Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Borretschöl – Oleum boraginis semen

Anzeige
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 13.01.2016
Borretschöl – Oleum boraginis semen

Heilungsförderndes Öl bei Hauterkrankungen

Medizinischer Wirkstoff des Borretsch ist das fette Öl aus den Samen der Pflanze. Studien konnten zeigen, dass Borretschöl (oder: Borretschsamenöl) gegen entzündliche Hauterkrankungen, besonders aber bei Neurodermitis wirksam sein kann. Das Öl wirkt entzündungshemmend und fördert die Immunabwehr. Dabei kann es sowohl mit der täglichen Ernährung innerlich eingenommen oder äußerlich, z.B. in Form von Cremes oder Salben zur Heilungsförderung und Juckreizlinderung eigesetzt werden.

Auf einen Blick:

Borretschöl

  • Wirkt: entzündungshemmend, juckreizlindernd, stärkend auf das Immunsystem
  • Kann eingesetzt werden: bei entzündlichen Hauterkrankungen (Neurodermitis)

Inhaltsstoffe von Borretschöl

Borretschöl verfügt über zwei Inhaltsstoffe mit medizinischer Wirkung. Dazu gehören die mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren Linolsäure und die Gamma-Linolensäure. Beides sind Fettsäuren, also in Öl enthalten, und Vorstufen einer weiteren Fettsäure, der Arachindonsäure. aus der wiederum entzündungshemmende körpereigene Substanzen gebildet werden können. Beide Fettsäuren fördern und beschleunigen den Reifungsprozess sowie die Spezialisierung von Blutzellen (T-Lymphozyten), die für die Immunabwehr bedeutsam sind. Außerdem vermindern sie die Bildung von entzündungsauslösenden Antikörpern.

Zusätzlich soll die Gamma-Linolensäure einen enzymatischen Defekt (delta-6 Desaturase) bei Neurodermitis ausgeleichen können, der maßgeblich an Entzündungsreaktionen während der Krankheit beteiligt sein soll.

Wirkung bei entzündlichen Hauterkrankungen

Antientzündlich bei Neurodermitis

Bei der Anwendung von Borretschöl kommt es zu einer deutlichen Linderung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt.

Ob eine Person an Neurodermitis erkrankt, hängt maßgeblich von dem Vorkommen von Antikörpern (IgE-Werte) im Blut ab. Beim Ausbruch der Krankheit kommt es zu einer verminderten Talgproduktion, einer gestörten Schweißbildung – auch die Hornhaut ist verändert. Kurzum: die Haut kann ihre Schutzfunktion nicht richtig erfüllen und sie reagiert überempfindlich und entzündet sich rasch. Als besonders schlimm wird der quälende Juckreiz empfunden. Borretschöl besteht vor allem aus den wichtigen und wirksamkeitsbestimmenden Omega-6-Fettsäuren Linolsäure (ca. 39%) und Gamma-Linolensäure (17 bis 25%) – und das ist entscheidend für die Wirkung des Borretschöls bei Neurodermitis.

Bei entzündlichen Prozessen im Körper, wie dies bei Neurodermitis der Fall ist, verhindern die Fettsäuren, dass die Bausteine (Enzyme), die eine Hautentzündung auslösen, richtig zusammen gesetzt werden. Stattdessen entstehen entzündungshemmende Substanzen im Körper (z.B. Prostaglandin E1). Dadurch wird das Immunsystem auf Trab gebracht und wehrt sich effektiv gegen die entzündlichen Prozesse im Körper. Entzündungen der Haut und Juckreiz lassen nach.

Außerdem kann bei Neurodermitikern ein weiterer Enzymdefekt vorliegen, der sogenannte Desaturase-Defekt (delta-6 Desaturase). Es ist ein Schlüsselenzym für den Fettstoffwechsel und dient zur Verlängerung von lebensnotwendigen (essentiellen) Fettsäuren. Fehlt dieses Enzym kann es zu Entzündungen im Körper kommen, die sich in Form von Neurodermitis äußern. Die Gamma-Linolensäure soll diesen Enzymdefekt ausgleichen können. Sie gehört zu den essentiellen Fettsäuren, kann also nicht vom Körper gebildet werden, und vermindert aber wie oben beschrieben nachweislich Entzündungsreaktionen.

Wer Borretschöl zu therapeutischen Zwecken verwenden möchte, muss Geduld haben: Seine Wirkung tritt meist erst nach 4 bis 12 Wochen ein.

Borretschöl

Anzeige

Anwendung und Dosierung von Borretschöl

Dosierung

Borretschöl kann mit der täglichen Ernährung aufgenommen werden, z.B. als Salatöl. Um einen therapeutischen Effekt zu erreichen, reicht es bei Erwachsenen bereits aus, täglich 0,5 bis 3,0 g des Öls einzunehmen (entspricht 100 bis 750 mg Gamma-Linolensäure), bei Kindern sind es 2,0 g (entspricht 500 mg Gamma-Linolensäure).

Bei äußerer Anwendung empfiehlt es sich, auf Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff zurückgreifen. Sie garantieren einen gleichbleibenden Gehalt der wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe.

Borretschöl

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Borretschöls nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Borretschöl ist als Fertigarzneimittel bislang nicht erhältlich. Der Wirkstoff wird in Nahrungsergänzungsmitteln und in Kosmetika zur Hautpflege verwendet.

Borretschöl ist ein hilfreiches pflanzliches Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung und Unterstützung bei entzündlichen Haut, besonders Neurodermitis. Die enthaltenen Fettsäuren wirken nachweisbar entzündungshemmend und können zudem das Immunsystem anregen.

In der Volksmedizin wird Borretschsamenöl entsprechend der beschriebenen Anwendungsbereiche eingesetzt.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Schweig T: Dermatologie – Zielgruppe Neurodermitiker. 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

Anzeige