Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Wirksamer Schutz bei entzündeter Haut?

Anzeige
Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 08.07.2013

Schon seit langem wird der Zistrose (lat. Cistus) eine lindernde Wirkung bei Erkältungen und Entzündungen der oberen Atemwege zugeschrieben. Aus diesem Grund gilt die Pflanze als anerkanntes Heilmittel in der traditionellen Volksmedizin. Verschiedene Forschergruppen beschäftigen sich mit den über Generationen beobachteten Effekten, und versuchen den Vorgängen im Körper mit Hilfe von Experimenten auf den Grund zu gehen. Eben weil die Zistrose bei Entzündungen verschiedener Art helfen soll, untersuchte eine Gruppe jetzt, ob der Extrakt der Heilpflanze auch bei Entzündungen der Haut seine wohltuende Wirkung entfalten kann.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Um die antientzündliche Wirkung der Zistrose nachzuweisen, mussten die Wissenschaftler zuerst mit einem aufwendigen Verfahren bestimmte Extrakte aus Cistus creticus und Cistus monspeliensis isolieren. Dabei handelt es sich um sogenannte Diterpene, die aufgrund ihrer besonderen molekularen Ringstruktur für viele beobachtete Effekte verantwortlich gemacht werden. Diterpene kommen vor allem in Pflanzen vor und sind ein wesentlicher Bestandteil der oft verwendeten ätherischen Öle.

Mäuse mit Sonnenbrand

Nachdem die Extrakte nun gewonnen wurden, waren die Mäuse an der Reihe. Für das Experiment wählte die Arbeitsgruppe besondere Mäuse aus, die so gezüchtet wurden, dass sie kein schützendes Fell trugen. Das hatte den Vorteil, dass die Wissenschaftler die Vorgänge, die sich an der Haut der Mäuse abspielten, genau beobachten konnten. Um eine Entzündung hervorzurufen, bestrahlten sie die Mäuse mit UV-B-Strahlung. Diese Strahlung dringt bis in die unteren Hautschichten ein und kann dort Entzündungen auslösen. Diese Art der Entzündung kennen wir auch unter dem Begriff Sonnenbrand.

Nachdem der Sonnenbrand bei allen Mäusen sichtbar ausgeprägt war, trugen die Forscher bei einem Teil der bestrahlten Tiere Cistusextrakt auf die beschädigte Haut auf. Die unbehandelten Mäuse dienten als Kontrollgruppe, um zu untersuchen, wie viel Zeit auf natürlichem Wege bis zur Abklingen der Entzündung vergehen würde. Nun brauchten die Wissenschaftler noch ein geeignetes Maß, mit dem sie den Heilungsverlauf genau beobachten konnten. Dazu verwendeten sie den sogenannten transepidermalen Wasserverlust. Wasser wird ständig über die Haut (transepidermal) an die Umgebung abgegeben, ein Prozess, der unter anderem für die körpereigene Temperaturregulation verantwortlich ist. Weist die Haut jedoch eine Verletzung auf, so ist der Wasserverlust an dieser Stelle größer, da die Barrierefunktion der Haut gestört ist. Durch Messung dieses Wasserverlusts war es den Wissenschaftlern möglich, den Heilungsfortschritt der bestrahlten Haut zu beurteilen.

Anzeige

Geht`s mit Zistrose schneller?

Nach acht Tagen zeigten die Mäuse, die nicht mit Zistrosenextrakt behandelt wurden, wieder einen normalen Wasserverlust über der bestrahlten Hautstelle. Das bedeutet, dass es ohne jede Therapie bei diesen Mäusen acht Tage dauerte, ehe sich die Haut von dem „Sonnenbrand“ erholt hatte. Es stellte sich nun die Frage, ob sich die Haut bei denen mit Zistrose behandelten Mäusen in kürzerer Zeit normalisieren würde. Die Auswertung verdeutlichte jedoch, dass die für die Reparatur der Haut in therapierten Mäusen genauso viele Tage vergingen, wie bei den Kontrollmäusen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Urteil somit klar: Extrakte der Zistrose bieten hier keinen messbaren Vorteil und sind somit nicht für die Behandlungen von Entzündungen der Haut zu empfehlen.

Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch wenn die Reparatur der Haut nicht schneller verlief, das Auftragen von Zistrose eventuell eine subjektive Besserung verschaffen kann. Da man dies die Mäuse aber leider nicht fragen konnte, wären weitere Experimente am Menschen sinnvoll. Bis dahin bleibt abzuwarten, welche Geheimnisse zukünftige Arbeiten der Zistrose noch entlocken können.

Quellen:
  • Demetzos, C., K. Dimas, et al. (2001). "Cytotoxic and anti-inflammatory activity of labdane and cis-clerodane type diterpenes." Planta Med 67(7): 614-618.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Cytotoxic and anti-inflammatory activity of labdane and cis-clerodane type diterpenes
Autor
Demetzos, C., Dimas, K., Hatziantoniou, S., Anastasaki, T., Angelopoulou, D.
Jahr
2001
Dauer
Tierexperiment über 8 Tage
Durchfürendes Institut
School of Pharmacy, Department of Pharmacognosy, University of Athens, 15771 Athens, Greece
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experimente mit unbehaarten Mäusen
Teilnehmerzahl
-