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Goldrutenkraut – Solidaginis herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 17.02.2016
Goldrutenkraut – Solidaginis herba

Traditionell wirksam bei Harnwegserkrankungen

Der medizinische Wirkstoff der Goldrute ist das Kraut. Goldrutenkraut kann von zwei unterschiedlichen Stammpflanzen gewonnen werden: Echt Goldrute (Solidago virgaurea) und von der Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis). Beide Pflanzen ähneln sich in ihrer inhaltstofflichen Zusammensetzung stark und können laut offizieller medizinischer Empfehlung (Kommission E) bei identischen Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Da das Echte Goldrutenkraut jedoch wissenschaftlich besser untersucht wurde, sollte es in der Therapie das Mittel erster Wahl sein.

Goldrutenkraut wirkt auf die Harnwege und eignet sich zur Durchspülungstherapie bei Blasenentzündungentzündeten Harnwegen und zur Vorbeugung von Harnsteinen und Nierengrieß. Außerdem konnte durch umfangreiche Untersuchungen nachgewiesen werden, dass Goldrutenkraut gegen eine Reizblase nützlich ist.

Auf einen Blick:

Goldrutenkraut

  • Wirkt: durchspülend, entzündungshemmend, krampflösend, gegen Bakterien
  • Kann eingesetzt werden: zur Durchspülung entzündeter Harnwege, zur Vorbeugung von Harnsteinen und Nierengrieß, bei Reizblase

Inhaltsstoffe der Goldrute

Die Zusammensetzung des Goldrutenkrauts ist sehr komplex. Besonders wichtig für die Wirkungen des Krautes sind die enthaltenden Phenolglykoside, die an den durchspülenden, entzündungshemmenden und blasenstärkenden Wirkungen beteiligt sind. Darüber hinaus können sie das Wachstum von Harsteinen hemmen. An allen Wirkungen sind zudem Flavonoide beteiligt, die je nach Goldrutenart bis zu vier Prozent der Inhaltsstoffe des Krauts ausmachen. Für die entzündungshemmende Wirkung sind aber noch andere Stoffe mitverantwortlich, dazu gehören unter anderem Kaffeesäurederivate und Saponine.

Wirkung bei entzündeten Harnwegen

Durchspülend bei entzündeten ableitenden Harnwegen

Vor allem die Flavonoide und das Phenolglykosid Leiocarpodid sind für die durchspülende Wirkung des Goldrutenkrauts verantwortlich. Sie können den Harn sozusagen verdünnen und senken durch diesen Mechanismus gleichzeitig die Anzahl der Krankheitskeime. Zusätzlich bewirken die Flavonoide, dass die Durchlässigkeit der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) in den Harnwegen vermindert werden kann, wodurch weniger Blutplasma in die Zellzwischenräume gelangt. In der Folge werden Wassereinlagerungen (Ödeme) vermindert und die Harnausscheidung beschleunigt.

Aber wie kommt die entzündungshemmende Wirkung zustande? An diesem Effekt sind fast alle im Goldrutenkraut enthaltenen Inhaltstoffe beteiligt: Phenolglykoside, Flavonoide, Saponine und Kaffeesäurederivate. Drei wesentliche Mechanismen lassen sich hier beschreiben: 

Zum einen kommt es zur Hemmung der Leukozytenelastese, einem Enzym, das Gewebe angreifen und zerstören kann.

Zweitens bewirken die Inhaltstoffe, dass freie Sauerstoffradikale ausgeschaltet werden. Freie Radikale sind Zwischenprodukte des Sauerstoffs, die natürlicherweise durch Stoffwechselprozesse entstehen. Sie sind sehr aggressiv und reagieren schnell, sodass sie Körperzellen schädigen können. Antioxidantien, die auch im Goldrutenkaut enthalten sind, können als Radikalfänger freie Radikale neutralisieren. 

Die dritte wichtige Wirkung, die das Goldrutenkraut gegen Entzündungen agieren lässt, betrifft das Hormonsystem. Im Gehirn wird das Adeno-Cortio-tropes-Hormon (ACTH) gebildet. Es wirkt auf die Nebennierenrinde und sorgt dafür, dass körpereigenes Kortison (Glukokortikoide) entsteht und freigesetzt wird. Jeder, der schon einmal ein Kortisonpräparat eingenommen hat, weiß, dass die Substanz gegen Entzündungen und Allergien hilft. Kortison ist also in geringen Mengen nichts Schlechtes. Goldrutenkraut kurbelt die körpereigene Kortisonproduktion an. Der Schlüssel dazu ist das ACTH. Es wird durch das Goldrutenkraut vermehrt gebildet und gibt seine Befehle an die Nebennierenrinde weiter, die das entzündungshemmende Kortison produziert.

