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Artischocke – Cynara scolymus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.04.2017
Artischocke – Cynara scolymus

Gesunde Leber – gesunde Verdauung

Die Heimat dieser Gemüsepflanze mit den dichten und stacheligen wird in Äthiopien vermutet. Aber die Artischocke ist nicht nur nahrhaft - sie besitzt auch ein großartiges medizinisches Potenzial. Allerdings ist die distelartige Artischockenpflanze (Cynara scolymus) durchaus empfindlich, vor allem gegenüber Kälte und Feuchtigkeit.

Heilwirkung der Artischocke

Die Anwendungsmöglichkeiten der Artischocke als Heilpflanze sind vielfältig. Aufgrund ihrer nachweislichen anregenden Effekte auf den Gallefluss, leberschützenden und –entgiftenden Wirkungen sowie der Hemmung der körpereigenen Cholesterinherstellung helfen die Extrakte aus den Blättern der Artischocke nachweislich beim Reizmagen-Syndrom. Dieses kann sich beispielsweise durch Blähungen oder Bauchschmerzen sowie einer erhöhten Säureproduktion im Magen äußern. Wegen der erwiesenen Wirkung auf die Blutfettwerte können Extrakte aus Artischockenblättern außerdem den Cholesterinspiegel senken und leisten damit einen Beitrag zur Vorbeugung von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose).

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Extrakte aus Artischockenblättern „bei dyspeptischen Beschwerden, vor allem wenn sie auf Störungen des Leber-Galle-Systems zurückzuführen sind“.
  • Weil die Extrakte erwiesenermaßen die Blutfettwerte senken und sie zudem antioxidative Wirkungen besitzen, befürwortet der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) die Anwendung zusätzlich bei „Hyperlipidämie“.

Wissenswertes über die Artischocke

Die Artischocke mag es warm, deswegen wächst sie vorwiegend im Mittelmeergebiet, auf den Kanaren und in Südamerika. Heute ist sie als Gemüse und pflanzliches Arzneimittel gleichermaßen beliebt und wird vielerorts kultiviert – auch in Deutschland.

Die ersten Aufzeichnungen zur Artischocke reichen zurück bis ins erste Jahrhundert nach Christus, geben aber kaum Aufschluss über eine medizinische Verwendung. Gesichert ist aber, dass sie bei den Römern wie den alten Griechen ein beliebtes Gemüse war. 

Erst der berühmte persische Arzt Abu Ibn Sina, besser bekannt als Avicenna, (gestorben 1037) verschafft der Heilwirkung der bis daher eher unbedeutenden Pflanze eine gewisse Popularität. Er empfiehlt die Artischocke als Therapeutikum zur Harnreinigung (Entwässerung), bei Achselgeruch, Schwellungen, Wunden und Geschwüren. Erst im 16. Jahrhundert wird die Artischocke dann auch in hiesigen Schriften erwähnt. Fortan wird die Pflanze unter anderem zur Steigerung der Liebeslust und zur Entwässerung verwendet. Trotzdem spielt die Pflanze bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein kaum eine Rolle in der deutschen Heilpflanzenkunde. Erst zur Mitte der Siebzigerjahre beginnt man, sich für die distelartige Pflanze näher zu interessieren. Heute ist die Artischocke, die manchmal auch Artichoke geschrieben wird, aus der Liste wichtiger pflanzlicher Arzneimittel nicht mehr wegzudenken.

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Botanik der Artischocke

Die mächtige, bis zu zwei Meter hoch wachsende distelartige Artischocke gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae/Compositae). Ihr Wurzelstock hingegen ist im Vergleich zur Wuchshöhe sehr kurz. Die großen lanzettlichen einfach oder zweifach gefiederten blassgrünen Blätter der Artischocke können unbedornt häufiger aber bedornt vorkommen. Sie bilden eine grundständige Rosette. Unterseits sind diese Blätter filzig behaart. Der Stängel ist aufrecht und unbehaart. Auf der Spitze der Stängel wachsen die kugeligen, stacheligen Blüten. Sie können einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern erreichen und setzen sich durch viele hell-violette Röhrenblüten zusammen, die dem fleischigen Blütenboden entspringen. Die Röhrenblüten sind wiederum von fleischigen Hüllblättern umgeben.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Artischocke

Die medizinischen Wirkstoffe der Artischocke sind ihre frischen oder getrockneten Grundblätter. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache werden sie als Cynarae folium (Artischockenblätter) bezeichnet. Die Qualität der Wirkstoffe ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt.  Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Artischocke zählt die Gruppe der Kaffeesäurederivate, wobei die Komponente Chorogensäure mindestens 0,8 % betragen muss. Weitere wichtige und wirksamkeitsbestimmende Inhaltstoffe sind Flavonoide, Bitterstoffe und Sesquiterpenlactone. Wie diese wirken und angewendet werden, das erfahren Sie auf der nächsten Seite. 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.