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Macht Baldrian glücklich?

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 31.05.2013

Sowohl als traditionelles Hausmittel aus der Volksmedizin, als auch in der modernen Schulmedizin werden die Extrakte der Baldrianwurzel (lat. Valerianae radix) schon seit vielen Generationen zur Linderung von Schlafbeschwerden und Unruhezuständen verwendet. Da viele Patienten, die an einer Depression erkranken, oft ähnliche Beschwerden als Begleitsymptome zeigen, können ihnen Baldrianpräperate durch Minderung von Nervösität und Schlafstörungen meist ein wenig Milderung bringen.

Baldrian kann mehr als gedacht

Forscher der Sun-Yatsen Universität in China fanden im Jahr 2008 heraus, dass bestimmte Inhaltstoffe des Wurzelextraktes durch Anheben des Serotoninspiegels auch direkt antidepressiv, d.h. stimmungsaufhellend wirken können. Serotonin ist ein im Gehirn aktiver Neurotransmitter, der aufgrund seiner Auswirkungen auf die Stimmungslage im Volksmund auch als Glückshormon bekannt ist. Erkrankungen wie die Depression gehen oft mit einem Mangel an Serotonin einher und werden manchmal auch allein durch einen zu niedrigen Serotoninspiegel ausgelöst.

Um die Effekte des Baldrianwurzel-Extrakts zu überprüfen, führten die Wissenschaftler Untersuchungen an von ihnen speziell vorbereiteten Laborratten durch. Die Tiere wurden wiederholt sogenannten milden Stressoren, wie erhöhten Lärmpegel, unregelmäßigen Lichtwechsel und kurzfristigen Nahrungsentzug ausgesetzt, um sie in einen mit der menschlichen Depression vergleichbaren Zustand zu überführen. Nun verabreichte man ihnen über eine Zeit von drei Wochen unterschiedliche Dosen von Baldrianwurzel-Extrakten und verglich sie nach Abschluss der Therapie mit einer unbehandelten Kontrollgruppe und nicht-depressiven Ratten.

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Balsam für die gestresste Seele

Selbst Tiere, die nur eine geringe Menge des Extraktes erhielten, zeigten im Labor einen schnellen Anstieg des Serotoninspiegels auf Werte, die denen der unbescholtenen Ratten entsprachen. Zusätzlich untersuchten die Forscher das Gehirn der Tiere und fanden heraus, dass die behandelten Ratten im Gegensatz zu ihren nicht therapierten Artgenossen eine normale Anzahl an neugebildeten Nervenzellen in einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion (Hippocampus) aufwiesen. Auch beim Menschen führt eine Depression in der Regel durch eine in diesem Areal verlangsamte Bildung von Nervenzellen (Neurogenense) zu Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen. Eine Wiederherstellung der Neurogenese könnte zur Normalisierung dieser gestörten kognitiven Funktionen beitragen. Keines der behandelten Tiere zeigte unerwünschte Nebenwirkungen.

Zusammenfassend beweist die chinesische Studie, dass Extrakte der Baldrianwurzel das Potential haben, Depressionen auf unterschiedlichen Ebenen zu bekämpfen. In welchem Umfang sich die Ergebnisse auch auf die Therapie von erkrankten Menschen übertragen lassen, müssen natürlich weitere Arbeiten klären. Bis dahin zeigt Studie aber auf eindrucksvolle Weise, wie umfangreich das Wirkspektrum der Baldrianwurzel ist.

Quellen:
  • Tang JY, Zeng YS et al. (2008). " Effects of Valerian on the level of 5-hydroxytryptamine, cell proliferation and neurons in cerebral hippocampus of rats with depression induced by chronic mild stress."
 
Information zur Studie:
Studientitel
Effects of Valerian on the level of 5-hydroxytryptamine, cell proliferation and neurons in cerebral hippocampus of rats with depression induced by chronic mild stress
Autor
J. Y. Tang, Y. S. Zeng, Q. G. Chen, Y. J. Qin, S. J. Chen und Z. Q. Zhong
Jahr
2008
Dauer
Division of Neuroscience, Department of Histology and Embryology
Durchfürendes Institut
-
Auftraggeber
-
Studiendesign
In vivo Experiment mit Ratten
Teilnehmerzahl
70 Ratten