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Teufelskrallenwurzel - Harpagophyti radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2016
Teufelskrallenwurzel - Harpagophyti radix

Wirksame Hilfe für die Verdauung und den Bewegungsapparat

Der medizinische Wirkstoff der Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist der Extrakt aus der Wurzel (Harpagphyti radix). Hilfreich ist die Teufelskrallenwurzel nachweislich für die Verdauung und für den Bewegungsapparat. Einerseits kann die Afrikanische Teufelskralle bei Appetitlosigkeit und bei Verdauungsbeschwerden wirken. Der Extrakt aus der sehr bitter schmeckenden Wurzel regt den Speichelfluss an und fördert die Produktion der Verdauungssäfte. Dadurch wird das Hungergefühl angeregt und Speisen können leichter verdaut werden. Darüber hinaus kann sich die Teufelskrallenwurzel positiv auf Knochen und Gelenke auswirken. Sowohl bei Gelenkverschleiß als auch bei entzündlichem Rheuma kann der Wirkstoff gegen Entzündungen helfen und bei Schmerzen Linderung verschaffen.

Auf einen Blick:

Teufelskrallenwurzel

  • Wirkt: appetitanregend, anregend auf die Verdauungssäfte, entzündungshemmend, leicht schmerzstillend
  • Können eingesetzt werden bei: Appetitlosigkeit, Magen-Darm- und Verdauungsbeschwerden, zur Unterstützung bei der Behandlung von Verschleißerkrankungen (Gelenkverschleiß) und entzündeten Gelenken

Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel

Für die Wirksamkeit der Teufelskrallenwurzel ist ein Bitterstoff ausschlaggebend: das Hapagosid. Es gehört zu der Bitterstoffgruppe der Iridoide und ist dafür verantwortlich, dass die Teufelskrallenwurzel zu den bittersten Heilpflanzen weltweit zählt. Zwar wird vermutet, dass weitere Inhaltsstoffe neben dem Hepagosid der Teufelskrallenwurzel die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung bei Rheuma und Gelenkverschleiß (Arthrose) unterstützen. Eindeutige Belege hierfür liegen jedoch noch nicht vor.

Wirkung bei Anwendung bei Rheuma und Arthrose

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Hilfe für entzündete und schmerzende Gelenke

Teufelskrallenwurzeln können noch mehr. Sie haben einen beweisbaren Effekt bei Erkrankungen des Bewegungsapparates die mit Abnutzungserscheinungen verbunden sein können, wie Rheuma oder Gelenkverschleiß (Arthrose).

Es wurde nachgewiesen, dass die Teufelskrallenwurzeln einerseits entzündungshemmend wirken und andererseits ein schmerzstillendes Ergebnis entfalten können. Diese Wirkungen werden dem Bitterstoff Harpagosid zugeschrieben, der bewirken kann, dass bestimmte Gewebshormone (Prostaglandine) in ihrer Produktion gehemmt werden. Diese Gewebshormone können Entzündungen, wie etwa beim Rheuma, auslösen. Außerdem kann das Harpagosid knorpelzerstörende Enzyme (Kollagenase Aktivität) in ihrer Wirkung einschränken. Diese Wirkung ist insbesondere beim Gelenkverschleiß (Arthrose) von Bedeutung. Das Zusammenspiel beider Wirkungen (Eindämmung entzündungsverursachender Gewebshormone und knorpelzerstörende Enzyme), kann die lindernde Wirkung bei Rheuma, Gelenkbeschwerden und auch bei Rückenschmerzen erklären. Der schmerzstillende Effekt ist dabei wahrscheinlich auf die entzündungshemmende Wirkung zurückzuführen.

Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates bieten sich vor allem Fertigpräparate an, die in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. Fertigpräparate eigenen sich deshalb, weil diese über den Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen werden und dort direkt wirken können. Daher wird eine innerliche Anwendung der Teufelskrallenwurzel als Kaltauszug oder Tee nicht als Mittel erster Wahl empfohlen.

Wirkung bei Verdauungsbeschwerden

Gesunder Appetit – gesunde Verdauung

Die Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel haben eine nachgewiesene Wirkung gegen Appetitlosigkeit und bei Magen-Darmbeschwerden (dyspeptische Beschwerden).

