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Echinacea purpurea – der Bakterienschreck

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2013

Seit jeher wird der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) bei Infekten der Atemwege oder infizierten Wunden eingesetzt, schon die Indianer waren sich seiner Wirkung bewusst. Wissenschaftliche Experimente konnten zeigen, dass Extrakte aus Echinacea antivirale und entzündungshemmende Wirkungen besitzen. Doch nicht alle Erkrankungen gehen auf Viren zurück, oft sind auch Bakterien im Spiel. Wirkt die Heilpflanze auch hier?

Eine ganze Reihe von Bakterien können bei Befall des Körpers unangenehme Beschwerden hervorrufen. Angefangen von übermäßiger Schleimproduktion der Atemwege über Schädigung auf zellulärer Ebene bis hin zur chronischen Entzündung, die Bandbreite der Symptome ist groß. Ein pflanzliches Mittel, welches sowohl Bakterien abtöten, als auch die Entzündungsreaktion eindämmen kann, wäre eine große Erleichterung für viele Patienten.

Effektiv gegen Kokken-Bakterien

Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass Purpursonnenhut bei einer Vielzahl von Bakterien wirkt. Ein sehr häufiges Bakterium ist Streptococcus pyogenes, Auslöser einer ganzen Bandbreite von Erkrankungen – von einfachen Rachen- und Mandelentzündungen bis hin zur gefürchteten Nekrotisierenden Fasziitis. Wissenschaftliche Tests zeigten jetzt, dass Echinacea-Extrakte die Bakterien effektiv abtöten können, wenn sie mit diesen in Kontakt treten. Doch damit nicht genug, auch die Entzündungsreaktion, die von den Bakterien ausgeht, kann durch die Pflanze rückgängig gemacht werden. Diese Doppelwirkung könnte sich bei Infektionen mit dem Erreger als sehr nützlich erweisen.

Gleiches gilt auch für Hämophilus influenza. Dieses Bakterium ist eigentlich Teil der Normalflora im Nasen-Rachenbereich eines jeden Menschen, kann aber auch Mittelohrentzündungen, chronische Bronchitis und Lungenentzündungen hervorrufen. Interagiert der Erreger mit der bronchialen Schleimhaut, schüttet der Körper bestimmte Botenstoffe (Zytokine) aus, welche zu einer Entzündung der betroffenen Gewebe führen. Extrakte des Purpursonnenhuts können nicht nur diese Reaktion eindämmen, sondern das Bakterium auch direkt unschädlich machen.

Ein weiteres Bakterium, welches sensibel gegenüber Echinacea reagiert, ist Legionalle pneumophila. Es ist Auslöser der vor allem ältere Leute betreffenden Legionärskrankheit und kann in seltenen Fällen zu schweren Lungenentzündungen führen. Normalerweise verbirgt es sich im Wasser oder der Erde. Bei hoher Luftfeuchte kann es über die Atemluft in die Lungen gelangen, und sich in körpereigenen Fresszellen vermehren. Trotz dass sich das Bakterium innerhalb von Zellen versteckt, ist es empfindlich gegenüber Purpursonnenhut.

Ein wenig anders sieht es bei Staphylococcus aureus aus. Während das Bakterium zur normalen Hautflora gehört, stellen vor allem die multiresistenten Stämme dieses Erregers (MRSA) die Ärzte durch ihre Immunität gegenüber den meisten Antibiotika oft vor große Schwierigkeiten. Im Labor zeigte sich, dass diese Bakterien zudem auch relativ resistent gegenüber der zerstörenden Wirkung des Purpursonnenhuts sind. Dafür scheint Echinacea hier besonders effektiv die begleitende Entzündungsreaktion zu hemmen und kann somit zumindest teilweise die schädlichen Wirkungen der durch diesen Erreger ausgelösten Erkrankungen zu verhindern.

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Doppelte Wirksamkeit

Noch interessanter wird es, wenn man bedenkt, dass sich virale und bakterielle Entzündungen in den Atemwegen oft gegenseitig bedingen. Durch Vorschädigung der Schleimhaut durch Viren haben es Bakterien einfacher, das Immunsystem zu überwinden. Das gleiche gilt für Infektionen mit z.B. Hämophilus influenza, der bestimmte Rezeptoren an den Zellmembranen der Atemwege verändert und somit z.B. dem Rhinovirus (ein Auslöser von Erkältungen und Schnupfen) das Andocken erleichtert. Da Purpursonnenhutextrakte aber sowohl Bakterien als auch Viren bei direktem Kontakt abtöten können, ist es denkbar, dass die Heilpflanze in Form von Tinkturen oder Sprays solche Doppelinfektionen effektiv stoppen kann.

Extrakte aus Echinacea purpurea besitzen also starke antibakterielle Wirkung. Wie schon bei den Viren lässt sich aber auch hier kein verantwortlicher Inhaltsstoff identifizieren. Stattdessen weisen die Ergebnisse der Studien darauf hin, dass die Pflanze Bakterien auf unterschiedliche Weise bekämpfen kann. Auch wenn hier noch viel Forschungsbedarf besteht, ist eins jetzt schon klar: Präparate aus Purpursonnenhut eignen sich zur Linderung von Beschwerden bei einer Atemwegsinfekten.

Quellen:
  • Hudson, J. B. (2012). "Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases." J Biomed Biotechnol 2012: 769896.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases
Autor
James B. Hudson
Jahr
2011
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Department of Pathology & Laboratory Medicine, University of British Columbia, Vancouver, Canada
Auftraggeber
-
Studiendesign
Meta-Analyse von 130 Studien
Teilnehmerzahl
-