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Birkenrinde – Betulae cortex

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Geschrieben von 2011-02-07
Zuletzt aktualisiert am 2017-03-1515.03.2017
Birkenrinde – Betulae cortex

Unterschätzter Wirkstoff für die Hautgesundheit

Offiziell anerkannter medizinischer Wirkstoff der Birke ist das Birkenblatt. Die Birkenrinde ist erst in jüngster Zeit von zunehmendem Interesse für die Wissenschaft geworden. Breite Informationen zu diesem Wirkstoff liegen bislang noch nicht vor. Nicht zu verwechseln ist die Birkenrinde mit dem Birkenteer (Betulae pix), der zwar aus der Birkenrinde und den Zweigen der Birke gewonnen (destilliert) werden kann, aber möglicherweise krebserregend wirkt.

Birkenrinde hingegen kann positive Wirkungen auf trockene und geschädigte Haut entfalten. Ein besonderes Augenmerk hat sie wegen ihres möglichen Effekts gegen die sogenannte Aktinische Keratose verdient. Bei dieser Hauterkrankung handelt es sich um eine durch Licht ausgelöste Hautveränderung, bei der Hornzellen (Keratinozyten) vermehrt gebildet werden und aus der sich in den Folgejahren in 10 bis 20 Prozent der Fälle ein Hautkrebs entwickelt.

Außerdem soll Birkenrinde bei Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis Linderung verschaffen können. Eine neue Studie zum Birkenkork, das ist die weiße Schicht der Birkenrinde, konnte positive Effekte auf die Wundheilung nachweisen.

Auf einen Blick:

Birkenrinde

  • Wirkt: entzündungshemmend, wundheilend, zellwachstumshemmend, fördernd auf die Spezialisierung von Hautzellen
  • Kann eingesetzt werden: bei geschädigter Haut durch Sonnenlicht (Aktinische Keratose), Neurodermitis, Schuppenflechte

Inhaltsstoffe der Birkenrinde

Der Wirkmechanismus der Birkenrinde wurde gerade erst entschlüsselt. Sie weist eine hohe Konzentration an Triterpenen (ca. 87%) auf. Die wichtigsten Komponenten sind das Betulin, dessen Anteil etwa 80% ausmacht und die Betulinsäure (3%).

Betulin kann die Regeneration der Oberhaut fördern, indem es verstärkt Kalzium-Ionen bereitstellt. Der Naturstoff ist in der Lage, die Anzahl der zur Wundheilung benötigten Entzündungsstoffe zu erhöhen und aktiviert weitere Proteine, die den Heilungsprozess beschleunigen. Außerdem soll Betulin juckreizstillende Eigenschaften besitzen sowie gegen Krankheitskeime (z.B. Bakterien) wirken.

Die Betulinsäure hingegen steht im Focus der Krebsforschung. Bislang konnte im Rahmen von Laborversuchen nachgewiesen werden, das Betulinsäure aktiv gegen Hautkrebszellen agiert. Ob Betulinsäure diese Wirkung auch bei Hautkrebs beim Menschen erfüllt, wird derzeit untersucht.

Wirkung bei Hauterkrankungen

Regenerierend auf die Oberhaut

Das Prinzip gleiches mit gleichem zu behandeln und dadurch zu neutralisieren scheint im übertragenen Sinne auf die Birkenrinde zuzutreffen. Verantwortlich für die schützende und heilungsfördernde Wirkung der Birkenrinde wird in erster Linie das Triperpen Betulin gemacht.

In der freien Natur soll das Betulin die Birke vor Umwelteinflüssen wie starke Temperaturschwankungen oder Sonneneinstrahlung schützen. Wird Birkenrinde in Kontakt mit der Oberhaut gebracht, so wird in diese, über eine Hautkanal (Kationenkanal TRPC6), das Mineral Kalzium bereitgestellt. Dieser Mechanismus kann die Neubildung von Zellen der Oberhaut fördern und gleichzeitig eine Barriere gegenüber hautschädigenden Substanzen (auch intensive Sonnenstrahlung) unterstützen.

Der Wirkstoff schützt daher einerseits vor Feuchtigkeitsverlust, weswegen die Anwendung bei trockener Haut, Neurodermitis und Schuppenflechte plausibel erscheint und fördert andererseits die Zellerneuerung. Für Menschen die an geschädigter Haut durch Sonnenlicht (Aktinische Keratose) leiden, dürfte die fördernde Wirkung auf die Zellerneuerung Linderung verschaffen. In wie weit die diskutierte Betulinsäure einer Entstehung von Hautkrebs vorbeugen kann, wird derzeit untersucht.

Birkenrinde

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Anwendung und Dosierung der Birkenrinde

Zur Eigenanwendung von Birkenrinde liegen relativ spärliche Informationen vor. Da Personen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder der Aktinische Keratose meist eine lange Krankheitsgeschichte haben und keine gesicherten Angaben zu den Erfolgschancen mit einer Birkenrinden-Therapie in Eigenanwendung vorliegen, möchten wir Sie bitten auf Fertigarzneimittel zurückzugreifen.

Birkenrinde ist auch für Birkenpollenallergiker geeignet.

 
Birkenrinde

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen der Birkenrinde nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Birkenrinde sind als Fertigarzneimittel in Form von Creme erhältlich.

Die Birkenrinde ist in jüngster Zeit in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen geprüft worden. Sie wirkt nachweislich heilungsfördernd auf geschädigte Haut, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Besonders gute Erfolge sind mit dem Wirkstoff bei geschädigter Haut durch Sonnenlicht (Aktinische Keratose), Neurodermitis oder Schuppenflechte zu erwarten.

Auch in der Volksmedizin wird die Birkenrinde bei Hauterkrankungen eingesetzt.

Quellen:
  • Laszczyk M, Scheffler A, Simon-Haarhaus B, et al.: Pharmakologische Charakterisierung eines Triterpen-Trockenextraktes aus Birkenkork (Betulae cortex). Poster – Kongressband Phytopharmaka Phytotherapie 2006; S24
  • Merfort, Imgard et al.: PLOS ONE, doi: 10.1371/journal.pone.0086147,2014

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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