Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Dill – Anethum graveolens

Anzeige
Geschrieben von 2012-12-26
Zuletzt aktualisiert am 2014-09-1818.09.2014
Dill – Anethum graveolens

Heilwirkungen einer Gewürzpflanze

Seit mehr als 3500 Jahren ist der Dill als Heil- und Gewürzpflanze in Verwendung. Jedenfalls wurde die Pflanze bereits im „Papyrus Ebers“ erwähnt. Dieses im 2. Jahrtausend v. Chr. entstandene Handbuch bietet einen Einblick in die anatomischen, pathologischen und therapeutischen Kenntnisse und Vorstellung im antiken Ägypten. Demnach sollte bei Schmerzen und allerlei äußeren Leiden helfen. Heute weiß man, dass Dill bei Verdauungsbeschwerden hilfreich ist und eine ähnliche Wirkung besitzt wie Anis, Fenchel oder Kümmel, allerdings etwas schwächer ausgeprägt. Daher wird Dill in der modernen Pflanzenheilkunde nur noch selten genutzt. Vielmehr werden Dill und aus ihm hergestellt Extrakte vor allem als Gewürz oder zur Produktion von Kosmetik genutzt.

Wogegen hilft Dill?

Die Früchte (Anethi fructus) und das Öl (Anethi aetheroleum) des Dills sind ein wirksames pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsproblemen. Sie eignen sich besonders dann zum therapeutischen Einsatz, wenn die Beschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl einhergehen.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortetet die Anwendung von Dillfrüchten und Dillöl „bei dyspeptischen Beschwerden“.

Wissenswertes über den Dill

Neben den antiken Ägyptern müssen auch die alten Griechen den Dill schon gekannt und verwendet haben, wie auch die Römer. Im 9. Jahrhundert dürften es dann die Benediktinermönche gewesen sein, die bei ihrem „Zug über die Alpen“ diesen Doldenblütler zusammen mit anderen Heil- und Würzpflanzen zu uns brachten. Die Bedeutung von Dill erkennend, sei es für die Küche oder für die Heilkunde, wurde auch diese Pflanze sehr bald in die karolingischen Kapitularien aufgenommen und damit der Anbau auf den königlichen Hofgütern veranlasst.

Gut 200 Jahre später befasste sich die Heilige Hildegard von Bingen in ihrer „Physica“ mit dem Dill. Hätten sich die nachfolgenden Generationen von ihrer Beurteilung beeinflussen lassen, dann wäre Dill heutzutage bestenfalls ein Unkraut. Sie schreibt u.a.: „Und auf welche Art immer er gegessen wird, macht er den Menschen traurig. Und roh taugt er nicht zum Essen, weil er größere Feuchtigkeit der Erde in sich hat als der Fenchel, und manchmal zieht er etwas Fettigkeit der Erde an sich, sodass es dem Menschen übel bekommt, ihn roh zu essen.“ Allein zur Unterdrückung der Gicht wird Dill von ihr akzeptiert.

Obwohl die späteren Ärzte Dill gerne bei verschiedensten Beschwerden verordneten, spielt er in Deutschland als Heilpflanze bis heute eine eher untergeordnete Rolle. Bei der näheren Betrachtung verdient der Dill jedoch alles andere als eine stiefmütterliche Behandlung. Sie wird den guten und nebenwirkungsfreien Eigenschaften des Dills auf die Verdauung nicht gerecht wird.

Anzeige

Botanik des Dills

Dill gehört zu der Familie der Doldenblütler (Umbelliferae). Er ist eine einjährige Pflanze, die über einen Meter hoch wächst, eine Pfahlwurzel besitzt und einen innen hohlen, außen gerillten zylinderförmigen Stängel hat. Die Blätter des Dills sind mehrfach gefiedert und haben eine kurze stängelumfassende Blattscheide. Die Blüten sind klein und von kräftigem gelb. Sie erstrahlen als Dolden, die aus 20 bis zu 50 Strahlen bestehen können und einen Durchmesser von etwa 20 cm erreichen. Nach der Blütezeit entwickeln sich aus den Doldenblüten Spaltfrüchte, die eiförmig-elliptisch sind, eine gelb-rötliche Farbe besitzen und von einem glatten, gelben Flügelrand umgeben sind. Sie zerfallen oftmals in zwei Teilfrüchte.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Die medizinischen Wirkstoffe des Dills sind seine getrockneten Früchte, die in den Monaten August und September kurz vor der Vollblüte geerntet werden und das Dillöl. Dillöl wird durch das Wasserdampfdestillationsverfahren aus den Dillfrüchten gewonnen.Fachsprachlich werden Dillfrüchte Anethi fructus genannt. Dillöl heißt Anethi aetheroleum.

Anforderungen an die Qualität der Dillfrüchte und des Dillöls sind bislang noch nicht durch Arzneibücher festgelegt. Sowohl Dillfrüchte als auch Dillöl sind ätherisch-Öl-Wirkstoffe. Dillfrüchte enthalten zwischen 2,5 – 5% ätherische Öle, darunter viel Carvon. Darüber hinaus kommen in den Dillfrüchten fettes Öl, Aeculetin, Umbelliferon und Phenolcarbonsäuren vor.

Dillöl setzt sich aus ätherisch-Öl-Komponenten zusammen. Die Wichtigste ist Carvon. Weiterhin enthält Dillöl Limonen, Phellandren und Terpinen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

News zu Dill – Anethum graveolens

Sehnsüchtig erwarten wir die frostfreien Monate, um mit der Bepflanzung von Balkon und Garten beginnen zu können. Doch erste Schritte können bereits im März getan werden, da sich ein heller Standort in der Wohnung bestens für...