaften. Sie wirken durch ihre enthaltenen Saponine und Flavonoide nachweislich bei entzündlichen Schleimhauterkrankungen der Atemwege und chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) hat die Anwendung von Efeublättern als schleimlösendes traditionelles Arzneimittel bei produktivem Husten anerkannt.
  • Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Efeublätter bei „Katarrhen der Luftwege und zur symptomatischen Behandlung chronisch-entzündlicher Bronchialerkrankungen.“
  • Die EMA, die Europäische Arzneimittelbehörde, hat Efeu und all seine Daten überprüft und hat die Blätter des Efeu als Hustenlöser bei Erkältungen als Indikation festgelegt.

Efeublätter sind in der Apotheke in Form verschiedener standardisierter Arzneimittel erhältlich: Als Tropfen, Hustensaft, Lutschpastillen uvm. Da die mittlere Tagesdosis von Efeu als Arzneidroge sehr niedrig ist, kann man aus ihm keinen Tee zubereiten. Wie die Heilpflanze wirkt und wie man aber etwa eine Efeuauflage gegen Hühneraugen zubereitet, erfahren Sie hier

Wissenswertes über den Efeu

Am liebsten windet und rankt sich der Efeu (Hedera helix) um Bäume herum. Die Kletterpflanze kann mit ihren Haftwurzeln selbst Höhen von bis zu 20 Metern erklimmen. Dabei entzieht sie dem Holz oder dem Baum jedoch keine Nährstoffe, wie es bei Schmarotzerpflanzen der Fall ist. Dennoch kann ihre Umklammerung einem Baum schaden. Dessen Stammumfang nimmt von Jahr zu Jahr zu, so dass sich die Wurzeln und der feste, verholzte Stängel des Efeus den Baum regelrecht in den Würgegriff nehmen können. Im Laufe vieler Jahre kann diese Eigenschaft sogar dazu führen, dass der Baum abstirbt.

Efeu ist eine Pflanze, die im allgemeinen sehr geschätzt wird. Deshalb findet man sie nicht nur in der freien Natur, sondern auch in der Stadt und in privaten Gärten. Insbesondere wenn Gartenbesitzer ein dichtes Blattwerk auf großen Flächen bevorzugen, die auch im Winter grün bleiben, dann ist der Efeu die Pflanze der ersten Wahl.

Zwar können in sehr strengen Wintern und bei Wassermangel selbst Efeublätter verdorren, in der Regel sind die Pflanzen aber widerstandsfähig und robust. Diese Eigenschaft geht jedoch zu Lasten der Blütenentwicklung. Dadurch, dass der Efeu ganzjährig immergrünes Laub besitzt, entwickeln sich nur sehr unscheinbare Blüten.

Besondere Vorsicht ist bei den Früchten des Efeus geboten! Ihre Inhaltsstoffe sind giftig und können durch Zerkauen und Verschlucken neben Übelkeit und Erbrechen auch starke Durchfälle auslösen.

In Deutschland ist Efeu eine Heilpflanze mit Tradition. Deshalb hat er auch viele Namen, die auf seine Eigenschaften hindeuten. Baumtod, Eppich, Immergrün, Mauerefeu, Mauerewig, Totenranke und Wintergrün sind nur einige volkstümliche Namen der Pflanze, die ursprünglich in Europa, Nord- und Zentralasien heimisch ist. Heute wird die Pflanze vor allem in Osteuropa und den USA kultiviert.

Symbol der Unvergänglichkeit

Die Kletterpflanze Efeu (Hedera helix) gilt als Symbol für Treue und Unsterblichkeit. Der Sage nach wurde das Liebespaar Tristan und Isolde nach ihrem Tod getrennt und an zwei unterschiedlichen Plätzen nahe einer Kirche begraben. Da wuchsen aus ihren Gräbern Efeustöcke, die sich in der Luft begegneten und so die Liebenden wieder vereinten.

Schon in der Antike war Efeu ein kultisches Symbol und populäres Motiv schmiedeeisernen Zierrats und von Kunstgegenständen. Wohl seiner immergrünen Blätter wegen galt die Pflanze schon früh in der Geschichte als Symbol für Unvergänglichkeit. Im alten Ägypten wurde Efeu Osiris geweiht, dem Gott des Jenseits, im römischen Reich hingegen dem Weingott Bacchus. Auch sein griechischer Konterpart Dionysos trägt auf vielen Darstellungen eine Efeuranke.

