Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Beinwellkraut – Symphyti herba

Anzeige
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2014
Beinwellkraut – Symphyti herba

Gut bei Sport- und Gelenkverletzungen

Die medizinischen Wirkstoffe des Beinwells sind sein Kraut und die Beinwellwurzel. Darüber hinaus können auch die Blätter des Beinwells medizinisch eingesetzt werden, was jedoch in der Praxis kaum üblich ist. Extrakte des Beinwellkraut werden aus den frischen oder getrockneten Stängeln, Blättern und Blüten des Beinwells gewonnen.

Der Wirkstoff darf ausschließlich äußerlich angewendet werden und eignet sich besonders gut zur Behandlung von Sportverletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Seine heilungsfördernden Inhaltsstoffe machen den Extrakt dabei zu etwas ganz besonderem. Sie können die innerliche Wunden reinigen, gegenüber Krankheitskeimen unzugänglich manchen, fördern die Neubildung von zerstörtem Gewebe und wirken nachweislich abschwellend.

Auf einen Blick:

Beinwellkraut

  • Wirkt: entzündungshemmend, keimhemmend, durchblutungsfördernd, fördernd auf die Zellneubildung, wundreinigend, abschwellend
  • Kann eingesetzt werden: bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, (Sportverletzungen)

Inhaltsstoffe des Beinwellkrauts

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Beinwells wurden in zahlreichen Studien untersucht. Die wohl wichtigste Komponente im Beinwellkraut ist das Allantoin. Es ist ein Stoffwechselprodukt aus dem Eiweißstoffwechsel. Allantoin wirkt von innen heraus wundreinigend. Es wird angenommen, dass der Inhaltsstoff einen Einfluss auf den Zelldruck (osmotischer Druck) ausüben kann, sodass es beispielsweise Bakterien aus dem beschädigten Gewebe ausspülen kann.

Allantoin regt darüber hinaus die Neubildung von geschädigten Gewebezellen (z.B. Muskeln oder Knochen) an. An dieser Wirkung sind jedoch auch Schleimstoffe beteiligt, sodass anzunehmen ist, dass sich beide Komponenten untereinander begünstigen.

Nicht außer Acht zu lassen sind zudem das enthalte Cholin und die Gerbstoffe. Während das Cholin durchblutungsfördernd wirkt und damit den Abtransport von zerstörtem Gewebe fördernd, hemmen die Gerbstoffe Krankheitserreger indem sie einen Film bilden, auf dem die Keime keine Nahrung erhalten, sich nicht vermehren können und absterben.

Anwendung bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen

Beschleunigend auf die Heilung nach Verletzungen des Bewegungsapparates

Beinwellkraut verfügt eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen, die heilungsfördernd auf innerlich verletzte Glieder und Gelenke wirken können. Allen voran das im Pflanzenreich eher selten verkommene Allantoin. Es ist ein Produkt aus dem Eiweißstoffwechsel (Purinstoffwechsel) und kann wahrscheinlich den Zellinnendruck beeinflussen. Warum ist diese Wirkung so bedeutsam? Bei Verletzungen wie Blutergüssen oder Prellungen können sich Krankheitskeime wie Bakterien an der verwundeten Stelle ansiedeln. Allantoin bewirkt, dass die Sekrete, die sich an der verwundeten Stelle gebildet haben schneller abfließen können, als ohne Beinwellkraut. Allantoin leistet somit in erster Linie einen Beitrag zur Wundreinigung.

Der Wirkstoff ist jedoch zudem reich an Schleimstoffen. Sie bewirken zusammen mit dem Allantoin, dass die Neubildung zerstörter Zellen (Förderung der Granulation) von Geweben wie Muskeln oder Knochen gefördert wird. Dadurch wird die Heilung des Bewegungsapparates aktiv unterstützt und beschleunigt.

Andererseits bewirkt Beinwellkraut auch, dass sich die Gewebeflüssigkeit bei (kleinen) inneren Wunden wie Blutergüssen (Hämatomen) nicht auf umliegende Gewebe ausbreiten kann. Dadurch können Schwellungen abklingen und Wassereinlagerungen (Ödeme) gehen zurück oder entstehen erst gar nicht. Verantwortlich für diese Wirkung ist das sogenannte Cholin – oder besser gesagt, seine durchblutungsfördernde Wirkung. Cholin versorgt die beschädigten Gewebe mit Blut in dem sich Abwehrzellen befinden. Die zerstörten Gewebebestandteile können so schneller abgebaut werden.

Hingegen wirken die Gerbstoffe des Beinwellkrauts zusammenziehend auf der geschädigten Oberfläche und dadurch keimhemmend. Bakterien und andere Keime können diese Schicht nur sehr schwer überwinden oder sich auf ihr vermehren. In Folge sterben sie ab.

Beinwellkraut

Anzeige

Darreichungsform und Dosierung des Beinwellkrauts

Umschlag

Bei leichten Sportverletzungen wie Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen kann ein Beinwell-Umschlag gute Erste Hilfe leisten. Die Zubereitung für den Umschlag wird wie bei einem Teeaufguss hergestellt.

Überbrühen Sie 2 gehäufte Teelöffel des Beinwellkrauts mit 200 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Auszug 10 Minuten zugedeckt ziehen. Anschließend wird das Kraut abgesiebt und abgekühlt.

Anwendung

Befeuchten Sie ein Baumwoll- oder Leinentuch mit dem kühlen (oder eisgekühlten) Beinwellkraut und legen Sie dieses auf die geprellte, gezerrte oder verstauchte Körperstelle. Fixieren Sie das feuchte Tuch mit einem größeren, trockenen Handtuch. Die Einwirkzeit des Umschlages sollte je nach Schmerzempfinden 15 Minuten bis 1 Stunde betragen.

Tipp! Der Beinwellkraut-Umschlag kann auch aus Beinwellwurzel hergestellt werden.

Beinwellkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Beinwellkrauts nicht bekannt.

Beinwellkraut darf nicht innerlich aufgenommen werden (getrunken werden)! Der Wirkstoff enthält Pyrrolizidinalkaloide, die giftig wirken können. Aus diesem Grund sollte auch die Anwendung selbsthergestellter Beinwell Zubereitungen nicht länger als 6 Wochen pro Jahr betragen. Ein Übergang von der Haut zur Leber ist denkbar. Wegen der Pyrrolizidinalkaloide wird zudem von dem Gebrauch von Beinwellpräparaten während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern im Alter unter 2 Jahren abgeraten!

Anzumerken ist, dass manche Arzneimittelhersteller die Beinwellkraut-Extrakte von den Pyrrolizidinalkaloiden befreien konnten. Diese Präparate sind daher als unbedenklich einzustufen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Beinwellkraut sind als Fertigarzneimittel in Form von Creme erhältlich. Außerdem erhalten Sie das Kraut in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Beinwellkraut wirkt bei äußerer Anwendung heilungsfördernd, entzündungshemmend und wundreinigend. Es eignet sich sehr gut bei Verletzungen des Bewegungsapparates wie Blutergüsse, Prellungen oder Zerrungen.

In der Volksmedizin entsprechend der anerkannten Anwendungsgebiete eingesetzt.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

News zu Beinwell – Symphytum officinalis

Wer denkt, dass Heilpflanzen noch natürlich im Wald geerntet werden, der täuscht. Der stetig wachsende Bedarf an Naturheilmitteln ruft Forscher auf den Plan, die die Züchtung von Heilpflanzen vorantreiben wollen. Ziel ist die Kultivier...