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Goldrute / Kanadische Goldrute – Solidago virgaurea / Solidago canadensis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.11.2014
Goldrute / Kanadische Goldrute – Solidago virgaurea / Solidago canadensis

Aktiv gegen Harnwegsprobleme

Die Signaturenlehre des Paracelsus, die vom Erscheinungsbild eines Gewächses auf ihre Wirkung schloss, wurde von der modernen Wissenschaft natürlich längst verworfen und findet nur in der alternativen Medizin noch Beachtung. Dennoch geht die heute anerkannte Wirkung der im Spätsommer leuchtend gelb erblühenden Goldrute wahrscheinlich auf diese Denkweise zurück, denn tatsächlich wird das Kraut der Goldrute der Farbe von Urin entsprechend seit dem Mittelalter gegen Erkrankungen der Harnwege medizinisch eingesetzt. Neben harntreibender Effekte hat die Forschung der Goldrute aber inzwischen auch ein positiver Einfluss auf Entzündungen nachgewiesen. 

Wobei hilft die Goldrute?

Die Goldrute gehört bei Harnwegsproblemen unter den Heilpflanzen zu den Mitteln der ersten Wahl. Das Kraut spült nachweislich ableitende Harnwege durch, kann aber auch gegen Entzündungen helfen. Außerdem dient es der Vorbeugung zur Bildung von Harnsteinen und Nierengrieß und kann die Symptome der Reizblase lindern.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Echtes und Kanadisches Goldrutenkraut „zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, bei Harnsteinen und bei Nierengrieß sowie zu vorbeugenden Behandlung bei Harnsteinen und Nierengrieß.“
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) fügte zu der Empfehlung noch hinzu „Spülung des Harntraktes, besonders bei Entzündung und Harngrieß sowie zur Unterstützung in der Behandlung von bakteriellen Infektionen des Harntraktes.“

Wissenswertes über die Goldrute

Goldrute ist nicht gleich Goldrute. Weltweit existieren etwa 100 verschiedene (Solidago-)Arten. Davon werden gerade einmal zwei Goldruten medizinisch eingesetzt, nämlich die in Europa heimische Echte Goldrute, und die Kanadische Goldrute, die in Nordamerika wächst. Beide Arten sind einander sehr ähnlich, sowohl in ihrer äußeren Gestalt als auch in ihren Inhaltsstoffen. 

Allerdings wurde die Echte Goldrute von Wissenschaftlern weitaus häufiger untersucht als die nordamerikanische Art. Aus diesem Grund raten manche Experten dazu, bei Krankheit lieber auf Arzneimittel auf Basis der heimischen Goldrute zurückzugreifen. 

Medizinisch angewendet wird das Goldrutenkraut in Europa spätestens seit dem frühen 16. Jahrhundert. Damals sagte man ihr nach, sie „wirke gewaltig den Harn treibend und den Stein brechend.“ Und damit hatte man nicht unrecht.

Darüber hinaus wurden Goldruten speziell im Mittelalter und auch heute noch in der Volksmedizin, äußerlich gegen eitrige Wunden eingesetzt. Von diesem Anwendungsgebiet leiten sich einige der Synonyme des Krautes ab: Edelwundkraut, Goldwundkraut, Machtheilkraut oder einfach nur Wundkraut sind einige ihrer oft sinnverwandten Namen. Darüber hinaus wird das Kraut der Goldrute auch Fuchsschwanz, Heidnisch, Petrusstab, Pferdekraut, Sankt-Peter-Stabkraut, Schoßkraut oder Waldkraut genannt.

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Botanik der Echten Goldrute und der Kanadischen Goldrute

Beide Goldrutenarten unterscheiden sich in ihrer äußeren Erscheinung kaum. Die Korbblütengewächse (Asteraceae) können zwischen wenigen Zentimetern und bis zu einem Meter hoch wachsen. Man findet sie in Heiden oder in lichten Kiefern- oder Laubmischwäldern, wo sie einen trockenen Grund findet. Ihr Wurzelstock erinnert an eine kurze, knotige Walze, die aus dem Erdreich schräg nach oben wächst. Der daraus sich entwickelnde rutenförmige Stängel ist von aufrechter Gestalt, unten rötlich, oben gefurcht. Alle langgestielten Grundblätter haben eine eiförmige Gestalt und sind vorne zugespitzt. Die leuchtend gelben Blüten wachsen aufrecht und kommen in einfachen oder zusammengesetzten Trauben vor. Daraus entstehen die behaarten, walzigen und vielrippigen braunen Früchte, die bis zu 4,5 Millimeter lang werden können.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Die medizinisch verwendeten Pflanzenteile der Goldrute sind die oberirdischen Teile des Echten Goldrutenkrauts oder des Kanadischen Goldrutenkrauts. Die gängigste Bezeichnung in der Medizin und Pharmazie lautet Solidaginis herba. Manchmal werden jedoch Unterschiede zwischen den Stammpflanzen hervorgehoben. Echtes Goldrutenkraut wird daher auch Solidaginis virgaureae herba genannt. Die Qualität beider Stammpflanzen zur medizinischen Verwendung ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Goldrutenkraut enthält sehr komplexe Inhaltstoffe. Zu den wichtigsten gehören Flavonoide (sortenspezifisch ein bis vier Prozent), Saponine, ätherische Öle, Kaffesäurederivate und Phenolglykoside mit den wichtigen Komponenten Leiocarposid und Virgaureosid.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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