Aber auch Demeter, der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit, und dem griechischem Wald- und Hirtengott Pan ist die Pflanze geweiht. Später diente der Efeu in klösterlichen Schreibstuben, bei Steinmetzen und Eisenschmieden als Vorlage zur Verzierung von Büchern, Skulpturen und Schmuckstücken.

Auch in der Naturheilkunde war der Efeu seit jeher bedeutsam. Seit der Antike findet er in vielen medizinischen Schriften als Arzneipflanze Erwähnung. Bis ins Mittelalter hinein wurde er als Heilpflanze bei Erkrankungen der Atemwege und der Milz eingesetzt. Aber auch bei der Ruhr (Durchfall) wurde der Efeu gebraucht. Daneben finden sich zahlreiche Rezepturen zur Schmerzbehandlung wie Glieder-, Kopf- oder Zahnschmerzen.

Trotzdem war der Efeu aufgrund seiner Giftigkeit immer auch ein gefürchtetes Gewächs. Erst in der Neuzeit wurde festgestellt, dass die Früchte des Efeus giftig sind und auch die Blätter der Heilpflanze nur in sehr kleinen Mengen eingesetzt werden dürfen. Es ist, wie einst der Arzt Paracelsus treffend sagte: Allein die Dosis macht das Gift.

Der Name Efeu

Bei all den Sagen und Mythen, die sich um den Efeu ranken, ist es nicht verwunderlich, dass sich sein Gattungsname (Hedera) aus dem Griechischen ableiten lässt. Das Wort „hedra“ bedeutet „sitzen“, womit das Anhaften des Kletterers an Mauern und Bäumen gemeint ist. Der Name der Spezies „helix“ leitet sich auch aus dem Griechischen ab und meint „gewundenes“. Dies spielt natürlich auf das Kletterverhalten der Pflanze an.

Der deutsche Name Efeu kann vermutlich von den altem Wortstämmen „ebah“ oder „ifig“ abgeleitet werden, was sowie wie „Kletterer“ bedeutet. Dieser Wortstamm wurde mit dem althochdeutschen „ep-höu“ oder „ebe-höu“ verbunden.

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Botanik des Efeus

Heute existieren mehr als 700 verschiedene Aralariengewächse (Araliaceae), zu denen auch der Efeu (Hedera helix) gehört. Sie sind jedoch überwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens und Amerikas beheimatet und zumeist Holzpflanzen. Der medizinisch verwendete Efeu ist in Deutschland heimisch, findet aber mittlerweile weltweit Verbreitung.

Die immergrüne Pflanze kann bis auf Höhen von 20 Meter ranken. Sie gehört zu der Familie der Araliaceae (Araliengewächse) und ist der einzige Wurzelkletterer, der mit sogenannten Haftwurzeln emporklettert.

Seine Blätter sind dunkelgrün, oft mit hellen Adern, an Blütentrieben gewöhnlich ungelappt, am Rand manchmal wellig und an nicht blühenden Trieben drei- bis fünflappig. Sein Stängel (Stamm) ist holzig und mit vielen kurzen Haftwurzeln übersät. Die Blüte des Efeus besitzt fünf grünliche Kronblätter, die in kugeligen Dolden angeordnet sind. Sie blühen von August bis Oktober und entwickeln danach ihre ungenießbaren Früchte.

Efeu ist ursprünglich in Mitteleuropa und in Nord- und Zentralasien beheimatet. Er gedeiht auch im Schatten und kommt daher in Wäldern, Parks, an Mauern oder in Gärten vor. Der Efeu mag eine hohe Luftfeuchtigkeit und nicht zu strenge Winter. Bevorzugt kommt er auf nährstoffreichen (auch sauren) und feuchten Böden vor, vor allem wenn sie reich an Lehm oder kalkhaltig sind. Auf nährstoffarmen Heideböden ist Efeu hingegen seltener anzutreffen.  In Deutschland findet man ihn heute, die höheren Lagen des Sauerlandes ausgenommen, fast überall. 

Inzwischen ist Efeu auch ein Indikator für den Klimawandel, denn sein Bestand nimmt zu: ein Hinweis auf mildere Winter. Die Pflanze breitet sich auch am Boden aus, Schnee schützt sie vor Frostschäden. Auch die beobachtete Zunahme des Längenwachstums der Pflanze deutet auf eine Erwärmung des Klimas hin, da Fröste an den Klettertrieben starke Schäden verursachen können. 

