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Zistrose glättet die Wogen - Die muskelentspannende Wirkung der Zistrose

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 09.08.2013

Die Zistrose (Cistus) mit ihrem nach Honig duftendem Labdanum-Harz wird schon seit Jahrhunderten als traditionelles Heilmittel verwendet und entfaltet je nach Zubereitungsart vielfältige Wirkungen. Um der Zistrose auf den Grund zu gehen, haben bereits mehrere Arbeitsgruppen versucht, mit Experimenten die tatsächliche Wirkung und die Vorgänge im Körper nachzuweisen. Zwei im Mittelmeerraum ansässige Arbeitsgruppen wollten nun wissen, ob die Zistrose bei der Behandlung von Bauchkrämpfen wirklich so wirksam ist, wie es in der Naturheilkunde überliefert wird.

Cistus wirkt auf Muskelzellen

Wissenschaftler aus Italien untersuchten im Jahr 2004, ob der Extrakt der Zistrose glatte Muskelzellen in Darmwand oder Blutgefäßen entspannen kann. Die Forscher entnahmen hierfür Ratten Muskelzellen gezielt aus der muskelhaltigen Schicht von Darmwand und Gefäßen, um mit diesen unter künstlichen Laborbedingungen experimentieren zu können. Die Zellen stimulierten sie nun mit bestimmten Stoffen, welche natürlicherweise eine Kontraktion auslösen, d.h. zum Zusammenziehen der Muskelzelle führen. Im Anschluss daran gaben die Wissenschaftler den Cistus-Extrakt aus den Gattungen Cistus incanus, Cistus monspeliensis und Cistus ladaniferus dazu und untersuchten, ob sich vorher kontrahierte Muskeln wieder entspannten. Es zeigte sich, dass der Extrakt, egal ob in der Darmwand oder Blutgefäßen, wirkungsvoll die Muskelkontraktionen verhinderte. Alle angespannten Zellen erschlafften und wuchsen wieder auf ihre ursprüngliche Größe an.

Entspannung dank Blockade

Eine Gruppe der Mohamed Premier Universität in Marokko konnte im Jahr 2006 mit Extrakten aus Cistus ladaniferus dieselben Effekte auch in Kaninchen nachweisen. Sie stellte zudem fest, dass sowohl bei Ratten, als auch bei Kaninchen die Zistrose in etwa gleicher Dosierung vergleichbare Wirkung zeigte. Ihre Vermutung ist, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Zistrose mikroskopisch kleine Kalzium-Kanäle blockieren, die sich in der Wand aller Muskelzellen befinden. Dort sind sie normalerweise verantwortlich für den Transport von Kalzium, welches für die Aktivierung des Muskels von bedeutender Rolle ist. Die auch von modernen Pharmaka gern genutzte Kanal-Blockade sorgt nun für eine geringere Kalziumkonzentration innerhalb der Zelle und verhindert so wirksam ein Anspannen des Muskels.

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Zistrose kann vielleicht noch mehr

Die beobachteten Ergebnisse erklären, weshalb die Zistrose schon seit jeher bei Bauchbeschwerden eingesetzt wird. Verkrampft sich die Darmwand, auch als Spastik bezeichnet, entstehen für den Betroffenen unangenehme Schmerzen. Durch die muskelentspannende Wirkung der Zistrosen-Extrakte kann dem entgegengewirkt werden. Doch bevor die Zistrose auch im modernen Klinik-Alltag eingesetzt werden kann, müssten wissenschaftliche Arbeiten den in Tieren demonstrierten Effekt erst beim menschlichen Patienten nachweisen.Bis auch hier Ergebnisse vorliegen, gibt es aber wenige Gründe, die Zistrose bei leichten Bauchkrämpfen nicht als pflanzliches Heilmittel auszuprobieren.

Darüber hinaus kann Cistus dank seiner relaxierenden Wirkung auf die Gefäßwand in Zukunft vielleicht auch Patienten mit Bluthochdruck helfen. Entspannen sich die Muskelzellen der Gefäße, wird auch der Gefäßquerschnitt größer. Es kann somit mehr Blut durch die Gefäße fließen, was zur Folge hat, dass der Blutdruck sinkt. Aber auch hier wäre es erst notwendig, den therapeutischen Nutzen in einer Studie mit Bluthochdruck-Patienten zu zeigen, bevor die Zistrose in diesem Einsatzgebiet zugelassen werden kann.

Quellen:
  • Attaguile G, Caruso A, Pennisi G, Savoca F. 1995. Gastroprotective effect of aqueous extract of Cistus incanus L. in rats. Pharmacol Res, 31 (1):29-32.
  • Attaguile G, Perticone G, Mania G, Savoca F, Pennisi G, Salomone S. 2004. Cistus incanus and Cistus monspeliensis inhibit the contractile response in isolated rat smooth muscle. J Ethnopharmacol, 92 (2-3):245-250.
  • Aziz M, Tab N, Karim A, Mekhfi H, Bnouham M, Ziyyat A, Melhaoui A, Legssyer A. 2006. Relaxant effect of aqueous extract of Cistus ladaniferus on rodent intestinal contractions. Fitoterapia, 77 (6):425-428.
  • Belmokhtar M, Bouanani NE, Ziyyat A, Mekhfi H, Bnouham M, Aziz M, Mateo P, Fischmeister R, Legssyer A. 2009. Antihypertensive and endothelium-dependent vasodilator effects of aqueous extract of Cistus ladaniferus. Biochem Biophys Res Commun, 389 (1):145-149.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Antihypertensive and endothelium-dependent vasodilator effects of aqueous extract of Cistus ladaniferus
Autor
M. Belmokhtar, N. E. Bouanani, A. Ziyyat, H. Mekhfi, M. Bnouham, M. Aziz, P. Mateo, R. Fischmeister und A. Legssyer
Jahr
2009
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Laboratoire de Physiologie et Ethnopharmacologie, Universite Mohamed Premier, Faculte des Sciences, Oujda, Morocco
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Ratten
Teilnehmerzahl
-
Information zur Studie:
Studientitel
Relaxant effect of aqueous extract of Cistus ladaniferus on rodent intestinal contractions
Autor
M. Aziz, N. Tab, A. Karim, H. Mekhfi, M. Bnouham, A. Ziyyat, A. Melhaoui und A. Legssyer
Jahr
2006
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Laboratoire de Physiologie Ethnopharmacologie, UFR
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Ratten
Teilnehmerzahl
-