Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Echinacea purpurea - Wirksam im Labor, wirksam beim Menschen?

Anzeige
Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2013

Dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) sagt man eine Vielzahl von Wirkungen nach, von welchen einige bereits in Laborversuchen nachgewiesen wurden. Es bleibt jedoch die Frage, ob die Pflanze auch beim Menschen messbare Effekte zeigen kann. Wissenschaftler der Universität Wisconsin gingen der Sache auf den Grund.

Dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) sagt man eine Vielzahl von Wirkungen nach, von welchen einige bereits in Laborversuchen nachgewiesen werden konnten. Viel interessanter ist jedoch die Frage, ob Extrakte der Pflanze auch beim Menschen Effekte zeigen können. Im Laufe der letzten Jahre wurden diesbezüglich verschiedene Studien durchgeführt. Ein amerikanisches Forscherteam der Universität Wisconsin nahm diese nun genauer unter die Lupe und stieß dabei auf einige interessante Fakten.

Die Dosis bestimmt die Wirkung

Anfang der Neunziger wurden in einer deutschen Studie 180 freiwillige Patienten, die seit kurzer Zeit grippeähnliche Symptome zeigten, entweder mit verschiedenen Echinacea-Extrakten oder einem wirkungslosen Placebo behandelt. Schon nach wenigen Tagen fanden sich signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Personen, die ein nicht-standardisiertes oder niedrig dosiertes Extrakt erhielten, klagten über ähnliche Symptome wie die Placebo-Gruppe. Bei Patienten aber, denen ein hochdosiertes Wurzelextrakt verabreicht wurde, klangen die Beschwerden wie laufende Nase, Halsschmerzen und Schüttelfrost schon nach drei bis vier Tagen merkbar ab. Nach einer Woche war auch ihre Zunge deutlich weniger belegt, als bei den anderen Gruppen. Und das unabhängig davon, ob die Erkältung bakteriell oder viral bedingt war.

Weniger Taschentücher – weniger Beschwerden

Ganz genau wollten es Wissenschaftler der Universität Utah wissen. 32 Patienten, die an einer Erkältung litten, erhielten über sechs Wochen entweder eine Echinaceazubereitung oder ein Placebo. Die Zubereitung bestand aus Wurzelextrakten von Echinacea purpurea, Vitamin C sowie Extrakten aus Fenchelsamen, Eukalyptus- und Rosmarinblättern. Die Zugabe der anderen Kräuter wurde vom Hersteller wegen ihrer schleimlösenden und antiseptischen Eigenschaften vorgenommen.

Um die Wirkung zu beurteilen, zählten die Forscher die Anzahl der verbrauchten Taschentücher. Und siehe da: während die Placebo-Gruppe im Durchschnitt mehr als vier Tage krank war und fast 1200 Taschentücher benutzte, gesundeten die Patienten, welche das Extrakt erhielten, schon nach drei Tagen und verbrauchten 300 Taschentücher weniger. Die Autoren bemerkten, dass in der Echinaceagruppe keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen auftraten. Jedoch wiesen sie auch auf die Tatsache hin, dass die anderen Ingredienzen synergistisch mit dem Wurzelextrakt von E. purpurea und dem Vitamin C gewirkt haben könnten.

Anzeige

Wohltuender Saft

Ein weiteres deutsches Team untersuchte 120 erwachsene Patienten, die erste Anzeichen von Erkältungssymptomen zeigten. Alle Testpersonen nahmen über zehn Tage 20 Tropfen eines Extraktes ein. Dieser bestand entweder aus gepresstem Saft von oberirdischen Teilen von Echinacea purpurea (Echinagard ®) oder einem ähnlich schmeckenden wirkungslosen Placebo. Nach erfolgter Zuteilung in eine der Gruppen stellte sich heraus, dass nur die Hälfte der Patienten eine wirkliche Erkältung hatten während die andere Hälfte zwar nicht über schwere Symptome klagten, aber doch die ersten Anzeichen einer Erkältung zeigten. Zusätzlich zu Interviews mit einem begleitenden Arzt bezüglich des Verlaufs ihrer Krankheit und der individuellen Symptome, zeichneten sie ihre subjektiven Symptome auf. Im Durchschnitt berichteten Patienten der Echinaceagruppe schon am ersten Tag über Besserungen ihrer Beschwerden, ganze fünf Tage vor der anderen Gruppe. Und auch Patienten mit einer schweren Infektion profitierten von dem Extrakt: Sie benötigten nur halb so lange wie die Placebogruppe, um wieder vollständig zu genesen (4 Tage vs. 8 Tage).

 

Es zeigt sich also, dass Echinacea purpurea durchaus seinen Ruf als pflanzliches Erkältungsmedikament verdient. Die Autoren des Reviews urteilen aber auch, dass viele der Studien Probleme im Aufbau besaßen und damit unfreiwillig das Ergebnis verfälschten. Trotzdem weisen alle Arbeiten eindeutig auf eine Wirksamkeit der Pflanze hin. Ob doch nur Zufall dahinter steckt, können nur weitere klinische Studien belegen.

Quellen:
  • Barrett, B. (2003). "Medicinal properties of Echinacea: a critical review." Phytomedicine 10(1): 66-86.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Medicinal properties of Echinacea: A critical review
Autor
B. Barrett
Jahr
2003
Dauer
5 Tage - 3 Monate
Durchfürendes Institut
Department of Family Medicine, University of Wisconsin Medical School, Madison WI, USA
Auftraggeber
-
Studiendesign
Meta-Analyse von 17 Studien
Teilnehmerzahl
2247 Patienten unterteilt in 43 Gruppen