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Wirkung zur Vorbeugung von Harnsteinen und Nierengrieß

Reinigend auf Harnwege

Goldrutenkraut wirkt durch seine Flavonoide und Phenolglykoside generell durchspülend und entwässernd. Diese Wirkungen sind deshalb so bedeutsam, weil sich Steine oder Grieß in den Harnorganen schlechter festsetzten können, wenn diese gezielt durchgespült werden.

Zusätzlich wurde dem enthaltenen Phenolglykosid Leiocarpodid nachgewiesen, das zusammen mit den Flavonoiden das Wachstum von Harnsteinen hemmen kann. Leicocarpodid alleine kann darüber hinaus zusätzlich schmerzstillend wirken.

Entspannend auf die Blasenmuskulatur

Wenn selbst bei einem geringen Füllungszustand der Blase ein starker Harndrang auftritt, dann spricht man von einer Reizblase. Das Goldrutenkraut empfiehlt sich bei einer Reizblase besonders dann zur Anwendung, wenn Krämpfe bei der Blasenentleerung und häufige Entzündungen vorliegen. Anders als beispielsweise bei Kürbissamen zielt der Wirkmechanismus weniger auf eine Blasenmuskelstärkung ab sondern mehr auf die Lockerung der Blase. Auch hier treten die Flavonoide und die Phenolglykoside in Aktion. Vermutlich wegen dieser Inhaltstoffe lindert Goldrute den ständigen Harndrang, wenn sie über ungefähr einen Monat regelmäßig eingenommen werden. Außerdem lassen unangenehmes Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen nachweislich nach.

Goldrutenkraut

Anwendung und Dosierung des Goldrutenkrauts

Goldrutentee

Bei Harnwegsbeschwerden, Blasenentzündung, Reizblase oder zur Vorbeugung von Nierengrieß und Harnsteinen ist ein Goldrutentee ein gutes pflanzliches Arzneimittel. Überbrühen Sie für die Teeherstellung 1 Teelöffel (3 g) des Goldrutenkrautes mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser. Gießen Sie das Kraut nach 20 Minuten durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie täglich 2 bis 4 Tassen Goldrutentee zwischen den Mahlzeiten. Achten Sie bitte bei einer Durchspülungstherapie darauf, dass Sie täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Goldrutenkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (6 bis 12 g) nicht bekannt.

Bei chronischen Nierenerkrankungen sollte jedoch vor der Anwendung ein Arzt konsultiert werden.

Nicht angewendet werden darf das Goldrutenkraut bei Wassereinlagerungen, die aufgrund von verminderter Herz- und Nierenfunktion entstanden sind.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Goldrutenkraut sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten, Brausetabletten, Kapseln und Tropfen erhältlich (Mittel gegen Harnwegserkrankungen und zur Stärkung der Blasenfunktion). Weiterhin ist Goldrute in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Tabletten, Kautabletten, Kapseln, Granulat, Tropfen und Flüssigkeit zum Einnehmen verfügbar. Außerdem erhalten Sie das Kraut in getrockneter Form und als Trockenextrakt in Ihrer Apotheke.

Echtes und Kanadisches Goldrutenkraut wirken nachweislich durchspülend auf die Harnwege und lindern Entzündungen. In der Therapie werden die Wirkstoffe zum Durchspülen bei entzündlichen Harnwegserkrankungen, zur Vorbeugung von Harnsteinen und Nierengrieß sowie zur Behandlung der Reizblase eingesetzt.

In der Volksmedizin wird Goldrutenkraut innerlich bei Rheuma, Gicht, Diabetes, Hämorrhoiden, vergrößerter Prostata, Asthma und Lungenkrankheiten sowie bei inneren Blutungen eingesetzt. Äußerlich wird das Goldrutenkraut bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei eitrigen Wunden eingesetzt.

 

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Fintelmann V, Weiss RF: Lehrbuch der Phytotherapie. 12. Auflage, Stuttgart 2009
 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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