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Baldrian und Hopfen – ein starkes Team?

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 31.05.2013

Die Extrakte der Baldrianwurzel (Valerianae radix) werden seit alters her zur Behandlung von Schlafstörungen genutzt. Häufig vermischte man sie schon damals mit anderen Heilpflanzen, wie etwa Hopfen oder Melisse, um eine noch wirkungsvollere Arznei zu erhalten. Hopfen selbst hat als Mittel gegen Nervosität, depressive Verstimmung und Schlafstörungen ganzen Generationen geholfen. Auch heute noch sind Kombinationspräparate aus Baldrian und Hopfen beliebt und werden von zahlreichen Personen wegen ihrer lindernden Wirkung sehr geschätzt. Eine Reihe von Forschungsgruppen wollte nun wissen, wie wirksam der Doppelpack aus diesen beiden Pflanzen wirklich ist.

Natur vs. synthetische Medikamente

Wissenschaftler des Instituts für Psychosomatik der Wiener Universität verglichen die Wirkung der beiden Heilpflanzen mit der in der Schlafmedizin etablierter Medikamente. Die Studienteilnehmer litten allesamt unter einer nicht-psychischen Schlafstörung und wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt (randomisiert). Einer Gruppe gaben die Forscher nun über einen Zeitraum von zwei Wochen ein Medikament aus der Familie der Benzodiazepine, Arzneimittel, die für ihre beruhigende und schlaffördernde Wirkung bekannt sind. Die andere Gruppe wurde parallel mit einem Baldrian-Hopfen-Präparat behandelt.

Anhand verschiedener Parameter, wie etwa Schlafqualität, körperliche und geistige Fitness schätzten die Wissenschaftler nun die Wirkungen der jeweiligen Medikamente ein. Dabei war die Studie so konstruiert, dass dank einer Chiffrierung weder die Forscher noch die Teilnehmen wussten, welche Gruppe welche Behandlung erhielt (doppel-blind). Solch ein Studienaufbau schließt aus, dass durch unerwünschte Suggestionswirkungen, etwa einem Placebo-Effekt, die Ergebnisse der Arbeit verfälscht werden.

Baldrian und Hopfen gleichauf.

Es stellt sich heraus, dass beide Gruppen sowohl bei der Fitness, als auch bei Schlaf- und Lebensqualität vergleichbar positive Ergebnisse zeigten. Eine weitere Gemeinsamkeit war, dass sich die Schlafstörung bei allen Teilnehmern wieder verschlechterte, nachdem die jeweilige Behandlung abgesetzt wurde. Beide Therapien wirkten also. Die einzige berichtete Nebenwirkung stellten leichte Bauchbeschwerden dar, die vereinzelt bei Patienten aus beiden Gruppen auftraten. Entzugssymptome kamen nur bei den Benzodiazepinen vor.

Die Arbeit demonstriert die Effekte der Baldrianwurzelextrakte in Kombination mit Hopfen und zeigt gleichzeitig, dass bei der Behandlung moderater körperlicher Schlafstörung auch etablierte Medikamente, wie die Benzodiazepine, durch pflanzliche Heilmittel ersetzt werden können.

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Beruhigt die Seele, verbessert den Schlaf?

In einer Pilotstudie wollten Forscher aus der Schweiz nun feststellen, ob Extrakte aus Hopfen und Baldrianwurzel auch bei psychisch bedingten Schlafbeschwerden helfen können. Patienten mit seelischen Erkrankungen, etwa Depressionen oder Psychosen, leiden oft unter Begleitsymptomen, die auch Ein- und Durchschlafstörungen umfassen können.

Vorher ausgesuchte Teilnehmer, die an einer milden oder moderaten Form der psychischen Schlafstörung litten, verbrachten vor Beginn der weiteren Experimente eine Nacht im Schlaflabor. Somit hatten die Wissenschaftler eine Referenz, die im späteren Verlauf als Vergleich dient. Die Patienten nahmen jetzt über einen Zeitraum von zwei Wochen jeden Abend vorm Schlafengehen zwei speziell angefertigte Präparate ein. Die Tabletten enthielten jeweils 250mg Baldrianwurzelextrakt und 60mg Hopfen. Am letzten Tag der Therapie bat man die Patienten wiederholt in das Schlaflabor und untersuchte, wie sich ihr Schlafverhalten verändert hatte.

Die Forscher konnten zeigen, dass das Präparat ausschließlich positive Wirkungen hatte. Im Laufe der zwei Wochen verbesserte sich bei allen Patienten die objektive und subjektive Schlafqualität. Im Schlaflabor konnten die Wissenschaftler messen, dass sowohl die Einschlafzeit als auch die Aufwachzeit der Teilnehmer signifikant kürzer war. Die Patienten berichteten außerdem, dass sie sich am Morgen frischer und erholter fühlten. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Beide Arbeiten belegen: Die Baldrianwurzel hat im Hopfen einen passenden Partner gefunden. Zu Recht empfiehlt die Naturheilkunde dieses starke Duo zur Therapie von Schlafbeschwerden.

Quellen:
  • Fussel, A., A. Wolf, et al. (2000). "Effect of a fixed valerian-Hop extract combination (Ze 91019) on sleep polygraphy in patients with non-organic insomnia: a pilot study." Eur J Med Res 5(9): 385-390.
  • Schmitz, M. and M. Jackel (1998). "[Comparative study for assessing quality of life of patients with exogenous sleep disorders (temporary sleep onset and sleep interruption disorders) treated with a hops-valarian preparation and a benzodiazepine drug]." Wien Med Wochenschr 148(13): 291-298.
 
Information zur Studie:
Studientitel
Effect of a fixed valerian-Hop extract combination (Ze 91019) on sleep polygraphy in patients with non-organic insomnia: a pilot study
Autor
Fussel, A., Wolf, A. und Brattstrom, A.
Jahr
2000
Dauer
Zwei Wochen
Durchfürendes Institut
Zeller AG, Seeblickstr. 4, CH-8590 Romanshorn, Switzerland.
Auftraggeber
-
Studiendesign
randomisierte Pilotstudie
Teilnehmerzahl
30 Patienten
Information zur Studie:
Studientitel
Vergleichsstudie zur Untersuchung der Lebensqualitat von Patienten mit exogenen Schlafstörungen (vorübergehenden Ein- und Durchschlafstörungen) unter Therapie mit einem Hopfen-Baldrian-Präparat und einem Benzodiazepin-Präparat.
Autor
Schmitz, M.; Jackel, M.
Jahr
1998
Dauer
Zwei Wochen
Durchfürendes Institut
Institut fur Psychosomatik, Wien.
Auftraggeber
-
Studiendesign
randomisierte, doppel-blinde Vergleichsstudie
Teilnehmerzahl
-