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Wie entsteht Stress?

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 10.03.2014

Vom Stressauslöser zur Stressreaktion

Wichtig ist es, den individuellen Stressauslöser (Stressor) zu erkennen. Alles, was subjektiv als Belastung oder Druck empfunden wird, kann Stress auslösen.

Äußere Bedingungen können Stressoren sein: Arbeitsplatzbedingungen (schlechtes Licht, schlechter Bildschirm, Lärm) oder permanentes Gestörtwerden üben Druck aus und verhindern eine gute Konzentration.

Hohe Anforderungen können schnell überfordern: An erster Stelle stehen hier Zeitdruck und schlecht organisierte Arbeit. Zu wenig Kontrolle über Arbeitsprozesse, unklare Zuständigkeiten und zu viel Verantwortung bei zu wenig Kompetenz oder umgekehrt können Stress auslösen, ebenso wie fehlende Informationen oder mangelnde Absprachen. Viele von uns kennen die extreme Belastung, die der Tod von Familienangehörigen, Trennung oder Scheidung, Geldsorgen, Schuldendruck und fehlende Unterstützung in Krisenzeiten auslöst. Autounfälle, Hausbrand und Naturkatastrophen – kleinere bis extreme Anforderungen können Menschen individuell sehr unterschiedlich belasten.

Innere Bedingungen können zum Stressor werden: schwaches Selbstwertgefühl, fehlende Anerkennung, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Mobbing, soziale Isolation und Diskriminierung. All diese Faktoren können großen Stress auslösen. Schwelende Konflikte, Hilflosigkeit und das Gefühl von Sinnlosigkeit der eigenen Arbeit können einen Menschen dauerhaft unter Stress setzen. Aber auch Hunger und Durst, schwere Krankheiten und chronische Schmerzen sind ernstzunehmende Stressoren.

Stressreaktion

Was wir als Stress erleben, ist erst mal eine körperliche Reaktion die von Hormonen gesteuert wird. In der Tierwelt, in der Belastung mit einer körperlichen Handlung beantwortet werden muss, macht dies sicher Sinn. Energiereserven werden mobilisiert, um sich auf die mögliche Flucht oder den Kampf vorzubereiten.

Die Ausschüttung von Adrenalin aus der Nebennierenrinde steigert Puls, Blutdruck und die Durchblutung der Muskulatur. Die Atmung wird schneller, die Pupillen weiten sich, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit steigen. Dies ist die kurzfristige Stressreaktion. Für die langfristige Stressreaktion ist das Hormon Cortisol zuständig, welches auch in der Nebennierenrinde produziert wird. Es wird als Stresshormon bezeichnet und von übergeordneten Hormonen aus dem Hypothalamus und der Hypophyse, zwei wichtigen Gehirnzentren, gesteuert. Nehmen Stress im Sinne von körperlicher oder emotionaler Belastung zu, so werden dort die Steuerhormone Corticolibrin und ACTH in die Blutbahn ausgeschüttet, die in der Nebennierenrinde angekommen die Ausschüttung von Cortisol anregen.

Dieses Stresshormon bewirkt unter anderem:

  • Leistungsförderung durch Bereitstellung und Neubildung von Glucose (Blutzucker)
  • Gesteigerter Eiweißumsatz und gewebeabbauende Wirkung
  • Fettabbau
  • Hemmung des Immunsystems
  • Hemmung von Entzündungsprozessen

Die letzten beiden Effekte werden medizinisch genutzt – das verwandte Kortison wird bei verschiedenen chronischen Krankheiten wie Rheuma zur Hemmung von Entzündungen eingesetzt.

Cortisol wird zyklisch ausgeschüttet. Morgens ist die Konzentration im Blut am höchsten und abends, wenn wir Entspannung brauchen, sollte sie am geringsten sein. Es ist für niemanden gesund, ständig angespannt und bereit für schnelle Reaktionen und neue Leistungen zu sein, die dem Organismus notwendige Energie für andere lebenswichtige Vorgänge raubt.

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