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Besenginsterkraut – Cytisi scoparii herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2014
Besenginsterkraut – Cytisi scoparii herba

Bittere Medizin für einen ruhigen Herzschlag

Der therapeutisch wirksame Bestandteil des Besenginsters ist sein Kraut, das aus Stängeln, Blättern und Blüten besteht. Besenginsterkraut gehört zu den wenigen pflanzlichen Wirkstoffen, die nachweisbar bei Herzrhythmusstörungen erfolgreich eingesetzt werden können. Voraussetzung für die Therapie ist jedoch, dass die Beschwerden nur leicht ausgeprägt sind. Dabei ist die Anwendung der leuchtend-gelben Pflanze besonders im Zusammenhang mit einem niedrigen Blutdruck erfolgsversprechend.

Auf einen Blick

Besenginsterkraut

  • Wirkt: gegen einen leicht ungleichmäßigen Herzschlag, erhöhend auf den Venendruck, vermindert auf das zusammenziehen das Herzens (negativ inotrop)
  • Kann eingesetzt werden: bei Herz- und Kreislaufbeschwerden mit gestörter Funktion, bei leichten Herzrhythmusstörungen psychvegitativer Ursache, bei niedrigem Blutdruck

Inhaltsstoffe des Besenginsterkrauts

Der wichtigste Inhaltsstoff im Besenginsterkraut ist das Alkaloid Spartein. Spartein bewirkt eine Verlangsamung des Rhythmus der Herztätigkeit wodurch der Herzmuskel länger Zeit hat sich zusammenzuziehen und kräftiger sowie gleichmäßiger schlagen kann. Gleichzeitig führt die Wirkung des Sparteins zu einer Verengung der Blutgefäße des Herzens. Dadurch kann es zu einem leichten Blutdruckanstieg kommen.

Anwendung Herz- und Kreislaufbeschwerden

Ausgleichend auf den Rhythmus des Herzens

Besenginsterkraut zeichnet sich durch ihre Wirkung auf das Reizleitungssystem des Herzens aus. Dabei bewirkt der wichtigste Inhaltsstoff der Heilpflanze, das Alkaloid Spartein, eine leichte Verlangsamung der Herztätigkeit, sodass sich der Herzmuskel zwischen den Anspannungs- und Entspannungsphasen etwas länger erholen kann. Gleichzeitig kommt es zu einer Zunahme der Blutmenge in den oberen Abschnitten des Herzens (Vorhöfe), was zu einer Blutdrucksteigerung führen kann. Da Spartein zusätzlich die Blutgefäße des Herzens verengt wird die Blutdrucksteigerung gleich 2-fach unterstützt.

Die anregende Wirkung auf Herz und Kreislauf des Arzneimittels ist daher nur scheinbar.

Nichts desto trotz bewirkt Besenginsterkraut im Ergebnis eindrucksvoll einen gleichmäßigeren Herzschlag. Da der Wirkstoff blutdrucksteigernd wirkt, ist er vor allem für Personen mit leichten Herzrhythmusstörungen in Kombination mit einem niedrigen Blutdruck eine Therapieoption aus dem Pflanzenreich.

Der Auszug aus dem Besenginsterkraut ist neben den Weißdornblättern und -blüten übrigens der einzige in Deutschland anerkannte Wirkstoff zur Behandlung von leichten Herzrhythmusstörungen. Während Weißdornblätter und -blüten jedoch nur zur unterstützenden Therapie bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden sollen, kann Besenginsterkraut bei leichten Beschwerden auch als alleinige Therapie ausreichend sein.

Andere Arzneipflanzen wie z.B. das Wolfstrappkraut sind zwar ebenfalls zur Anwendung bei Herzrhythmusstörungen geeignet, aber nur wenn die Beschwerden von einer Schilddrüsenüberfunktion herrühren. Ähnlich verhält es sich bei Auszügen aus Baldrianwurzeln und Melissenblättern: hier steht der beruhigende Effekt im Vordergrund.

Besenginsterkraut

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Darreichungsform und Dosierung des Besenginsterkrauts

Tee

Das Besenginsterkraut kann bei Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruck als Teeaufguss zubereitet werden. Überbrühen Sie hierzu 1 Teelöffel (1-2 g) des Besenginsterkrauts mit 1 Tasse kochendem (150 ml) Wasser an. Lassen Sie den Tee etwa 10 Minuten ziehen bevor Sie das Kraut absieben.

Dosierung

Trinken Sie den Besenginsterkraut-Tee 3-mal täglich.

Anmerkungen

Die Anwendung des Besenginsterkrauts als Tee ist in Fachkreisen umstritten, weil eine einheitliche Dosierung bei einem Teeaufguss kaum möglich ist aber zu Therapiezwecken notwendig sein kann. Greifen Sie daher im Zweifelsfall besser zu einem standardisierten Fertigarzneimittel. In hohen Dosen kann Besenginster giftig wirken. Eine Überdosierung ist erst ab 30 Tassen Besenginsterkraut-Tee zu erwarten. Todesfälle durch den Wirkstoff wurden noch nicht berichtet.

Besenginsterkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis etwa 6 g) des Besenginsterkrauts nicht bekannt.

Sollten Sie an Bluthochdruck leiden, MAO-Hemmer (Antidepressiva) einnehmen oder schwanger sein, dürfen Sie kein Besenginsterkraut einnehmen. Gleiches gilt beim AV-Block. Werden mehr als 300 mg Spartein (entsprechend 30 g Besenginsterkraut) eingenommen, kann es zu Überdosierungen und Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Kribbeln in Armen und Beinen, Schweißausbrüchen, Schläfrigkeit, Pupillenerweiterung und Augenmuskellähmung kommen. Tödliche Vergiftungen durch Besenginsterkaut konnten bislang nicht belegt werden, wohl aber durch den isolierten Wirkstoff Spartein.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Besenginsterkraut sind als Fertigarzneimittel bislang nicht erhältlich. Verfügbar ist ein homöopathisches Arzneimittel mit dem Wirkstoff als „Ur-Tinktur“. Eine Wirkung im Sinne der klassischen rationalen Phytotherapie ist bei dieser Art der Zubereitung des Besenginsterkrauts eher zu erwarten als in anderen homöopathischen Zubereitungsformen. Diese Art der Zubereitung ist den Zubereitungen der rationale Phytotherapie sehr nahe.

Besenginsterkraut kann bei leichten Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruckt angewendet werden. Der Wirkstoff verlangsamt den Herzschlag, erhöht aber parallel den Blutdruck. Dadurch kommt es zu einem ausgeglichenen Herzrhythmus.

In der Volksmedizin wird das Besenginsterkraut bei Ödemen, nervösen Herzbeschwerden, starker Menstruation und als Wehenmittel eingesetzt.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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