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Echtes Tausendgüldenkraut – Centaurium erythraea

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 29.10.2014
Echtes Tausendgüldenkraut – Centaurium erythraea

Bitteres Kraut für einen guten Appetit

„Verliere man die Lust am Mahle, so koche man das Kraut und die Wurzeln des Magenkrauts (Tausendgüldenkraut) in Wein. Dann trinke man den Wein und der Hunger stellt sich wieder ein, “ besagt ein Sprüchlein aus dem 11. Jahrhundert, das bis heute seine Gültigkeit behalten hat. Das Tausendgüldenkraut ist ein sehr altes pflanzliches Therapeutikum zur Behandlung von Magen-Darmbeschwerden. Auch wurde das hübsche Gewächs im Mittelalter gerne äußerlich gegen Gicht eingesetzt.

Wobei hilft Tausendgüldenkraut?

Die Pflanze enthält reichlich Bitterstoffe, die sehr nützlich sind zur Überwindung von Appetitlosigkeit (Anorexie). Diese regen, sobald sie in den Mund gelangen, die Speichelproduktion an und machen hungrig. Das Kraut kann außerdem bei den lästigen Symptomen einer ungeregelten Verdauung eingreifen und Blähungen und Völlegefühl lindern.

In der Apotheke sind Tausendgüldenkraut-Extrakte als Kombinationspräparate mit anderen Heilpflanzen erhältlich, zum Beispiel Dragees oder Tropfen gegen Verdauungsstörungen. Außerdem bekommen Sie dort das getrocknete Kraut, mit dem sich wirksame Hausmittel wie Tees herstellen lassen. 

Detaillierte Informationen zur Wirkweise, außerdem Hinweise und Rezepte zur Anwendung von Tausendgüldenkraut können Sie hier nachlesen.

Offiziell anerkannte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die Anwendung von Tausendgüldenkraut „bei Appetitlosigkeit und bei dyspeptischen Beschwerden.“

Wissenswertes über das Tausendgüldenkraut

Damals wie heute ist Tausendgüldenkraut auf sonnigen Hängen, Kahlschlägen und auf Wiesen zu finden. Die Pflanze darf nicht wild gesammelt werden - Sie steht unter Naturschutz.

Wer das Tausendgüldenkraut im heimischen Kräutergarten ziehen möchte, sollte darauf achten, dass es kalkreiche, lehmige und humose Böden in sonniger Lage bevorzugt. Die sehr feinen Samen keimen oftmals schlecht. Deshalb wird das Saatgut des Krauts zumeist im Sommer in Kästen ausgesät. Die Sämlinge sollten anschließend unter Glas überwintern. Im Frühjahr kann die bitter schmeckende Pflanze dann ins Freiland verpflanzt werden.

Möglicherweise verwandten schon die Römer das Tausendgüldenkraut. Der Name wird wahrscheinlich sowohl auf die Kentauren (Zentrauren) als auch auf die Zahl „centum“ (hundert) und „aures“ Gulden zurückgeführt.

Weiter nördlich in Europa boten die sogenannten „Buckelapotheker“ die Pflanze feil. Buckelapotheker waren mehr oder weniger heilkundige Personen, die damals durch die Lande zogen und zahlreiche Heilmittelchen anboten.

Darunter befand sich auch das Tausendgüldenkraut, das als Ersatz für die schwer zu bekommende Chinarinde als Fiebermittel gehandelt wurde. Da ihm auch eine Wirkung gegen Fieber nachgesagt wird, lautet ein Synonym des Tausendgüldenkrauts bis heute Fieberkraut. Andere Namen wie Gottesgnadenkraut, Apothekerblum, Gallkraut und Verschreikräutel sind allerdings auch noch gebräuchlich.

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Botanik des Tausendgüldenkrauts

Tausendgüldenkraut ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Es hat eine kurze Wurzel und einen aufrechten, vierkantigen, 10 bis 50 cm hohen, oben gabelig verzweigten Stängel. Die grundständigen eiförmigen Blätter bilden eine Rosette. Weiter oben sind die Stängelblätter gegenständig und sitzend angeordnet. Sie haben eine länglich-eiförmige Gestalt. Der trugdoldige Blütenstand trägt rosarote, selten weiße Blüten, aus der sich nach der Blütezeit (Juni bis September), viele kleine Früchte in schmalen, walzenförmigen Kapseln entwickeln.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Tausendgüldenkrauts

Für therapeutische Zwecke werden die getrockneten, oberirdischen Teile des blühenden Tausendgüldenkrauts eingesetzt, das sind seine Stängel Blätter und Blüten.

In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird das Tausendgüldenkraut als Centaurii herba bezeichnet. Die Qualität des Wirkstoffes ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt, wozu beispielsweise ein Bitterwert von über 2000 gehört. Zum Vergleich: die Enzianwurzel und das Wermutkraut haben einen Bitterwert von mehr als 10.000 und schmecken daher viel bitterer als das Tausendgüldenkraut.

Das Tausendgüldenkraut ist besonders reich an iridoiden Bitterstoffen. Besonders die Komponente Swertiamarin (ca. 75%) ist reichlich enthalten. Daneben sind jedoch auch die Bitterstoffe Gentiopikrin und Swerosid nennenswerte Inhaltsstoffe.

Neben den Iridoiden enthält das Tausendgüldenkraut zudem Pyridinalkaloide in geringen Maße, Xanthone und Flavonoide.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.