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Zistrose bei Bauchweh – der wahren Wirkung auf der Spur

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 08.07.2013

Die Zistrose ist nicht nur für ihre hervorragenden Effekte bei Erkältungen bekannt, sondern wird auch bei Beschwerden in der Magen- oder Darmgegend eingesetzt. Egal, ob bei Magengeschwüren oder Darmkrämpfen, die traditionelle Naturheilkunde spricht der Zistrose hier eine lindernde und heilende Wirkung zu. Eine Reihe von Wissenschaftlern interessierte sich für eben diese Effekte und ging den Empfehlungen der Phytotherapie in mehreren Studien auf den Grund.

Bei was hilft Zistrose?

Eine Arbeitsgruppe aus Italien führte einen Tierversuch durch, in welchem sie Ratten bzw. Mäusen in hoher Dosis Substanzen verabreichten, die aggressiv auf die Magenschleimhaut wirken. Sie provozierten somit gezielt das Entstehen von Magengeschwüren (Ulcera). Im Zuge dessen behandelten die Wissenschaftler nun einen Teil der Tiere mit Zistrosen-Extrakt aus Cistus laurifolius bzw. Cistus incanus. Nach Abschluss der Therapie wurden die Mägen aller Versuchstiere untersucht. Und siehe da, in der mit Zistrose behandelten Gruppe verringerte sich die Größe der Geschwüre signifikant, zum Teil konnte das Entstehen von Magengeschwüren sogar gänzlich verhindert werden.

Auf diesen Ergebnissen baute eine weitere Studie auf. Wieder einmal untersuchten die Forscher, ob und wie wirkungsvoll die Zistrose vor Magengeschwüren schützt. Diesmal gaben sie den Versuchstieren jedoch eine Auswahl weiterer, den Magen angreifende Stoffe und Medikamente. Die Wissenschaftler benutzen hierzu unter anderem Salzsäure, die natürlicher Bestandteil des Magen ist, aber auch Indomethazin, ein Schmerzmedikament, welches unter anderem dafür bekannt ist, als unerwünschte Nebenwirkung Magengeschwüre zu verursachen. Ein Teil der Mäuse erhielt gleichzeitig den Zistrosen-Extrakt.

Wieder konnten die Wissenschaftlerbeobachten, dass unter Einnahme des Extrakts nur kleine Geschwüre entstanden. Die Zistrosen-Gruppe schnitt bei allen Teststoffen besser ab als die unbehandelte Kontrollgruppe. In einigen Tieren konnte der Zistrosen-Extrakt die Bildung der Ulcera vollständig verhindern.

Gesunde Schleimhaut schützt vor Säure

Um die Effekte zu erklären, vermuten die Forscher, dass die Inhaltsstoffe der Zistrose eine antazide (anti-saure) Wirkung besitzen. Sie halten es für wahrscheinlich, dass der Extrakt die im Magen vorkommende Salzsäure an der Grenze zur Magenschleimhaut neutralisieren kann und die Magenwand somit effektiv vor Selbstandauung schützt. Des Weiteren denken die Wissenschaftler, dass der Zistrosen-Extrakt über die Öffnung kleinster Blutgefäße die Versorgung der Magenschleimhaut steigert. Eine größere Anzahl schützender Faktoren und Substanzen könnte so aus dem Blut in die Magenschleimhaut gelangen und ebenso für eine bessere Barriere gegenüber dem stark sauren Mageninhalt sorgen.

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Gut für die Maus, gut für den Mensch?

Die angeführten Studien klingen sehr vielversprechend, gerade hinsichtlich einer wirksamen pflanzlichen Therapie von Magengeschwüren. In der Schulmedizin existieren aber bereits heute zahlreiche Medikamente, welche die Magensäureproduktion effektiv hemmen. Diese Pharmaka werden sehr häufig eingesetzt und zeigen neben der guten Schutzwirkung nur geringe Nebenwirkungen. Damit sich Heilpflanzen wie die Zistrose hier bewähren können, müssten die bei Tieren gezeigten Wirkungen an echten Patienten untersucht werden. Bislang fehlen wissenschaftliche Studien, die den protektiven Effekt auch im Menschen demonstrieren. Wenn zukünftige Arbeiten eben dies zeigen sollten, könnte sich die Zistrose nicht nur in der Volksmedizin zu einer echten Alternative für den Magenschutz entwickeln.

Quellen:
  • Attaguile G, Caruso A, Pennisi G, Savoca F. 1995. Gastroprotective effect of aqueous extract of Cistus incanus L. in rats. Pharmacol Res, 31 (1):29-32.
  • Attaguile G, Perticone G, Mania G, Savoca F, Pennisi G, Salomone S. 2004. Cistus incanus and Cistus monspeliensis inhibit the contractile response in isolated rat smooth muscle. J Ethnopharmacol, 92 (2-3):245-250.
  • Aziz M, Tab N, Karim A, Mekhfi H, Bnouham M, Ziyyat A, Melhaoui A, Legssyer A. 2006. Relaxant effect of aqueous extract of Cistus ladaniferus on rodent intestinal contractions. Fitoterapia, 77 (6):425-428.
  • Belmokhtar M, Bouanani NE, Ziyyat A, Mekhfi H, Bnouham M, Aziz M, Mateo P, Fischmeister R, Legssyer A. 2009. Antihypertensive and endothelium-dependent vasodilator effects of aqueous extract of Cistus ladaniferus. Biochem Biophys Res Commun, 389 (1):145-149.
  • Yesilada E, Gurbuz I, Ergun E. 1997. Effects of Cistus laurifolius L. flowers on gastric and duodenal lesions. J Ethnopharmacol, 55 (3):201-211.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Effects of Cistus laurifolius L. flowers on gastric and duodenal lesions
Autor
E. Yesilada, I. Gurbuz und E. Ergun
Jahr
1997
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Gazi University, Faculty of Pharmacy, Department of Pharmacognosy, Ankara, Turkey
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Ratten
Teilnehmerzahl
-
Information zur Studie:
Studientitel
Gastroprotective effect of aqueous extract of Cistus incanus L. in rats
Autor
G. Attaguile, A. Caruso, G. Pennisi und F. Savoca
Jahr
1994
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Institute of Pharmacology, University of Catania, Italy.
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Ratten
Teilnehmerzahl
65 Ratten