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Die Wurzel unter der Lupe

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 31.05.2013

Obwohl viele Inhaltsstoffe der Baldrianwurzel schon seit langer Zeit bekannt sind und sorgsam erforscht wurden, ist ihr Wirkmechanismus im menschlichen Körper noch zu großen Teilen unbekannt. In der Wissenschaft ringen zwei Theorien um eine Erklärung für die zentralnervösen Effekte der Pflanze, wie z.B. etwa die beruhigende Wirkung bei Unruhe und Stresszuständen. Eine Theorie vermutet, dass Valerensäure, eine Substanz aus der Gruppe der sogenannten Sesquiterpene, für viele der Wirkungen verantwortlich ist. Andere denken, dass die Effekte vor allem durch die in der Wurzel reichlich enthaltenen pflanzlichen Farbstoffe (Flavonoide) verursacht werden.

Was steckt im Baldrian?

Eine Forschungsgruppe der Shenyang University of Chemical Technology in China konnte jetzt zeigen, dass im Baldrian neben den bekannten Inhaltsstoffen weitere, der Valerensäure ähnliche Sesquiterpene vorhanden sind. Die Terpene sind Hauptbestandteil der in der Wurzel produzierten ätherischen Öle. Den Wissenschaftlern gelang es, aus einem alkoholischen Baldrianwurzelextrakt eine Reihe zum Teil vorher unbekannter Substanzen zu isolieren, um sie danach auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen.

Schwimmen für den guten Zweck

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass zwei der Stoffe enorme antidepressive Effekte zeigen. Sie bedienten sich dabei dem sogenannten Forced-Swim-Test (engl.: forciertes Schwimmen). Mit diesem Test, auch Porsolt Test genannt, kann man die Wirksamkeit von antidepressiven Medikamenten auf das Verhalten von Versuchstieren überprüfen und messen. Die Tiere werden in zwei Durchgängen in ein mit Wasser gefülltes Becken gesetzt, aus dem sie nicht entkommen können. Der erste Durchgang dauert 15 Minuten. Im zweiten nur fünf Minuten langen Durchgang misst man die Zeit, die das Versuchstier nach dem Einsetzen ohne sich zu bewegen im Wasser treibt. Klassischerweise interpretiert man das bewegungslose Verharren der Versuchstiere im zweiten Durchgang als ein verhaltenstechnisches Äquivalent zu negativer Stimmung und Lustlosigkeit. Antidepressiv-wirksame Substanzen verringern in der Regel diese Immobilitätszeit.

Neue Substanzen wirken

Alle untersuchten Inhaltsstoffe des Wurzelextraktes zeigten im Vergleich zu unbehandelten oder mit bekannten Antidepressiva therapierten Versuchstieren eine antriebssteigernde Wirkung. Die Forscher waren sich jedoch einig, dass vor allem zwei, bisher noch namenlose Substanzen, mitverantwortlich sind für den antidepressiven Effekt der Pflanze.

Bis die Wissenschaft auch das letzte Geheimnis aus der Baldrianwurzel herausgekitzelt hat, wird noch eine lange und spannende Zeit vergehen. Bis dahin zeigt diese Studie aber, dass es sich lohnen kann, eine von der Naturheilkunde seit Generationen geschätzte Heilpflanze einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Quellen:
  • Liu XG, Gao PY et al. (2012). " In vivo antidepressant activity of sesquiterpenes from the roots of Valeriana fauriei Briq.”
 
Information zur Studie:
Studientitel
In vivo antidepressant activity of sesquiterpenes from the roots of Valeriana fauriei Briq
Autor
X. G. Liu, P. Y. Gao, G. S. Wang, S. J. Song, L. Z. Li, X. Li, X. S. Yao und Z. X. Zhang
Jahr
2012
Dauer
-
Durchfürendes Institut
College of Chemical Engineering, Shenyang University of Chemical Technology, Shenyang 110142, PR China.
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Mäusen
Teilnehmerzahl
-