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Schützt Zistrose vor Grippe?

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Geschrieben von 2013-07-08
Zuletzt aktualisiert am 2013-07-0808.07.2013

Zu dem hauptsächlichen Anwendungsgebiet der Zistrose gehört die Therapie von Infekten. Schon seit Jahrhunderten bekämpfen die Menschen Erkältungen mit der Zistrose als traditionelles Heilmittel. Dabei hervorzuheben, ist besonders die Behandlung der gewöhnlichen Grippe, die durch sogenannte Influenza-Viren ausgelöst wird und die oberen Atemwege befällt.

Grippeviren im Fokus

Es existieren hierzu zwei Studien einer Arbeitsgruppe aus Deutschland, die sich mit der Wirkung von CYSTUS052, einem Extrakt aus Cistus incanus, auf Grippeviren in Mäusen beschäftigen. Der Extrakt ist reich an sogenannten polymorphen Polyphenolen, welche in Pflanzen eine wichtige zelluläre Schutzfunktion ausüben. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob der Extrakt der Zistrose dabei helfen kann, den Ausbruch der Grippe einzudämmen. Außerdem interessierten sie sich dafür, ob die Zistrose auch hilft, wenn sich der Körper bereits mit der Grippe angesteckt hat.

Erst in vitro, dann in vivo

Zuerst testete das Forscherteam den Einfluss von CYSTUS052 „im Reagenzglas“, d.h. unter künstlichen Laborbedingungen und außerhalb lebender Organismen (in vitro). Es wurden in einer Petrischale angezüchtete Zellen mit bestimmten Influenza-Viren versetzt. Man beobachtete nun, ob die mit Zistrosenkraut-Extrakt behandelten Zellen die Viren aufnahmen oder nicht. Es zeigte sich, dass CYSTUS052 das Andocken der Viren an die Zellen erfolgreich verhindern konnte. Keine der Zellen wurde infiziert.

Jetzt wollten die Wissenschaftler wissen, ob sie diesen positiven Effekt auch in einem lebenden Organismus nachweisen können (in vivo). So wurden also im nächsten Schritt in beiden Studien jeweils zwei Gruppen von Mäusen gebildet. Eine von ihnen behandelte man mit dem Zistrosenkraut-Extrakt, die andere nicht. Jetzt infizierte das Forscherteam die Mäuse mit dem Grippevirus und untersuchte, ob und in welcher Gruppe die Grippe ausbrach. Und was in der Volksmedizin schon lange beobachtet und von Generation zu Generation weitergegeben wurde, bestätigte sich auch in den hier gemessenen Ergebnissen: Keine der mit Zistrose behandelten Mäuse zeigte irgendwelche Krankheitszeichen, die Mäuse steckten sich nicht an. War eine Maus aber bereits vor Beginn der Behandlung mit dem Grippevirus infiziert, konnte CYSTUS052 nichts mehr ausrichten. Die Virenzahl im Blut dieser Tiere sank nicht.

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Zistrose beugt vor

Hervorzuheben ist, dass in beiden Studien der Extrakt aus Cistus incanus die Infektion durch Grippeviren wirksam verhindern konnte. Den Grund sahen die Forscher in den oben erwähnten polymorphen Polyphenole, welche durch ihre zahlreichen mikroskopisch kleinen Bindungsstellen die Grippeviren abfangen, und somit ein Andocken an menschliche Zellen und deren Infektion erfolgreich verhindern können. Allerdings weisen die Studien auch darauf hin, dass der Extrakt aus der Zistrose keine bedeutende Wirkung mehr entfalten kann, wenn man bereits vor der Anwendung infiziert ist. CYSTUS052 ist trotzdem eine echte Alternative zu herkömmlichen Grippe-Medikamenten, sogenannten Virustatika. Diese Arzneimittel sind nämlich auch nur dann hilfreich, wenn sie ähnlich wie die Zistrose bereits vor Ausbruch der Krankheit eingenommen werden.

Abschließend sollte man aber nicht vergessen, dass die Behandlung von Grippeerkrankungen heutzutage vor allem ein Gebiet der Vorbeugung ist. Wer sich möglichst sicher schützen will, sollte auf die jährliche Grippeschutzimpfung nicht verzichten.

Quellen:
  • Droebner K, Ehrhardt C, Poetter A, Ludwig S, Planz O. 2007. CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice. Antiviral Res, 76 (1):1-10.
  • Ehrhardt C, Hrincius ER, Korte V, Mazur I, Droebner K, Poetter A, Dreschers S, Schmolke M, Planz O, Ludwig S. 2007. A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance. Antiviral Res, 76 (1):38-47.
  • Kalus U, Kiesewetter H, Radtke H. Effect of CYSTUS052 and green tea on subjective symptoms in patients with infection of the upper respiratory tract. Phytother Res, 24 (1):96-100.
  • Kalus U, Grigorov A, Kadecki O, Jansen JP, Kiesewetter H, Radtke H. 2009. Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection of the upper respiratory tract. A prospective, randomised, placebo-controlled clinical study. Antiviral Res, 84 (3):267-271.
 
Information zur Studie:
Studientitel
CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice
Autor
K. Droebner, C. Ehrhardt, A. Poetter, S. Ludwig und O. Planz
Jahr
2007
Dauer
-
Durchfürendes Institut
riedrich-Loeffler-Institut, Institut für Immunologie, Paul-Ehrlich Str. 28, D-72076 Tübingen
Auftraggeber
Dr. Pandalis Naturprodukte GmbH & Co. KG
Studiendesign
In vitro Experiment mit Zellkulturen und in vivo Experimente mit Mäusen
Teilnehmerzahl
-
Information zur Studie:
Studientitel
A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance
Autor
C. Ehrhardt, E. R. Hrincius, V. Korte, I. Mazur, K. Droebner, A. Poetter, S. Dreschers, M. Schmolke, O. Planz und S. Ludwig
Jahr
2007
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Institut für Molekulare Virologie, ZMBE, Westfälische-Wilhelms-Universität, Von Esmarch-Str. 56, D-48159 Münster
Auftraggeber
Dr. Pandalis Naturprodukte GmbH & Co. KG
Studiendesign
In vivo Experimente mit Mäusen
Teilnehmerzahl
-