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Schachtelhalm/Ackerschachtelhalm – Equisetum arvense

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Geschrieben von 2011-02-07
Zuletzt aktualisiert am 2017-04-2727.04.2017
Schachtelhalm/Ackerschachtelhalm – Equisetum arvense

Lebendes Fossil mit vielfältigen medizinischen Wirkungen

Der Schachtelhalm – auch Acker-Schachtelhalm oder Zinnkraut – ist ein pflanzliches Relikt längst vergangener Erdentage. Vor etwa 400 Millionen Jahren bedeckte die Pflanze, damals noch baumhoch wachsend, weite Teile der Nordhalbkugel. Dichte Wälder, aus denen über die Jahrmillionen der Brennstoff Steinkohle entstand. Schachtelhalme sind also lebende Fossilien – und medizinisch vielseitig einsetzbar. Seine verdichtende Wirkung auf das Gewebe macht den Halm zu einer wirksamen Heilpflanze bei Wassereinlagerungen, entzündeten Harnwegen und Nierengrieß. Auch zur Förderung der Wundheilung findet der Ackerschachtelhalm Anwendung. 

Die Heilwirkung des Schachtelhalms

Seine medizinische Wirksamkeit verdankt der Schachtelhalm vor allem seinem hohen Gehalt an Kieselsäure. Die hohe Inhaltsstoffkonzentration ermöglicht die stabilisierende Wirkung der Heilpflanze auf das Gewebe. Daher hilft sie gegen Ödeme und äußerlich angewendet bei schlecht heilenden Wunden. Dank seiner entwässernden Wirkung kann der Schachtelhalm außerdem zum Durchspülen der Harnwege bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen verwendet werden sowie zur Vorbeuge von Nierengrieß. Äußerlich angewendet kann er die Wundheilung fördern.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet den therapeutischen Einsatz von Schachtelhalmkraut innerlich „bei prosttraumatischen und statischen Ödemen, zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß.“ Äußerlich empfiehlt die Kommission E die Anwendung „adjuvant bei schlecht heilenden Wunden.“

Detailliertere Infos und wirksame Hausmittel (z.B. Tee) finden Sie in unserem Wirkstoffartikel zum Schachtelhalmkraut

Wissenswertes über den Ackerschachtelhalm

Nur wenige Pflanzen konnten sich im Laufe der Jahrmillionen den wankelmütigen klimatischen Bedingungen auf unserem Globus anpassen und in ihrer „Urform“ bestehen bleiben. Der Schachtelhalm ist eine solche Pflanze. Vor einigen Millionen Jahren konnte er noch eine Größe von bis zu 30 Metern erreichen, heute ist er ein eher kleinwüchsiges Gewächs und gedeiht bevorzugt auf feuchtem Grund: etwa an Mooren oder Teichrändern. 

Seine aufrechte, fast schnurgerade Wuchsform diente in der frühen Menschheitsgeschichte als Vorlage und Konstruktionsmuster für Türme und andere Bauwerke. Andere „Schachtelhalmkonstruktionen“ sind beispielsweise Teleskop-Skistöcke.

Der Schachtelhalm wurde darüber hinaus Jahrhunderte lang als Reinigungsinstrument für Geschirr eingesetzt, weswegen er manchmal auch Zinnkraut, Fegekraut, Kannenkraut oder Polierstroh genannt wird. Seine Stängel sind Reich an Kieselsäure. Dies macht ihn gewissermaßen zu einem natürlichen Scheuermittel.

Sein Potenzial als Heilpflanze schlummerte jedoch lange Zeit im Verborgenen. Zwar setzten die Menschen in der Antike den Ackerschachtelhalm wahrscheinlich zur Stillung von Blutungen und zum Durchspülen der Harnwege ein. Danach wurde es aber etwas still um die Pflanze. Erst im 19. Jahrhundert erlebte der Schachtelhalm durch den berühmten Pfarrer Kneipp eine Renaissance. Er setzte die Heilpflanze zur Behandlung von Rheuma und Gicht ein.

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Botanik des Ackerschachtelhalms

Der Ackerschachtelhalm, der zur Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae) gehört und einer der letzten Überlebenden der uralten Gruppe der Gefäßsporenpflanzen ist, ist eine der wenigen blütenlosen Heilpflanzen. Er kommt im Jahr in zwei Formen vor. Im Frühjahr zwischen März und April entwickelt die Pflanze 20 Zentimeter hohe rostbraune bis goldgelbe einfache Stängel, die sich in mehreren Stockwerken anordnen. Unterbrochen werden sie durch quirlig angeordnete, braune, an der Spitze schwarze Blätter mit ährenähnlicher Anordnung, die Sporenbehälter tragen. Öffnen sie sich, wird ein grünliches Sporenpulver von watteartiger Beschaffenheit ausgestreut.

Im Mai und Juni ist der Ackerschachtelhalm mit nur mehr zehn bis 14 Zentimetern Höhe kleiner als im Frühjahr. Die Stängel sind knotig und quirlig angeordnet und haben zahlreiche Äste. Die Seitenstängel und Zweige sind tiefgrün, tief gefurcht und rau.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms

Medizinischer Wirkstoff des Ackerschachtelhalms sind seine grünen und sterilen Sprossen, die in den Sommermonaten gesammelt werden. Sie werden als Schachtelhalmkraut bezeichnet und heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Equiseti herba. Die Qualitätsanforderungen des Schachtelhalmkrautes sind durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Schachtelhalmkraut ist reich an Kieselsäure (bis zu 10 Prozent), Flavonoiden und enthält geringe Mengen Alkaloide und Saponine.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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