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Purpursonnenhut – ein pflanzlicher Virenkiller?

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2013

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas verwendeten den Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) gegen Husten, Erkältungen und Mandelentzündungen. Heute ist Echinacea auf der ganzen Welt ein beliebtes Mittel bei Infekten aller Art. Doch wie wirkt die Pflanze eigentlich? Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt, dass in ihr noch mehr Heilkraft steckt, als man bisher vermutete.

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas verwendeten den Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) seit vielen Jahrhunderten gegen Husten, Erkältungen und Mandelentzündungen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch europäische Siedler auf die Heilpflanze aufmerksam wurden und ihre Wirkungen zu schätzen lernten. Heute ist Echinacea auf der ganzen Welt ein beliebtes Mittel gegen Infekte aller Art. Doch wie wirkt sie eigentlich? Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt, dass in der Pflanze noch mehr Heilkraft steckt, als man bisher vermutete.

Der Wirkung auf der Spur

Viele der Erkrankungen, bei denen Purpursonnenhut eine Wirkung nachgesagt wird, werden von Viren ausgelöst. Und so liegt es nahe zu vermuten, dass die Pflanze eben hier ansetzt. Und siehe da: Relativ früh entdeckten Forscher, dass der Purpursonnenhut in der Tat starke antivirale Eigenschaften besitzt. In verschiedenen Projekten zeigten sie, dass sowohl die Wurzel , als auch die Blätter der Pflanze gegen Grippe-, Herpes- und den Coronavirus halfen. Jedoch konnte keine Forschungsgruppe den genauen Mechanismus oder einen dafür verantwortlichen Inhaltsstoff identifizieren.

Tatsächlich scheint keine der bisher bekannten Substanzen im Echinacea, wie etwa die Kaffeesäure oder Alkylamid, eine große Rolle bei der Wirkung zu spielen. Im Gegenteil, Forscher vermuten, dass vor allem das Zusammenspiel einiger, zum großen Teil unbekannter Stoffe, dem Purpursonnenhut seine Eigenschaften verleihen. Leider macht gerade diese Ungewissheit die Erforschung klinische Experimente und deren Interpretation schwierig, was auch dadurch verkompliziert wird, dass vielerorts uneinheitliche Sonnenhut-Extrakte verwendet werden.

Extrakt tötet Viren ab

In aktuellen Experimenten wurde nun Echinaforce verwendet, ein standardisiertes alkoholisches Extrakt der Pflanze, das zu 5 % aus Wurzeln und zu 95% aus anderen Bestandteilen der Pflanze hergestellt wird. Wie zu erwarten war, zeigte sich auch dieses außerordentlich effektiv gegen eine Reihe von Viren. Besonders Herpes, aber auch eine große Anzahl von für den Menschen schädlichen Grippe-Viren, wie Influenza A und B –Viren wurden bei direktem Kontakt mit dem Extrakt unschädlich gemacht. In hohen Dosen war die Pflanze auch gegen Rhinoviren wirksam, Erreger die beim Menschen Schnupfen auslösen.

In den Studien kam aber auch zutage, dass Viren, die sich nach erfolgter Infektion in den körpereigenen Zellen des Patienten verstecken, sogenannte intrazelluläre Viren, keine Reaktion auf eine Behandlung mit Echinacea zeigten. Diese Viren vermehren sich nach Infektion eines Organismus innerhalb von gesunden Körperzellen und zerstören diese nach Abschluss der Fortpflanzung, um die neuen Viren freizusetzen. Genau hier kann aber auch der Purpursonnenhut wieder einen Effekt zeigen. Bevor die Viren sich nach der Erstinfektion in den Zellen verkriechen und während sie nach erfolgter Vermehrung aus den Zellen strömen, sind sie empfindlich gegenüber der Heilpflanze.

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Neues Wundermittel gegen Grippe?

Aber auch vor kommerziellen Antiviren-Medikamenten muss sich Echinacea nicht verstecken. So ist das vielen Personen durch die Schweinegrippe bekannte Grippe-Mittel TAMIFLU zwar wirksam bei einer Grippe. Jedoch weiß man aus klinischen Studien, dass Influenza-Viren schnell Resistenzen entwickeln, wenn sie längere Zeit mit TAMIFLU in Kontakt stehen. Ganz im Gegenteil zu Purpursonnenhut-Extrakten. Auch nachdem Virenkulturen im Labor wiederholt mit der Pflanze behandelt wurden, zeigten sich keinerlei Immunität. Besser noch: Viren, die bereits eine Resistenz gegen TAMIFLU entwickelt hatten, waren immer noch empfindlich gegenüber Echinacea. Zudem fand man heraus, dass Echinacea bei manchen Grippeviren durch Blockade bestimmter mikroskopisch kleiner Rezeptoren das Andocken der Erreger an gesunde Zellen verhindern konnte. Vorher infektiöse Viren wurden somit entwaffnet und stellten keine Gefahr mehr für andere Zellen dar.

Ob bei Grippe oder einer einfachen Erkältung: die Studien zeigen, dass Echinacea ein potentes Mittel gegen viele viral bedingte Erkrankungen sein kann. Die beschriebenen Wirkungen wurden dabei mit Dosierungen erreicht, die heute üblichen Sonnenhut-Extrakten entsprechen. Jedoch gilt auch zu betonen, dass alle beschriebenen Studien unter Laborbedingungen an kultivierten Erregern und künstlich gezüchteten Körperzellen stattfanden. Wenn Sie wissen wollen, ob Purpursonnenhut-Extrakte auch beim Menschen wirken, lesen Sie unseren Artikel „Echinacea purpurea - Wirksam im Labor, wirksam beim Menschen?“.

Quellen:
  • udson, J. B. (2012). "Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases." J Biomed Biotechnol 2012: 769896.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases
Autor
James B. Hudson
Jahr
2011
Dauer
-
Durchfürendes Institut
Department of Pathology & Laboratory Medicine, University of British Columbia, Vancouver, Canada
Auftraggeber
-
Studiendesign
Meta-Analyse von 130 Studien
Teilnehmerzahl
-