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Ernte und Herstellung der Aloe

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.06.2015
Ernte und Herstellung der Aloe

Aloe vera – eine Pflanze mit Strahlkraft und, so scheint es, der Kosmetik- und Naturheilindustrie liebstes Kind. Wie viele Produkte mit Aloe-Extrakten der Markt bereit hält, kann wohl kaum beantwortet werden. Bevor ein solches Produkt auf den Markt gelangen kann, durchläuft es aber zunächst einer ganzen Reihe von Verarbeitungsprozessen unter besonderer Aufsicht und Qualitätskontrolle, gerade wenn es zu einem Arzneimittel weiterverarbeitet wird.

Ernte der Aloe

Nach dem Anbau der Pflanze dauert es etwa drei Jahre bis die ersten Blätter der Aloe geerntet werden können. Entnommen werden die äußeren Blätter der Pflanze, nie jene am Boden oder gar von der Pflanzenwurzel, da dieser Eingriff negative Auswirkungen auf das Wachstum haben könnte. 

Geerntet werden kann zirka alle drei Monate. Hierbei werden je nach Größe und Stärke der Pflanze bis zu vier Blätter geerntet. Damit sich die Pflanze regenerieren kann, sollten stets mindestens zehn Blätter behalten.

Nach der Ernte müssen die Frischblätter schnell weiterverarbeitet werden, weil der Wirkstoff durch Oxidation rasch verloren geht.

Zur Gewinnung des Aloe-Extrakts werden die Blätter direkt am Blattgrund schräg abgeschnitten und der austretende gelblich orange Saft aufgefangen.

Um Aloe-vera-Gel zu erhalten, verwendet man hingegen das Wasserspeichergewebe in den Blättern – es wird durch das Heraustrennen zwischen Blattmitte und -rand regelrecht filetiert.

Anschließend werden die Extrakte kühl aufbewahrt.

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Herstellung der Aloe

Bei beiden medizinisch verwendeten Aloe-Arten, der Echten Aloe (Aloe vera) und Kap-Aloe (Aloe ferox), stellt der eingedickte Saft der Blätter den Wirkstoff dar. Zur Herstellung von Arzneimitteln wird nach der Ernte eine Identitätsprüfung vorgenommen, um Verfälschungen auszuschließen. Bevor die Extrakte weiterverarbeitet werden dürfen, erfolgt außerdem eine Gehaltsprüfung der Inhaltsstoffe.

Die Identitätsprüfung geschieht über eine Fluoreszenzprobe mit der Chemikalie Borax. Fluoreszenz bedeutet so viel wie „spontane Abgabe von Licht“. Beim Herausfiltern (extrahieren) einer Aloeprobe mit heißem Wasser und der Beigabe einer Natriumlösung zeigt sich das Filtrat durch eine gelb-grüne Lichtabgabe, die sich unter UV Strahlung bei 365 nm verstärkt.

Alternativ kann diese Prüfung mit Bromwasser durchgeführt werden, bei der sich eine gelbe Flüssigkeit bildet.

Die gängigste Vorgehensweise zur Identitäts- und Gehaltsprüfung ist heute allerdings die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie-Methode (HPLC). Sie dient zur Messung von Molekülen. Der Gehalt an Anthranoiden (Hydroxyanthracenderivate berechnet als Aloin) muss nach den Vorgaben des Europäischen Arzneibuches (PhEur) zwischen 19 und 21 % betragen.

Der Extrakt aus der Aloe wird als wässriger, wässrig-ethanolischer und methanolischer Auszug zu Fertigarzneimitteln wie Granulat weiterverarbeitet.

Quellen:
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgard 2009
  • Hänsel R, Sticher O (Hrsg.): Pharmakognosie – Phytophamazie. 8. Auflage, Heidelberg 2007
  • Odes HS, Madar Z. A double-blind trial of a celandin, aloevera an psyllium laxative preparation in adult patients with constipation. In: Digestion, 1991, 49: 65-71
  • Sena S: Ayurveda – Materia Medica. Berlin 2007

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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