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Birke – Betula pendula/ Betula pubescens

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2016
Birke – Betula pendula/ Betula pubescens

Überlebenskünstler – Heilmittel – Allergieauslöser

Die zwei Stammpflanzen der Birkengewächse, Hänge- und Moorbirke, wurden früher unter dem wissenschaftlichen Namen Betula alba zusammengefasst. Heute unterscheidet man deutlicher die Betula pendula (Hängebirke) und Betula pubescens (Moorbirke). Die beiden Arten lassen sich nur durch geringfügige Unterschiede auseinanderhalten. Wohl aus diesem Grund werden die verwendeten Pflanzenteile in der Medizin und Pharmazie als ein Wirkstoff zusammengefasst.

Wobei hilft die Birke?

In der Naturheilkunde wird die sanft entwässernde Wirkung der Birkenblätter schon lange in der Durchspülungstherapie entzündeter Harnwege geschätzt. Dieser Effekt ist heute ebenso wie ihre unterstützende Wirkung bei rheumatischen Beschwerden offiziell anerkannt.

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass die Birkenrinde nachweislich regenerierende und schützende Eigenschaften auf die Haut entfaltet. Untersuchungen zeigten, dass Birkenrinden-Extrakte besonders zum Einsatz bei Neurodermitis, Schuppenflechte und bei geschädigter Haut durch Sonnenlicht (Aktinische Keratose) hilfreich sind.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Birkenblättern „zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und Nierengrieß sowie adjuvant bei rheumatischen Beschwerden.“
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) schließt sich der Empfehlung „Anwendung bei entzündlichen Harnwegeinfekten und Nierengrieß“ an, befürwortet aber nicht die Anwendung bei rheumatischen Beschwerden.
  • Die Birkenrinde wurde noch nicht offiziell bewertet.

Wissenswertes über die Birke

Die Birke sticht durch ihre silbrig-weiße Rinde graziös von allen anderen Bäumen ab. Ihr schlanker Stamm unterstreicht das ästhetische Aussehen dieses alten Kultbaums.

Das frühe, leuchtende Grün der lichten Birkenkronen verkündet im Frühjahr das Ende der vegetationsarmen Zeit. Dies ist mit Sicherheit der Grund für die tiefwurzelnde Bedeutung im Volksglauben und auch in der Heilkunde der slawischen und germanischen Völker. Man sprach der Birke viele Eigenschaften zu, die vom Aberglauben der mittelalterlichen Welt gerne aufgegriffen und ausgeweitet wurden. So ritten die Hexen in der Walpurgisnacht auf Birkenbesen dem Blocksberg zu, daher auch die volkstümlichen Namen Hexenbesen und Besenbaum.

Die Birkenrute galt als Lebensrute, die jeder Kranke zur Gesundung in seinem Zimmer haben musste. Ganz allgemein waren die Menschen der Ansicht, die Birke ziehe Krankheiten an, sie könnten gewissermaßen ihre Leiden auf diesen Baum übertragen.

Heute wird die Birke leider eher mit einer der häufigsten Allergien in Zusammenhang gebracht: die Birkenpollenallergie. Ein kleiner Trost – die Birkenrinde darf bei geschädigter Haut auch von Allergikern angewendet werden. Ihre Extrakte sind garantiert von Birkenpollen befreit.

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Botanik der Birke

Die Birke ist ein großer Baum mit schlankem, meist durchgehendem Stamm und lockerer, hochgewölbter Krone – die Hauptäste malerisch ausgebreitet, die Seitenbezweigung oft lang herunterhängend und rasch wachsend. Der Baum erreicht eine Höhe von durchschnittlich 18 bis 25 Metern sowie eine Breite von bis zu 12 Metern. Seine Rinde ist an jungen Trieben grau bis schwarzbraun, dicht besetzt mit warzigen Harzdrüsen, später weiß abrollend. Die Borke an der Basis der Stämme ist schwarz, tief gefurcht und längsrissig. Birkenblätter sind von sommergrüner, hellgrüner Farbe und wechselständig angeordnet. Ihre Form ist dreieckig bis rautenförmig. Sie treiben im Frühjahr aus und färben sich im Herbst goldgelb. Im März und April blüht die Birke. Dabei handelt es sich um grüngelbe Kätzchen, die bis zu 5 cm lang werden können.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Birke

Während in der Volksmedizin fast alle Bestandteile der Birke medizinisch eingesetzt werden, sind jedoch lediglich von zwei Pflanzenteilen der Birke die medizinischen Wirkungen vertretbar. Dazu gehören die offiziell anerkannten Birkenblätter (getrocknete Laubblätter) und die gut untersuchte Birkenrinde (getrocknete Borke). Medizinischer oder pharmazeutischer Fachausdruck für die Birkenblätter lautet Betulae folium. Birkenrinde heißt Betulae cortex.

Die Birkenrinde darf nicht mit dem Birkenteer (Betulae pix) verwechselt werden. Der wahrscheinlich gesundheitsschädliche Birkenteer wird ausschließlich volksmedizinisch eingesetzt und durch Destillation aus der Birkenrinde gewonnen. Die Birkenrinde hat keine unerwünschten Wirkungen auf die Gesundheit. Anforderungen an die Qualität der Birkenblätter sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgehalten. Die Birkenrinde unterliegt bisher diesen Kriterien nicht (Stand: Jan. 2012).

Birkenblätter sind besonders reich an Flavonoiden (mindestens 1,5%), die als Hyperosid berechnet werden. Daneben enthalten sie Kaffeesäure, Diacaffeoylchinasäure, Triterpene, Gerbstoffe und ätherische Öle.

In der Birkenrinde sind die Triterpenverbindungen von besonderer Bedeutung. Ihre Hauptkomponente stellt das Betulin dar, dessen Anteil ca. 80% beträgt. Daneben enthält die Birkenrinde weitere Triterpene wie Betulinsäure, Lupeol, Erythrodiol und Oleoanolsäure.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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