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Borretsch – Borago officinalis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 05.09.2014
Borretsch – Borago officinalis

Wertvolles Öl  nicht nur bei Hautproblemen

„Wie denn, ihr kennt meine Freundin Borretsch nicht?“, so fragt Rousseau in seinem siebten botanischen Lehrbrief. Diese insgesamt zehn in die Botanik einführenden Lehrbriefe verfasste er von 1771 bis 1774 auf Wunsch von Madeleine-Catherine Delessert, der Tochter einer befreundeten Familie in Lyon. Und heute? Kennt man Borretsch noch oder vielleicht wieder?

Wobei hilft Borretsch?

Früher setzten die Pflanzenheilkundigen vor allem das Kraut des Borretsch ein, mittlerweile wird davon aber abgeraten, da Borretsch große Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden enthält. Das sind pflanzliche Giftstoffe, die im Verdacht stehen, Krebs auslösen zu können. Das Borretschöl allerdings, das aus den Samen gewonnen wird, wirkt nachweislich gegen entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Borretschöl kann vor allem bei starkem Juckreiz Linderung verschaffen. Es kann innerlich eingenommen werden, zum Beispiel als Salatöl, oder auf die Haut aufgetragen werden. 

Wissenswertes über den Borretsch

Es ist nicht geklärt, ob der Borretsch ursprünglich aus dem Orient stammt oder ob er im westlichen Mittelmeerraum zu Hause ist. Vermutlich wurde er von den Mauren aus Arabien nach Spanien gebracht und von dort kam er in die Kräutergärten Mitteleuropas. Kultiviert, aber auch häufig in Wildwuchs, findet man ihn heute vor allem in den Ländern rund um das Mittelmeer. Für die damaligen arabischen Ärzte, zum Beispiel Avicenna, war das Rauhblattgewächs wahrscheinlich eine wichtige Heilpflanze. Sie wurde verwendet, um Kranke zum Schwitzen zu bringen, so jedenfalls die Ausdeutung des Namens. Die wissenschaftliche Bezeichnung „Borago“, aus der dann Borretsch wurde, wird vom arabischen „abu araq“ bzw. „bu araq“ für „Vater des Schweißes“ abgleitet.

Borretsch stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, er braucht aber viel Wasser. Ist der Borretsch erst einmal im Garten angesiedelt, sät er sich immer wieder selbst aus. Die Blätter und Blüten, die von Juni bis Oktober frisch geerntet werden, sind ein schmackhaftes Gewürzkraut. In kleinen Mengen sind sie zum Kochen gefahrlos einzusetzen. Werden zu Arzneizwecken hingegen größere Mengen der Blüten oder des Krauts eingenommen, kann das problematisch sein. Borretschblüten und -kraut enthalten Alkaloide, die in dem Ruf stehen, in großen Mengen die Leber zu schädigen. Aus diesem Grund wird von offiziellen medizinischen Kommissionen vom Gebrauch abgeraten. Das Öl aus den Samen der Pflanze zeigt hingegen viele positive Eigenschaften.

Borretsch ist eine Pflanze, die mit ihren tiefblauen Blüten sehr anziehend auf Bienen wirkt und eignet sich daher gut für ein bienenfreundliches Kräuterbeet im Garten, er kann aber auch auf dem Balkon angepflanzt werden. 

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Botanik des Borretsch

Borretsch ist ein einjähriges, steifborstig behaartes Kraut aus der Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae) mit schwacher, reichlich verzweigter Wurzel. Sein Stängel wächst aufrecht, ist ästig verzweigt und wird zwischen 20 und 60 cm hoch. Die meist sitzenden ovalen, spitz zulaufenden Blätter sind runzelig und ober- und unterseitig behaart. Borretsch entwickelt fast immer blaue, seltener auch weiße Blüten, die in lockeren Wickeln stehen. Nach ihrer Blüte von Mai bis September entwickeln sich aus ihnen die Früchte mit je vier braunen Klausen, in denen sich die Samen befinden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Medizinisch und für die Diät interessant sind die reifen, getrockneten Samen des Borretsch. Aus ihnen wird ein wertvolles Öl gewonnen, das Borretschsamenöl. Es heißt in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Oleum boraginis semen. Borretschsamenöl gehört zu den jüngeren pflanzlichen Arzneimitteln und fällt auch in den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel, weswegen die Qualitätsanforderungen bislang in keinem Arzneibuch geregelt wurden.

Borretschsamenöl enthält reichlich Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Beide Fettsäuren sind essentiell, was bedeutet, dass der Körper sie nicht selber bilden kann und sie mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Borretschöl – Oleum boraginis semen
Borretschöl