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Afrikanische Teufelskralle – Harpagophytum procumbens

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 16.05.2014
Afrikanische Teufelskralle – Harpagophytum procumbens

Wüstenpflanze mit wertvollen Eigenschaften

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine erstaunliche Pflanze: In ihrer Heimat, den Steppengebieten der Kalahari-Wüste in Namibia und Südafrika, erreichen ihre flachen Triebe eine Länge von bis zu 1,5 Metern. Dort wird sie seit alters her als Arzneipflanze geschätzt. In Deutschland wird die Wurzel der Teufelskralle heute medizinisch vor allem bei Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit und Rheuma ingesetzt.

Wobei hilft die Afrikanische Teufelskralle?

Die Wirkung der Teufelskralle ist sowohl für die Verdauung als auch für den Bewegungsapparat von medizinischer Bedeutung, denn sie wirkt nachweislich appetitanregend und bei Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden). Auch bei Rückenschmerzen, entzündlichen rheumatischen Beschwerden und Gelenkverschleiß erzielt die Anwendung mit der Wurzel der Teufelskralle eine Verbesserung.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die Teufelskrallenwurzel „bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden sowie als adjuvant bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates.“ (adjuvant: unterstüzend)
  • Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat Teufelskrallenwurzel basierend auf langjähriger Erfahrung bei leichten Gliederschmerzen und Verdauungsstörungen als traditionelles Arzneimittel anerkannt.

Wissenswertes zur Teufelskralle

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In Namibia und in Südafrika hat der Einsatz der Teufelskralle als Heilpflanze eine lange Tradition. In Deutschland erfuhr man von dieser Pflanze erst während des 1. Weltkrieges, als Soldaten die beeindruckende Pflanze nach Deutschland einführten. Eindrucksvoll ist die Teufelskralle in der Tat. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem, das tief unter die Erde reicht und ihre langen, flachen Triebe sichern der Pflanze das Überleben in ihrem trockenen, oft unwirtlichen Lebensraum. Denn durch ihre große Oberfläche kann sie aus dem Boden jede Menge Nährstoffe aufnehmen und weiterführen. Die zahlreichen Wurzeln versorgen daher die Triebe optimal.

Ihr deutscher Name leitet sich von der griechischen Bezeichnung „harpagos“ (Enterhaken) ab. Denn nach der Befruchtung bilden die stark verholzenden Früchte der Pflanze Widerhaken, die sich krallenförmig auseinander spreizen. Beim Hineintreten in diese Widerhaken kann es sogar zu schwerwiegenden Infektionen kommen. Wegen ihrer medizinischen Wirkungen ist die Teufelskralle heute weltweit beliebt, leider werden zumeist Wildbestände der Pflanze geerntet und exportiert.

Da für den medizinischen Gebrauch die Pflanzenwurzel benötigt wird, wurde das Wildvorkommen der Teufelskralle in den letzten zehn Jahren stark dezimiert. Inzwischen gibt es jedoch auch zahlreiche Projekte, um sie beispielsweise in Gärtnereien zu kultivieren.

Botanik der Teufelskralle

Die Teufelskralle ist eine krautige Pflanze, die zu der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) gehört. Ihrem verzweigten Wurzelsystem entspringen zahlreiche, lange und flache Triebe, die in sich wiederum verzweigt sind. Die Blätter sind gestielt und tief gelappt. Sie sind zumeist gegenständig, an den Enden der Sprossen auch oft wechselständig. An kurzen Stielen sitzen die bis zu sechs Zentimeter langen rosa bis violetten Blüten, aus denen sich nach der Befruchtung die holzig werdenden Früchte entwickeln.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Teufelskralle

Für medizinische Zwecke werden die geschnitten, knolligen und getrockneten Wurzeln der Teufelskralle eingesetzt. In der pharmazeutischen oder medizinischen Sprache heißt die Teufelskrallenwurzel Harpagophyti radix. Ihre Qualität wurde im Europäischen Arzneibuch (Ph.Eur.) festgelegt. Die Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel sind eine Mischung aus Bitterstoffen (hier Iridoide), Phenylethanolderivate, Harpagochinon, Flavonoide und Oligosaccharide.

Foto: © Secrétariat CITES Henri pidoux