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Eibisch – Althaea officinalis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2016
Eibisch – Althaea officinalis

Filzige Mittelmeerpflanze mit wertvollem Innenleben

Bienen lieben den Eibisch sehr. Im Sommer zwischen Juni und September, wenn der Eibisch in seiner vollen Blüte steht, zieht er durch seinen Nektarreichtum zahlreiche Insekten an. Für den Menschen ist die Pflanze im Geschmack allerdings eher schleimig und süßlich. Das hängt mit den Heileigenschaften des Eibisch zusammen: Zerreibt man seine Blätter zwischen den Fingern, spürt man seinen weichen Pflanzenschleim. Er ist reich an wertvollen Schleimstoffen, die sich wie ein schützender Film über wunde Körperstellen legen.

Wobei hilft der Eibisch?

Die Blätter und Wurzeln des Eibisch eignen sich hervorragend zur Behandlung von Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich. Mundschleimhautentzündung, StomatitisZahnfleischentzündung, Halsschmerzen - seine Anwendungsgebiete sind vielfältig. Außerdem sind beide Wirkstoffe, Blätter wie Wurzeln, bei trockenem Reizhusten effektiv. Die Wurzel nützen darüber hinaus wegen ihres hohen Schleimstoffanteils gegen leichte Entzündungen der Magenschleimhaut.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet den medizinischen Einsatz der Eibischblätter „bei entzündlichen Reizzuständen im Mund- und Rachenraum sowie bei trockenem Reizhusten.“
  • Eibischwurzel wird neben der Kommission E weiterhin von dem europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.
  • Alle Kommissionen befürworten den therapeutischen Gebrauch der Eibischwurzel „zur Behandlung von entzündlichen Reizzuständen im Mund- und Rachenraum, bei trockenem Reizhusten sowie bei leichten entzündlichen Veränderungen der Magenschleimhaut.“

Wissenswertes über den Eibisch

Eibisch zählt zu den wertvollen Schleimstoff-Heilpflanzen und war schon den alten Griechen bekannt. Der Gattungsname Althaea kommt von dem griechischen Wort althaino, was so viel wie „heilen“ bedeutet. Wann der Eibisch als Heilpflanze in unseren Breiten bekanntgeworden ist, bleibt ungewiss. Sicher ist jedoch, dass bereits im 12. Jahrhundert die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen um die Heilwirkung des Eibischs wusste.

Auch Albertus Magnus (1193 bis 1280), der große Naturwissenschaftler und Lehrer von Thomas von Aquin, verschrieb zu seiner Zeit den Eibisch (im Mittelalter heiß die Pflanze Bismalva oder Mismalva) gegen Fieber, Husten, Verschleimung der Atemwege und Katarrhen.

Die Herkunft des Eibischs ist weitgehend ungeklärt. Vermutlich stammt die Heilpflanze aus den Gegenden des Schwarzen und Kaspischen Meeres. Heute ist der Eibisch in Gesamteuropa, West- und Nordasien beheimatet, wo er mit feuchten, salzhaltigen Böden vorliebnimmt. Wir finden ihn in Deutschland in den feuchten Ebenen, am Meeresstrand, in der Nähre von Salinen, an Gräben, auf Feuchtwiesen und auf großen Anbauflächen in Süddeutschland. Für Hobbygärtner, die den Eibisch anbauen möchten, bildet die Pflanze ebenfalls keine große Herausforderung. Zu beachten ist lediglich, dass er tiefgründige, frische, steinarme Böden liebt, schwere oder staunasse Standorte sind hingegen ungeeignet.

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Botanik des Eibisch

Der ausdauernde Eibisch gehört zu der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Seine wenig verzweigten Stängel können eine Höhe von bis zu 1,8 Metern erreichen. Die gestielten, eiförmigen Blätter erscheinen durch ihre filzige Behaarung graugrün. Der Wurzelstock ist mehrköpfig, ästig verzweigt, außen graubaun, innen weiß und dringt bis 50 cm tief in den Boden ein. Eibischblüten sind weiß bis blassrosa, mit dunkleren Adern durchzogen. Sie sind fünfblättrig und sitzen in den Blattachseln. Eibisch blüht von Juni bis September. Die gelblich-braune Frucht zerfällt in Einzelfrüchte, die den graublauen nierenförmigen bis zu 2 mm großen Samen enthalten.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Eibischs

Medizinisch eingesetzte Pflanzenteile des Eibischs sind seine Laubblätter und Wurzeln. Eibischblätter werden nach der Ernte getrocknet und anschließend weiterverarbeitet. Die Eibischwurzel wird zerkleinert und getrocknet angewendet.

In der medizinischen und phamazeutischen Fachsprache werden Eibischblätter Althaeae folium genannt, Eibischwurzel Althaeae radix. Anforderungen an die Qualität der Eibischblätter und Eibischwurzeln sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt. Die Inhaltsstoffe beider Wirkstoffe ähneln sich hinsichtlich ihrer Komponenten, unterscheiden sich aber deutlich im Gehalt. Eibischblätter enthalten wie Eibischwurzeln Schleimstoffe. Ihr Gehalt mit 6 bis 10% liegt jedoch deutlich unter dem Anteil der Schleimstoffe in den Eibischwurzeln, die 10 bis 20% dieser Substanzen enthalten. Weiterhin enthalten beide Wirkstoffe Pektine und Eibischwurzeln zusätzlich Stärke.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.