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Herkunft des Baldrians

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.02.2016
Herkunft des Baldrians

Baldrian-Gewächse sind heute weltweit verbreitet. Ob in Waldregionen Europas und Amerikas oder in den gemäßigten bis subtropischen Gebieten Asiens – überall hat sich der anpassungsfähige Baldrian eingebürgert. Trotzdem handelt es sich nicht immer um die gleiche Stammpflanze. Vielmehr haben sich verschiedene Spezies entwickelt.

Die Baldrian Spezies die in Deutschland medizinisch verwendet wird, heißt Valeriana officinalis. Valeriana ist hierbei der übergeordnete Gattungsname, officinalis ist die Spezies. Der indische Baldrian hingegen, heißt Valeriana wallichii (wallichii = Spezies). Darüber hinaus haben sich zahlreiche andere Spezies entwickelt, die über ähnliche Eigenschaften verfügen. Sie unterschieden sich jedoch je nach geographischer Lage in ihrem Aussehen (Morphologie) und können in ihren Gehalt an ätherischen Ölen variieren.

Heimat und Standort des Baldrian

Baldrian ist ursprünglich in Europa, Russland und in gemäßigten Zonen Asiens beheimatet. Die Pflanze liebt sonnige bis halbschattige, teilweise auch sumpfige Standorte und ist daher oft an Waldrändern, feuchten Wiesen oder Gräben zu finden. Am besten gedeiht die Pflanze auf frischen, leichten, tiefgründigen und siebfähigen Böden.

Verbreitungswege des Baldrian

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Über die Ausbreitung und Verbreitungswege des Baldrians ist nur wenig bekannt. Fossile Samen der Pflanze wurden jedoch in Deutschland und europaweit gefunden, weswegen die Pflanze auf unseren Breiten als heimisch gilt.

Da die Vermehrung der Pflanze entweder durch direkte Aussaat der Samen oder durch Stockteilung erfolgt, ist anzunehmen, dass die Ausbreitung der Pflanze primär über Vögel erfolgte. Dies würde erklären, warum der Baldrian ursprünglich bis nach Asien verbreitet war.

Bei der Nahrungsaufnahme der Vögel aus dem Boden, pickten sie neben Würmern auch das Saatgut der Baldrianpflanze auf. Während ihrer oft langen Flugstrecken, die vor allem Zugvögel zurücklegen, wurde das Saatgut auf dem natürlichen Wege ausgeschieden, so dass sich der Pflanze neue Lebensräume erschlossen. Üblicherweise entwickelt der Baldrian erst im 2. Jahr nach seiner Aussaat Blüten, aus denen sich zum Ende der Vegetationsperiode Samen bilden. Diese Samen wurden nachfolgend über den Wind verbreitet, so dass die Pflanze in einen Zeitraum über viele Jahre mit anderen Arten konkurrieren konnte, und sich schließlich in ihrer neuen Umgebung etablierte. Dieser Anpassungsprozess ist und war fortlaufend, weswegen heute mehr als 150 verschiedene Baldrian-Arten identifiziert werden konnten.

Zwar besitzt Baldrian eine hohe Anpassungsfähigkeit an Standort, Boden und Klima. Sehr warme und trockene Standorte wie etwa in Wüsten verträgt er jedoch nicht. Dieser Umstand erklärt, warum einige Arten des Baldrians sogar in subtropischen Gebieten Indiens wachsen, jedoch nicht in den Wüstenregionen Afrikas vorkommen.