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Geschichte und Herstellung

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Geschrieben von 2013-09-06
Zuletzt aktualisiert am 2017-11-0606.11.2017

Als die Spanier Anfang des 16. Jahrhunderts von Mexiko Besitz ergriffen, trafen sie auch auf viele neue und unbekannte Pflanzen. Dazu gehörte auch die Vanille, deren Fruchtkapseln die Azteken zermahlen ihrem „Chokalati“ zusetzten. Nicht nur schätzten sie die erfrischende und kräftigende Wirkung des Getränks – sie waren sich auch seiner heilenden Kräfte bewusst. Dies blieb auch den spanischen Eroberern nicht verborgen: Der legendäre Konquistador Hernán Cortés überzeugte sich selbst vom Zauber der Schokolade und machte die Pflanze schließlich auch in Europa bekannt. Doch wirklich beliebt wurde die bis dahin recht bittere Schokolade erst, als man sie Ende des 16. Jahrhunderts mit Zucker, Zimt, Anis und anderen Gewürzen geschmacklich reizvoller und angenehmer machte. Die Vanille, die dem Kakao bis dahin etwas von der Bitterkeit genommen hatte, verschwand aus dem Getränk.

Längsschnitt einer Vanilleblüte

Vanille
Vanille

Geschichte

Das tat dem Erfolg der Vanille allerdings keinen Abbruch: Die Spanier handelten erfolgreich mit dem teuren Gewürz, für das sie mehr als 300 Jahre das Monopol innehatten. Die tropische Pflanze ließ sich nämlich künstlich nicht vermehren und wuchs nur im mexikanischen Regenwald, wo die heimischen Kolibris und speziellen Bienenarten die empfindlichen und sehr schmalen, langen Blüten bestäubten. Als der belgische Botaniker Charles Morren 1836 bewies, dass künstliche Befruchtung der Vanille sehr wohl möglich war und 1841 ein junger kreolischer Sklave zeigte, dass es dafür allein eines langen Bambusstäbchens bedurfte, ließ sich die Expansion der Vanille nicht mehr aufhalten.
Vanille

Ile Bourbon

Namensgebend für unsere heutige Bourbon-Vanille war die Insel La Réunion, einst „Ile Bourbon“, auf der noch heute Vanille angebaut wird. Das Zentrum des heutigen Vanilleanbaus liegt heute unbestritten in Madagaskar, wo im sogenannten „Vanilledreieck“ die bis zu zwei Meter hoch rankenden Vanillepflanzen in Plantagen angebaut werden, gestützt von sogenannten Ziehbäumen. Doch auch heute noch werden die Blüten, die nach drei Jahren zum ersten Mal an der Pflanze treiben und dann jeweils nur für wenige Stunden aufblühen, einzeln von Hand befruchtet.
Vanille

Botanik

Das aufwändige Befruchtungsverfahren ist nicht der einzige Grund für den hohen Preis der Vanille: Die entstehenden Kapselfrüchte müssen genau zur richtigen Zeit geerntet werden, um nicht zu verderben. Zu diesem Zeitpunkt sind die 20 bis 30 Zentimeter langen Fruchtstände, die ein wenig unseren Buschbohnen ähneln, noch grün und ohne viel Aroma. Dieses entsteht erst im anschließenden mehrtägigen Fermentierungs- und bis zu einem Vierteljahr dauernden Trocknungsprozess, aus dem sie als uns bekannte braune, stark riechende und ölige Vanillestangen hervorgehen. Oft wird wegen des Aussehens der Name „Vanilleschote“ verwendet, der aber genau genommen nicht korrekt ist.
 

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