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Efeus

Der medizinische Wirkstoff der Heilpflanze Efeu sind die Extrakte aus den Efeublättern. Medizinisch und pharmazeutisch heißen diese als Hederae helicis folium, was auf deutsch nichts anderes als Efeublätter bedeutet. Anforderungen an die Qualität der Efeublätter ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt. Dies betrifft auch die Inhaltsstoffe.

Efeublätter enthalten Triterpensaponine (Hauptkomponente Hederasaponin C), ätherische Öle, Steroide, Polyacetylene und Flavonoide.

Efeu in der Volksmedizin

Efeu ist trotz seiner fast weltweiten Verbreitung eine Heilpflanze, die vor allem in der westlichen Pflanzenheilkunde Bedeutung besitzt. In asiatischen oder anderen Medizinsystemen finden sich so gut wie keine Hinweise auf eine traditionelle Anwendung.

Traditionelle Anwendung in Deutschland

In der Volks- und Erfahrungsheilkunde werden und wurden traditionell zumeist die Blätter des Efeus verwendet – oft auch in Kombination mit anderen Heilpflanzen. Lange Zeit gebrauchte man jedoch auch seine giftigen Beeren.

Man vermischte sie mit Weihrauch, Myrrhe und Wasser und setzte sie innerlich bei Epilepsie ein. Eine interessante und gefährliche Rezeptur, die für die Patienten ausgesprochen gefährlich war, da häufig Vergiftungssymptome wie starke Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftraten. 

Heute finden Efeubeeren weder in der Volks- noch in der Erfahrungsheilkunde Einsatz. Lediglich die Blätter des Kletterers werden verwendet. Sie werden auch heute noch bei vielen Beschwerden volksmedizinisch eingesetzt. In zunehmendem Fokus der volksmedizinischen Anwendung steht mittlerweile die leicht reizende und durchblutungsfördernde Wirkung der Blätter, die auch von der Wissenschaft mit wachsendem Interesse geprüft wird. Efeublätter werden in der Volksmedizin äußerlich bei Cellulitis eingesetzt. Da die Extrakte eine Wirkung gegen Wassereinlagerungen entfalten können, könnte sich eine Anwendung mit Efeublättern tatsächlich als effektiv erweisen.

Traditionelle Anwendung in anderen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten

Nicht nur in Deutschland hat sich die medizinische Anwendung von Efeublättern etabliert. Vielmehr wird die Heilpflanze in fast allen europäischen Staaten und den USA traditionell gegen Erkältungen eingesetzt. Der Einsatz der Kletterpflanze reicht von Skandinavien über Island bis zu den Osteuropäischen Staaten und nach Südeuropa. So werden Efeublätter in Frankreich traditionell beispielsweise bei akutem Husten angewandt.

Breiter erfolgt die traditionelle Anwendung in den USA. Hier werden die Blätter bei Arthritis, Verbrennungen, Krebs, Gallenblasenerkrankungen und bei Gicht eingesetzt. Die Anwendung bei Gicht verfolgt vor allem bei schmerzhaften Entzündungen an den Füßen. Aber auch bei Lebererkrankungen, Nervenschäden, Parasiten und Rheuma, werden die Extrakte der Efeublätter traditionell innerlich eingesetzt. Äußerlich werden die Blätter ebenfalls gegen eine ganze Reihe von Beschwerden wie Sonnenbrand und Krätze verwendet. Zusätzlich werden Efeublätter-Extrakte zur Vorbeugung von Narbenbildung nach einer Verletzung traditionell gebraucht.

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Dakpa T: Tibetan Medicinal Plants. New Delhi 2007
  • Frohn B: Klostermedizin. München o.J.
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Klotz CM: Giftpflanzen – zwar giftig, aber auch heilend. Münster 1994
  • Mayer H, Pfandl A, Grigorieff A et al.: Der Efeu – ein alte Kult- und Heilpflanze. In: Pharmazeutische Zeitung 1987; 131: 2673-2676
  • Meyer-Wegener J, Liebscher K et al.: Efeu versus Ambroxol bei chronischer Bronchitis. In: Zeitschrift für Allgemeine Medizin 1992; 68: 61-66

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