Der aktive Inhaltsstoff in der Wurzel ist das Hapagosid. Hapagosid gehört zu den bittersten Inhaltsstoffen überhaupt. Bei der Einnahme z.B. als Tee löst es einen starken Reflex auf die Speicheldrüsen im Mund aus. In Folge kann es zu einem erhöhten Speichfluss kommen, was wiederum zu einem erhöhten Hungergefühl führen kann. Gleichermaßen regt es die Produktion von Magensäften (Magensaftsekretion) an, und damit die Verdauung. Wegen dieser Wirkung können Speisen im Darm leichter verwertet und aufgenommen (resorbiert) werden. Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit können daher nachlassen.

Teufelskrallenwurzel

Anwendung und Dosierung

Sowohl bei Appetitlosigkeit als auch bei Verdauungsproblemen (dyspeptische Beschwerden) eignen sich Kaltauszüge (Mazerate) oder Tees, da die Bitterstoffe der Teufelskrallenwurzel ihre Wirkung im Mund und im Magen entfalten. Dadurch werden die gewünschten Effekte (Anregung und Produktion von Magensäften) erzielt. Kapseln hingegen sind nicht sinnvoll, weil sich die Bitterstoffwirkung im Mund und im Magen nicht entfalten kann. Sie würden größtenteils im Dünndarm aufgenommen werden, was ihre Wirksamkeit stark einschränken kann.

Kaltauszug (Mazerat)

Die Teufelskrallenwurzel kann innerlich als Mazerat angewendet werden, um den Appetit und die Verdauungssäfte im Magen (bei Verdauungsproblemen) anzuregen. Übergießen Sie hierzu 1 g (1/4 Teelöffel) der getrockneten und geschnittenen Wurzel mit 200 ml kaltem Wasser. Decken Sie die Mischung ab und lassen diese 8 Stunden ziehen. Anschließend geben Sie den Kaltauszug durch ein Sieb und filtern die Wurzel ab.

Dosierung

Wenden Sie den Kaltauszug 3-mal täglich an, und trinken ihn etwa 30 Minuten vor der Mahlzeit.

Teufelskrallentee

Gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsprobleme hat sich auch der Teufelskrallenwurzel-Tee bewährt (lose oder im Teebeutel). Übergießen Sie hierzu 0,5 g (1/8 Teelöffel) der Teufelskrallenwurzel mit heißem Wasser und lassen den Tee bei geringer Hitze 5 Minuten lang ziehen. Anschließend wird die lose Wurzel durch ein Teesieb abgeseiht oder der Teebeutel wird entfernt.

Dosierung

Trinken Sie den Tee dreimal täglich jeweils 30 Minuten vor den Mahlzeiten.

Teufelskrallenwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Zubereitungen aus der Teufelskrallenwurzel haben einen extrem bitteren Geschmack.

Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (1,5 bis 4,5 g) der Teufelskrallenwurzel nicht bekannt. Sollten Sie jedoch an Magen- und Zwölffingerdarmbeschwerden leiden, darf der Kaltauszug und der Tee nicht angewendet werden. Liegen bei Ihnen Gallensteinbeschwerden vor, halten Sie bitte vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Teufelskrallenwurzel sind als Fertigarzneimittel in Form von Kapseln oder Filmtabletten erhältlich. Die getrocknete Wurzel erhalten Sie außerdem in der Apotheke.

Die innerliche Einnahme von Arzneimitteln mit Teufelkrallenwurzel wirkt nachweislich gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden (dypeptische Beschwerden). Diese Wirkung geht auf die Bitterstoffe zurück, die den Speichelfluss und die Produktion von Magensäften anregen.

Auch wirken Arzneimittel mit Teufelskrallenwurzeln unterstützend gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates, die mit Abnutzungserscheinungen verbunden sind (Arthrose und Rheuma). Durch ihre entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften kann sich diese Wirkung entfalten.

In der Volksmedizin wird die Teufelskrallenwurzel darüber hinaus bei Asthma, Kehlkopfentzündungen (Laryngitis) und chronischer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) eingesetzt. Äußerlich wird die Wurzel bei Mandelentzündungen (Tonsilitis) und bei schlecht heilenden Wunden verwendet.

Foto: © Secrétariat CITES Henri pidoux

Quellen:
  • Au F: Hausrezepte gegen alle Krankheiten. München 1994
  • Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001
  • Schmelz H, Hämmerle HD, Springorum HW: Analgetische Wirkung eines Teufelskrallenwurzel bei verschiedenen chronisch-degenerativen Gelenkerkrankungen. In: Chrubasik S, Wink M (Hrsg.): Rheumatherapie mit Phytopharmaka. Stuttgart 1997