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Birkenblätter - Betulae folium

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2016
Birkenblätter - Betulae folium

Traditionelle Pflanzenarznei aus den Blättern der Birke

Die medizinischen Wirkstoffe der Birke sind ihre getrockneten Laubblätter. Auch die vom Kork befreite Birkenrinde wird zu Arzneizwecken eigensetzt. Die medizinische Wirkung der Birkenblätter lässt sich knapp zusammenfassen: sie wirken durchspülend auf die Harnwege und leicht entwässernd. Birkenblätter sind daher zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Krankheiten der ableitenden Harnwege sowie bei Nierengieß (Vorstufe von Nierensteinen) offiziell anerkannt. Ein Birkenblättertee ist ein gutes Hausmittel bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten, bei Reizblase und zum Vorbeugen von Harnsteinen. Außerdem werden Birkenblätter in der unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Erkrankungen gebraucht.

In der Volksmedizin werden Birkenblätter innerlich gegen Gicht eingesetzt. Äußerlich finden Birkenblätter gegen Haarausfall und Schuppenbildung Einsatz.

Auf einen Blick:

Birkenblätter

  • Wirken: entwässernd
  • Können eingesetzt werden: zur Durchspülung entzündeter Harnwegserkrankungen, zur Unterstützung bei rheumatischen Erkrankungen, bei Nierengrieß

Inhaltsstoffe der Birkenblätter

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Birkenblätter gehören Flavonoide, wobei insbesondere die Komponente Quercetin von herausragender Bedeutung ist. In Kombination mit Kaffeesäure und Dicaffeoylchinasäure können die Flavonoide kleinste Eiweißstoffe (Enzyme) hemmen, was dazu führt das ein anderes Enzym (ACE), in seiner Bildung gehemmt wird. ACE stellt eine Voraussetzung dafür dar, das der Körper Wasser aufnehmen (resorbieren) kann. 

Wirkung bei entzündeten Harnwegen

Durchspülend und entwässernd auf die Harnwege

Die entwässernde Wirkung der Birkenblätter wird im Allgemeinen als eher schwach beschrieben. Dafür greifen sie aktiv in das Hormonsystem ein.

Vor allem die Flavonoide übernehmen hierbei die Hauptrolle. Die Wasseraufnahme in den Körper sowie die Wasserausscheidung ist an verschiedenste Mechanismen gekoppelt, z.B. an kleinste Eiweißbausteine – auch Enzyme oder Biokatalysatoren genannt.

Birkenblätter hemmen gleich drei verschiedene Enzyme, die allesamt für den Wasserhaushalt notwendig sind.

Ein wichtiges Enzym kennen oftmals Personen, die an Wassereinlagerungen in Folge einer Herzschwäche leiden. Es heißt „ACE“ (Angiotensin Converting Enzym). Es bewirkt über mehrere Schritte, dass sich kleinste Gefäße zusammenziehen und dadurch der Blutdruck ansteigt. Außerdem steigert es nach vorangegangener Hormonausschüttung die Wasserresorption in den Körper.

Birkenblätter hemmen jedoch dieses Enzym, weswegen im Umkehrschluss die Wasserausscheidung gefördert wird und es außerdem wahrscheinlich zu einem leichten Blutdruckabfall kommt.

Entscheidend bei diesem Vorgang ist jedoch, dass Birkenblätter durch die Hemmung der Enzyme und Hormone sowie die vermehrte Wasserausscheidung die Harnwege von Krankheitserregern und evtl. Entzündungen entlasten kann.

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Wirkung bei rheumatischen Beschwerden

Unterstützend in der Rheumatherapie

Zunächst leuchtet es vielleicht nicht ganz ein, warum Birkenblätter für die unterstützende Therapie bei rheumatischen Beschwerden offiziell empfohlen werden. Auf den zweiten Blick aber wird der im Volksmund als „blutreinigende Wirkung“ bezeichnete Effekt ersichtlich: Während Flavonoide ganz allgemein entzündungswidrige Eigenschaften zeigen, sind rheumatische Beschwerden hingegen häufig durch erhöhte Entzündungswerte im Blut gekennzeichnet. Dadurch, dass das Blut durch die Birkenblätter schneller als gewöhnlich „gefiltert“ wird, kann ein Teil der entzündungsauslösenden Substanzen bei Rheuma ausgeschwemmt werden. Eine kurzzeitige Linderung der Beschwerden klingt daher plausibel.

Birkenblätter

Anwendung und Dosierung der Birkenblätter

Birkenblättertee

Bei entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen der Harnwege, Nierengrieß aber auch in der unterstützenden Therapie bei rheumatischen Beschwerden ist ein Birkenblättertee ein mild entwässerndes pflanzliches Arzneimittel.

Überbrühen Sie 2 Teelöffel (2 g) Birkenblätter mit einer Tasse heißem Wasser und lassen Sie den Birkenblättertee maximal 15 Minuten zugedeckt ziehen (wird sonst bitter). Danach werden die Blätter abgesiebt.

Dosierung

Trinken Sie täglich drei bis vier Tassen Birkenblättertee (maximal 1 Liter) kurmäßig über ein bis zwei Wochen. Achten Sie bitte zudem auf eine zusätzliche Flüssigkeitszuführ von etwa 2 Liter Wasser, verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte oder ungesüßten Früchte- bzw. Kräutertees, um den durchspülenden Effekt zu untermauern.

Birkenblätter

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 6 bis 10 g) der Birkenblätter nicht bekannt.

Birkenpollenallergiker sollten allerdings als Vorsichtsmaßnahme auf die Einnahme von Birkenblättertee verzichten. Hier ist beispielsweise das Goldrutenkraut besser geeignet.

Auch bei Harnwegsinfektionen oder Prostataentzündungen mit Fieber und bei Wassereinlagerungen infolge von Herz- oder Nierenschwäche (Insuffizienz) dürfen Birkenblätter nicht angewendet werden.

Wegen fehlender Unbedenklichkeitsstudien muss zudem von dem Gebrauch von Birkenblätterpräparaten während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern im Alter unter 12 Jahren abgeraten werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Birkenblättern sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten erhältlich. Weiterhin finden Birkenblätter in zahlreichen Fertigarzneitees Einsatz. Die Birkenblätter erhalten Sie getrocknet in der Apotheke.

Birkenblätter besitzen entwässernde Eigenschaften. Sie spülen entzündete und mit Bakterien belastete Harnwege durch, und wirken zudem unterstützend bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden.

 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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